Leid und Allmacht Gottes ProzessTheodizee Ein Referat von



















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Leid und Allmacht Gottes? – Prozess-Theodizee Ein Referat von Hannes Bräutigam und Robert Mucha
Die Menschen hinter der Theorie Alfred North Whitehead (1867 -1947) britischer Philosoph und Mathematiker • • „Prozess und Realität“ (1929) Kritik an der Schöpfungslehre der Kirche David R. Griffin (*1939) Amerikanischer Theologe und Religionswissenschaftler • • Nahm Ideen von Whitehead auf und wird mit John B. Cobb jr. als einer der Vordenker der Prozesstheologie bezeichnet Aktuell prägte er versch. Verschwörungstheorien zum 11. 09. 2001
Ausgangsfragen WARUM … keine fehlerfreie Paradieswelt? neues Gottesbild nötig? WIE … kann der Mensch autonom gedacht werden? WARUM … den Umweg der Evolution?
Der Ansatz der Prozesstheodizee Lesart von Gen 1, 1 „Im Anfang schuf Gott…“ A Aus dem NICHTS? Creatio ex nihilo B Aus dem CHAOS? (Gen 1, 2: tohu-wa-bohu Irrsal und Wirrsal)
Begründungen der Schöpfungstheorien A B Fazit CREATIO EX NIHILO CHAOSSCHÖPFUNG Die Bibel legt verschiedene Modelle einer SCHÖPFUNG • Biblische Grundlage: vor. Gen 1 – weitere • Biblische. Schöpfungstheologie Grundlage: 2 Anklänge in paganer Makk 7 – allerdings Literatur der Umwelt sehr zweifelhaft in biblischer Zeit • Traditionelle Sicht der • Entspricht eher dem Kirche Allmacht biblischen Denken, ist Gottes, da alles von Die Creatio allerdings NICHT die Gott abhängtex nihilo ist die dogmatisierte einzige Möglichkeit „Version“ nicht aber alleiniger biblischer Schöpfung Vorschlag. Für die Prozesstheologie ist das vonzu denken entscheidender Bedeutung …
Die 7 -Stufen-Theodizee • Ein Wesen, das Gott ist, muss allmächtig sein (also ein Wesen, dessen Macht wesentlich (!) – es sei denn es wird durch logische Gegebenheiten begrenzt) 1 Gottunbegrenzt müsste ist demnach eine gute Welt • Ein allmächtiges Wesen kann von sich her eine Welt ohne genuines Übel schaffen 2 hervorbringen können: 3 4 5 6 7 • Ein Wesen, das Gott ist, muss moralisch vollkommen sein NEIN! Ein solcher Gott ist nicht Aus eigener Macht Wesen Von • Ein moralisch vollkommenes muss eine Weltsich ohneher Übel hervorbringen wollen denkbar als allmächtiger (power) und(unilaterally) allgütiger! Griffin: EIN ATTRIBUT • Wenn es Gott gibt, darf es kein wirkliches Übel geben AUFGEBEN!!! • Das ist aber der Fall Ohne wirkliche (genuine) Übel • Folglich existiert (= keinÜbel, Gott die keinem „höheren Zweck“ dienen) Und zudem sollte er ja noch dem jüd. -chr. Gottesbild entsprechen
Der Ansatz Griffins 2. Annahme Die Beschaffenheit dieser Aktualitäten kann eingeschränkt sein. Gott hat sie per se nicht „in der Hand“ 1. Annahme Wenn Gott bei der Schöpfung mit bereits vorfindlichem arbeitet, haben diese Aktualitäten eigene autonome Kräfte, die auch von Gottes Plan unabhängig eigene Entscheidungen treffen können. (vgl. Griffin: …, da Gott offensichtlich derproblem GANZEN Schöpfung ist. Creation out ofnicht chaos. Herr and the of evil) Basis Whiteheads Ablehnung der Creatio ex nihilo – Lehre Der Glaube an einen allmächtigen philosophisch untermauerten (unbewegter Beweger) Gott sei„ der Irrglaube, der die Geschichte des Christentums und des Islam mit Tragödien erfüllt habe. “ (Prozess und Realität, 611) Konsequenz STREICHUNG DER ALLMACHTSLEHRE
Ausfaltung Kontingenz der kleinsten Bausteine • Gott erschuf und erhält Elektronen etc. • Besitzt aber keine Macht im Sinne von „Verfügung“ über sie Absolute Autonomie • Gott hat keine Macht über uns – er kann nicht in unseren Willen/unsere Wünsche eingreifen • Er kann nur versuchen uns zu überreden (persuade) [causa efficiens] Denkbarkeit der Evolution • Durch diese „überredende“ Schöpfermacht kann der evolutive Prozess erklärt werden • Warum hätte der Creatio-ex-nihilo Gott das so langwierig gestaltet?
