Methoden der Psychologie Multivariate Analysemethoden und Multivariates Testen














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Methoden der Psychologie Multivariate Analysemethoden und Multivariates Testen 21. 05. 2007 Günter Meinhardt Johannes Gutenberg Universität Mainz
Methoden der Psychologie Multivariates Testen MANOVA Multivariate Varianzanalyse (MANOVA) Ziele • Mehrgruppen / Mehrfaktorenvergleiche von Messungen auf mehreren abhängigen Variablen. • Vermeidung von Entscheidungsfehlern durch fälschliche implizite Unabhängigkeitsannahme bei univariater Abtestung der einzelnen abhängigen Variablen. • Vermeidung der Probleme durch multiples Testen durch Verwendung eines einzigen Tests für das gesamte Design. • Verbesserte Teststärke und Validität bei Verwendung von Testbatterien und (mäßig) korrelierten Profilskalen. Voraussetzung • Gleiche (homogene) Varianz-Kovarianz Matrizen (Sj) in allen Gruppen. • Testungen der Gruppenunterschiede (Centroide), sowie der Homogenität der Sj - Matrizen erfordern die Gültigkeit der multivariaten Normalverteilung.
Methoden der Psychologie Ansatz Multivariates Testen MANOVA • Vergleich der Quadratsummen für „between“ und „within“ Group Varianz, erzeugt aus allen Variablenkomponenten. • Statistik erhält man ebenso über Eigenwertzerlegung einer aus B und W Komponenten zusammengesetzten Matrix. Anwendung • Allgemein: Experimentelle Analyse im Rahmen von multidimensionalen Evaluationsstudien. • Multiple Effektivitätsstudien. Nachweise der Veränderung von Profilen durch experimentelle oder therapeutische Intervention in repeated measurement Designs. • Untersuchung differentieller Effekte auf mehren Ebenen (Mehrebeneanalyse). (Z. B. Arbeitszufriedenheit auf 3 Hierachieebenen untersuchen). Nachteile • Restriktion gleicher Varianz-Kovarianz Matrizen in allen Gruppen. • Auswirkung der Verletzung der Annahme der multivariaten Normalverteilung schwer abzuschätzen.
Methoden der Psychologie MANOVA 2 D Beispiel 2 D-Beispiel 3. 5 Regression nüchtern Fahrleistung: X 2 3. 0 Regression 1 Promill 2. 5 2. 0 1. 5 1. 0 0. 5 Promill 0. 5 1 Promill 0. 0 1. 0 2. 0 3. 0 4. 0 5. 0 6. 0 7. 0 Koordination: X 1 Prototypische Datensituation • Generell: g- Gruppen gemessen auf p Variablen. Hier g=2, p=2, Koordination (X 1) und Fahrleistung (X 2) • Gleiche Regressionssteigungen und gleiche Varianzen in den Gruppen auf beiden Variablen (Homogenität der Varianzen und Covarianzen) • Stichprobendaten entstammen multivariat normalverteilten Populationen.
Methoden der Psychologie 2 D-Beispiel MANOVA 2 D Beispiel Fahrleistung: X 2 Regression 0. 5 Promill Regression 1 Promill 0. 5 Promill 1 Promill Koordination: X 1 1 D - Testen unzulänglich • Univariat sind die Rohwertverteilungen nicht gut getrennt, und daher ebenfalls nicht die Mittelwerteverteilungen (hohes N nötig für signifikante Gruppenunterschiede in den Kennwerteverteilungen) • Signifikanzurteile sind unabhängig und führen zu p Signifikanzaussagen, obwohl nur eine erwünscht ist • Information der gleichen Beziehung zwischen den abhängigen Variablen (gleiche Korrelation) wird nicht genutzt.
Methoden der Psychologie 2 D-Beispiel MANOVA 2 D Beispiel Fahrleistung: X 2 Regression 0. 5 Promill Regression 1 Promill 0. 5 Promill 1 Promill Koordination: X 1 2 D - Testen Ausgangslage • 2 D 95% Quantile zeigen an, daß die Mittelwerte der jeweils anderen Gruppe nicht mehr im Konfidenzbereich der Rohwerte liegen (bei den univariaten Verteilungen liegen sie darin) • Orthogonal zur Hauptvarianzrichtung der Ellipsen bestehen optimale Trennbedingungen für die Mittelwerte MANOVA • Ein Test, in den die Korrelation der beiden Variablen eingeht, hat daher optimale Chancen, Unterschiede der Centroide aufzudecken.
