Dermatologie Ia Dr Karin Koller Dermatologie Lehre von

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Dermatologie Ia Dr. Karin Koller

Dermatologie Ia Dr. Karin Koller

Dermatologie • Lehre von den Hautkrankheiten • Teilgebiet der Medizin, das sich mit den

Dermatologie • Lehre von den Hautkrankheiten • Teilgebiet der Medizin, das sich mit den Erkrankungen der Haut und ihrer Anhangsgebilde (Haare, Hautdrüsen und Nägel) sowie der hautnahen Schleimhäute befasst.

Daneben verfügen Dermatologen über spezielle Kenntnisse: • Allergologie • Onkologie • Phlebologie (Lehre von

Daneben verfügen Dermatologen über spezielle Kenntnisse: • Allergologie • Onkologie • Phlebologie (Lehre von den Venen und ihren Erkrankungen) • Proktologie(Lehre von den Erkrankungen des Rektums) • nicht übertragbare Erkrankungen der äußeren Geschlechtsorgane • Andrologie (Männerheilkunde), die sich mit der Behandlung männlicher Unfruchtbarkeit und sexueller Störungen befasst • Geschlechtskrankheiten

Dermatosen • Krankhafte Veränderungen der Haut. • Viele Dermatosen bleiben auf die Haut beschränkt,

Dermatosen • Krankhafte Veränderungen der Haut. • Viele Dermatosen bleiben auf die Haut beschränkt, z. B. der Sonnenbrand. • Andere können auf innere Organe übergreifen wie etwa der Hautkrebs durch Metastasierung. • Nicht wenige Hautveränderungen sind durch Allgemeinerkrankungen bedingt, etwa Hormonstörungen, sog. Systemerkrankungen (Lupus erythematodes) oder systemische Virusinfektionen (Maserninfektion). • Nicht selten treten Dermatosen als unerwünschte Arzneimittelnebenwirkungen auf, z. B. von Antibiotika.

Patientin mit kutanem Lupus erythematodes, einer Systemerkrankung mit Hautbeteiligung

Patientin mit kutanem Lupus erythematodes, einer Systemerkrankung mit Hautbeteiligung

Langner. Spaltlinien • Die Schnittführung sollte entlang dieser Linien verlaufen, da Wunden hier weniger

Langner. Spaltlinien • Die Schnittführung sollte entlang dieser Linien verlaufen, da Wunden hier weniger klaffen und Narbendiskreter sind.

Funktionen der Haut • Größe: 1, 5 - 2 m² • Gewicht 3, 5

Funktionen der Haut • Größe: 1, 5 - 2 m² • Gewicht 3, 5 - 10 kg • größtes Organ des menschlichen Körpers • Trennwand • Schutzschild • Sinnesorgan • Thermostat • Signal

normale Haut ist elastisch, glatt, intakt, warm und trocken. Hautbeobachtun g: • Hautalter •

normale Haut ist elastisch, glatt, intakt, warm und trocken. Hautbeobachtun g: • Hautalter • Hauttyp • Hautfarbe

Hauttyp Spiegelabdruck Fettig Fettfleck Trocken Keine anhaltenden Fettspuren Mischhaut An der Stirn anhaltende Fettspuren

Hauttyp Spiegelabdruck Fettig Fettfleck Trocken Keine anhaltenden Fettspuren Mischhaut An der Stirn anhaltende Fettspuren

Farbveränderungen der Haut Physiologische Ursachen Pathologische Ursachen Rötung durch Gefäßweitstellung • Sport • Hitze

Farbveränderungen der Haut Physiologische Ursachen Pathologische Ursachen Rötung durch Gefäßweitstellung • Sport • Hitze • Anstrengung • Aufregung • Fieber • Verbrennungen 1. Grades • Sonnenbrand • Entzündung • Hypertonie Blässe durch Gefäßengstellung, Mangeldurchblutung • Schreck • Angst • Veranlagung • Kälte • Blutung • Hypotonie • Arterielle Durchblutungsstörungen, z. B. p. AVK • Anämie Ikterus Gelbfärbung der Haut infolge Ablagerung des Gallenfarbstoffes Bilirubin, zuerst in den Skleren (Lederhaut der Augen), später am ganzen Körper sichtbar • Bei Neugeborenen • Lebererkrankungen, z. B. Leberzirrhose und Hepatitis (und) • Hämolyse (Zerstörung der Erythrozyten) Zyanose Bläuliche Verfärbung der Hautals Zeichen mangelnder Sauerstoffsättigung des Blutes, oft zuerst an Akren (Fingernägeln und Nasenspitze) • Bei sehr kälteempfindlichen Menschen, z. B. nach längerem Baden in kaltem Wasser • Herzinsuffizienz • Angeborene Herzfehler • Respiratorische Insuffizienz (und )

Effloreszenzenlehre • Exanthem (Hautausschlag) • Enanthem (Ausschlag an der Schleimhaut) • kleinsten Einzelelemente sind

Effloreszenzenlehre • Exanthem (Hautausschlag) • Enanthem (Ausschlag an der Schleimhaut) • kleinsten Einzelelemente sind die Effloreszenzen (lat. „Aufblühen”) • Aussehen und Verteilung der Effloreszenzen sind manchmal so charakteristisch, dass eine Blickdiagnose möglich ist

 • Primäre Effloreszenzen werden unmittelbar durch die Hauterkrankung hervorgerufen • Sekundäre Effloreszenzen entstehen

• Primäre Effloreszenzen werden unmittelbar durch die Hauterkrankung hervorgerufen • Sekundäre Effloreszenzen entstehen auf dem Boden von Primäreffloreszenzen, z. B. durch Entzündungen oder äußere Manipulationen wie Kratzen.

Zur Diagnosefindung ist die genaue Beschreibung der Effloreszenzen wesentlich

Zur Diagnosefindung ist die genaue Beschreibung der Effloreszenzen wesentlich

 • Lokalisation der Hautveränderungen • Areale, an denen krankheitsspezifische Hautveränderungen bevorzugt auftreten, heißen

• Lokalisation der Hautveränderungen • Areale, an denen krankheitsspezifische Hautveränderungen bevorzugt auftreten, heißen Prädilektionsstellen • Form, Begrenzung und Anordnung (Verteilung) der Effloreszenzen Form: Effloreszenzen sind z. B. rund, polygonal (vieleckig) oder elliptisch • Begrenzung: Übergang zur gesunden Haut ist scharf oder unscharf • Anordnung: Beispielsweise treten die Bläschen bei einer Gürtelrose gruppiert auf, während diejenigen bei Windpocken einzeln über den Körper verteilt sind (disseminiert) und die bei Masern zusammenfließen (konfluieren)

Fleck • Macula • Umschriebene Farbänderung der Haut im Hautniveau • Bedingt durch:

Fleck • Macula • Umschriebene Farbänderung der Haut im Hautniveau • Bedingt durch:

Veränderte Gefäßfüllung • • Gefäßweitstellung Vasodilatation etwa bei Wärme oder durch Arzneimittel führt zu

Veränderte Gefäßfüllung • • Gefäßweitstellung Vasodilatation etwa bei Wärme oder durch Arzneimittel führt zu flächenhafter Hautrötung, die sich mit einem Glasspatel wegdrücken lässt • Gefäßverengung • Vasokonstriktion • Haut blass

Pigmentschwund oder Pigmenteinlagerung • Vitiligo • Weißfleckenkrankheit • treten aufgrund eines umschriebenen Melanozytenverlustes weiße

Pigmentschwund oder Pigmenteinlagerung • Vitiligo • Weißfleckenkrankheit • treten aufgrund eines umschriebenen Melanozytenverlustes weiße Flecken auf • Beispiele für Pigmenteinlagerungen sind Sommersprossen oder Leberflecke (Naevi) • Tätowierungen: farbige Flecken durch künstliches Einbringen von Farbstoffen

Vitiligo Zu Beginn der Erkrankung sind die Flecken markstückgroß und scharf umschrieben. Später nehmen

Vitiligo Zu Beginn der Erkrankung sind die Flecken markstückgroß und scharf umschrieben. Später nehmen sie an Umfang und Zahl zu, bis sie zusammenlaufen und bizarre Formen annehmen.

Blutaustritt ins Gewebe • punktförmige Hautblutungen heißen Petechien • münzgroße Sugillationen • größere, flächenhafte

Blutaustritt ins Gewebe • punktförmige Hautblutungen heißen Petechien • münzgroße Sugillationen • größere, flächenhafte Blutungen Ekchymosen oder Suffusionen • tiefe Einblutung in Haut oder Gewebe heißt Hämatom • Blutungsbedingte Rötungen lassen sich nicht mit dem Glasspatel wegdrücken.

Knötchen • Nodulus • Umschriebene, tastbare Gewebsverdickung • Hautniveau überragend • meist von derber

Knötchen • Nodulus • Umschriebene, tastbare Gewebsverdickung • Hautniveau überragend • meist von derber Konsistenz • z. B. bei der rheumatoiden Arthritis als Rheumaknötchen

Knoten • • • Nodus wie Knötchen jedoch > 1 cm z. B. bei

Knoten • • • Nodus wie Knötchen jedoch > 1 cm z. B. bei entzündlichen Furunkeln Hauttumoren

Furunkulose

Furunkulose

Epidermale und kutane Papel

Epidermale und kutane Papel

Papel • • • Papula über dem Hautniveau liegende Erhabenheit Durchmesser unter 5 mm

Papel • • • Papula über dem Hautniveau liegende Erhabenheit Durchmesser unter 5 mm entstehen durch Verdickung der Epidermis: epidermale Papeln z. B. bei der gewöhnlichen Warze oder über eine Gewebsvermehrung im Korium: kutane Papeln z. B. bei der Syphilis durch ein entzündliches Infiltrat • Kombiniert: epidermokutane Papeln

Papel

Papel

Verrucae vulgares

Verrucae vulgares

Intraepidermale, subkorneale und subepidermale Blase

Intraepidermale, subkorneale und subepidermale Blase

Bläschen (Vesicula) und Blase (Bulla): • • • mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume < bzw.

Bläschen (Vesicula) und Blase (Bulla): • • • mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume < bzw. >1 cm über das Hautniveau erhaben Entstehen in oder unter der Oberhaut (Epidermis) Bläschen und Blasen fluktuieren d. h. ihr Inhalt lässt sich durch Fingerdruck verschieben wasserklare Blasen enthalten seröse Flüssigkeit rötliche bis schwarze Blasen Blut oberflächlich lokalisierte Blasen haben eine schlaffe tief liegende dagegen eine straffe Blasendecke z. B. Herpes labialis

Pustel • Pustula, Eiterbläschen • mit Eiter gefüllter Hohlraum in oder unter der Epidermis

Pustel • Pustula, Eiterbläschen • mit Eiter gefüllter Hohlraum in oder unter der Epidermis • entstehen entweder primär oder sekundär • primäre Pustel geht nicht auf eine Infektion zurück, ihr Inhalt ist steril („steriler Eiter”, z. B. bei der Psoriasis pustulosa) • Sekundär entwickeln sich Pusteln häufig aus Bläschen oder Blasen durch Eintrübung des primär serösen Inhalts, z. B. bei Impetigo

Quaddel (Urtica) und Zyste

Quaddel (Urtica) und Zyste

Quaddel (Urtica) • Umschriebenes, akutes Ödem in der Lederhaut (Korium), das durch Plasmaaustritt aus

Quaddel (Urtica) • Umschriebenes, akutes Ödem in der Lederhaut (Korium), das durch Plasmaaustritt aus den Gefäßen bedingt ist • als leichte Erhabenheit tastbar • bilden sich in der Regel innerhalb von Stunden zurück • durch die Gefäßweitstellung blassrosa oder bei Kompression der Kapillaren durch das Ödem weiß • starkes Jucken • um Juckreiz zu mildern, wird nicht gekratzt, sondern nur gerieben • typischen Effloreszenzen nach Kontakt mit Brennnesseln