Macht und Werte • Ausnahmslos alle Individuen machen Erfahrungen, die Qualitäten dieser Erfahrungen unterscheiden sich aber stark • Es bestehen direkt proportionale Verhältnisse : Sensibilität für Leid Menschen haben die größte Leidensfähigkeit – aber auch die größte Möglichkeit sich von Gottes Willen zu entfernen Freude an in sich guten Werten Selbstbestimmung Je mehr Werte Individuen verkörpern, desto größer ist ihre Fähigkeit sie anderen gegenüber geltend zu machen Fähigkeit auf andere Einfluss zu nehmen
Zurück zu den Ausgangsfragen WARUM … keine fehlerfreie Paradieswelt? Das erklärt warum Gott nicht allmächtig sein WIE … kann der Mensch autonom gedacht werden? kann. • WEIL ER NICHT KONNTE! • Er konnte nur das Vorgegebene ordnen und „starten“ • Der Mensch ist als Krone der Evolution extrem leid – und damit auch extrem wertefähig. • Gott erhält den Menschen, hat aber keine Verfügungsmacht. Aber ist der Gott der WARUM … den Umweg der Evolution? auch Prozesstheologen kein allgütiger? • Da die Chaoswelt noch nicht in sich vollkommen war… • Es musste eine Selektion zur Optimierung erfolgen.
Die prozesstheologische Allgüte
Die prozesstheologische Allgüte Ansatz: Prämisse der Allmacht wird aufgeben -> Gott kann Leid nicht verhindern, auch wenn er es wollte. Verantwortung von Leid Geschöpfe Gutes Schlechtes Gott -> Ermöglichungsbedingungen für bewusstes Empfinden (Welt und Evolution -> Gehirn) -> Güte Gottes
Die prozesstheologische Allgüte Gottes im Rahmen moralischer Übel -> Intention eines gütigen Wesens ist es nicht, Leid zu verhindern, sondern Gutes zu bewirken vollkommene Allgüte? -> Unterlass von der Erschaffung eines Zustandes, der Werte hervorbringen kann -> Vergehen/Schuld -> Gott ist zwar für die Erschaffung von Ermöglichungsbedingungen verantwortlich, aber schuldig wäre er erst, wenn er dies unterlassen hätte. -> Trennung von Verantwortung und Schuld -> Beurteilung, ob dieses Leid das Gute rechtfertigt, überbleibt Gott
Die natürlichen Übel Unvollkommenheit der Schöpfung primordiale Materie A B A Prämisse: Materie kann sich in einem begrenzten Rahmen zwischen zwei Alternativen entscheiden. A = gut („lure“), B = schlecht B A B A Orkan, Tsunami
Der Überredungsspielraum Gottes Objekte mit niedriger Selbstbestimmung A B geringer Spielraum für Überredung -> Effekt braucht Zeit A Objekte mit hoher Selbstbestimmung B Ansammlungen von Objekten großer Spielraum für Überredung -> zeitnaher Effekt kein dominantes Individuum, kein Bezugspunkt für Überredung
Prozesstheodizee - Kritik -> Vorteil: Einbettung der Evolution: weniger komplexe Dinge haben keinen großen Entscheidungs und Handlungsspielraum, daher braucht die Entwicklung komplexer Systeme Zeit ? Wäre angesichts der Grausamkeit der Evolution eventuell eine andere Alternative rein logisch denkbar? Kritikpunkt 1: Bilanzierung von Werteermöglichung und Leidrisiko: - Leid und Glück ist keine kollektivierbare Größe, es wird nur im individuellen Bewußtsein erfahren Kritikpunkt 2: die unnötige (? ) Preisgabe der Allmacht: - metaphysische Notwendigkeiten gelten für alle möglichen Welten, auch für eine eschatologische. ? finale Überwindung allen Leids – Grundhoffnung aller Christen auf ein Leben danach?
Prozesstheodizee - Kritik Preisgabe der Prämisse der Allmacht Gü te? Gott kann nicht, will aber Gott könnte, macht aber nicht immer Preisgabe der Prämisse der Allgüte weniger gütiger Gott noch weniger gütiger Gott Zusatzüberlegungen [. . . ] Teufel?
Prozesstheodizee - Kritik -Warum greift ein demnach gütiger Gott nicht ein? Was sind Gründe? ? ? > Grenze des Einschreitens und des Lassens? schlimmstes Übel 2. schlimmstes Übel 3. schlimmstes Übel 2. schlimmstes Übel ? -> individuelle Maßstäbe -> nach trad. Verständnis schuf Gott ein Gegenüber. Unablässiges Eingreifen würde es zu einem Teil seiner selbst machen, was er will Folge wäre Mangel an Autonomie der Welt Gott will freiheitlich liebende Welt Ist das Zugeständnis an die Menschen sich frei zu entscheiden wirklich eine Begrenzung der gött -> Schaffung von Wesen mit Handlungsspielraum = Wahrnehmung der eigenen Allmacht zur Erschaffung freier Wesen -> keine Begrenzung im Schöpfungsprozess durch die Welt, in d Gott der Liebe und Überredung den Vorzug einräumt und auf Zwang verzichtet, zeigt sich die All
Literatur - A. Kreiner, Das wahre Antlitz Gottes oder was wir meinen, wenn wir Gott sagen, Freiburg 2006 - D. R. Griffin, Evil Revisited. Responses and Reconsiderations, Albany 1991.



