Methoden der Psychologie Problem MANOVA 1. One-Way MANOVA Unterscheiden sich g unabhängige Populationen in ihren auf p Variablen gemessenen Centroiden ? Konstanten g = Anzahl Gruppen n = Snl = n 1 + n 2 +…ng p = Anzahl Variablen Population 1: Population 2: Indices Population g: Annahmen i : Fälle (Personen) l : Gruppen 1. Die Samples X 1 l, X 2 l, …, Xnll sind Zufallsstichproben der Größe nl mit einem Populationszentroiden ml. Die Zufallsstichproben sind unabhängig. 2. Alle Populationen haben dieselbe wahre Varianz-Covarianzmatrix S. 3. Jede Population ist p- variat normalverteilt.
Methoden der Psychologie MANOVA 1. One-Way MANOVA Datenschema Population 1: Case Population 2: Population g: xilj Group Var Parameterschätzer Zu prüfende Annahmen … Homogenität der Varianz-Covarianz-Matrizen und p-variate Normalverteilung der Stichprobenwerte
Methoden der Psychologie MANOVA Modell MANOVA 1. One-Way MANOVA Additives Modell zum Vergleich von Centroiden aus g Populationen mit eil unabhängigen und N(0, S) verteilten Fehlerkomponenten. Additive Zerlegung Beobachtung Grand Mean Treatmenteffekt Fehlerkomponente Grand Mean abziehen, Kreuzprodukt bilden , und summieren über Fälle ergibt: p x p Matrizen Totale QS und Kreuzprodukte 1 D Analog Treatment QS und Kreuzprodukte Fehler QS und Kreuzprodukte
Methoden der Psychologie 1. One-Way MANOVA p x p Matrizen Hierin sind die x Vektoren mit p Komponenten (Variablen): Regel Matrix-Notation Additivität der Variation Die Matrizen B und W werden als inneres Produkt (Zeilen- mal Spalten) der Variablen-Vektoren aufgebaut und dann über Fälle und Gruppen summiert. Sie sind stets p x p Matrizen. Es gilt: Totale QS und Kreuzprodukte Within Group QS und Kreuzprodukte Between Group QS und Kreuzprodukte
Methoden der Psychologie W-Matrix aus gepoolten S - Matrizen B-Matrix (p=2 Vars Beispiel) MANOVA 1. One-Way MANOVA mit Sl der Varianz-Covarianz Matrix in Gruppe l. Treatment (Group) Quadratsummen & Kreuzprodukte x 1 x 2 Komponenten Var Group Var
Methoden der Psychologie MANOVA Table Test-Statistik MANOVA 1. One-Way MANOVA Source of Variation Matrix of SS & Cross. Products (SSP) Treatment B Error W Total M=B+W Degrees of Freedom g- 1 n- 1 Die H 0: t 1 = t 2 = … = tg = 0 wird abgelehnt, wenn (Quotient der generalisierten Varianzen, „Wilk‘s Lambda“) zu klein wird. Alternative Berechnung mit s der Rang der Matrix W-1 B und li ihr i-ter Eigenwert
Methoden der Psychologie c 2 - Test der MANOVA 1. One-Way MANOVA Lehne H 0 ab, wenn Wilks Statistik (c 2 Verteilung mit p(g-1) Freiheitsgraden, Bartlett) Für p < 3 und g < 3 sind F-Tests üblich. Bartletts Test ist für größere Stichproben und eine größere Anzahl Variablen exakt. Simultane Kontraste Als Kontraste sind Wilks-Tests oder Hotellings T 2 gebräuchlich: ist verteilt wie mit Vorteil der MANOVA (Höhere Freiheitsgrade)
Methoden der Psychologie 1. One-Way MANOVA Voraussetzung Homogene S – Matrizen Prüfgröße Box-M Test ist c 2 verteilt mit p(p+1)(g-2)/2 Freiheitsgraden Voraussetzung und Probleme der Prüfung MANOVA Der Test setzt multivariat normalverteilte Populationen voraus. Ebenso sollte die Anzahl der Messungen in den Gruppen >20 und die Anzahl der Variablen < 5 sein. Testung über die Homogenität der Korrelationsmatrizen (Residualanalyse) prüft nur die Homogenität der Covarianzen, nicht der Varianzen. Diese können aber mit einem Bartlett Test Gesondert auf Homogenität geprüft werden.














