Wie grnde ich eine Stiftung Die ersten Schritte

















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Wie gründe ich eine Stiftung? Die ersten Schritte bis zur Anerkennung durch die Stiftungsbehörde Zweiter Saarländischer Stiftungstag am 15. November 2013 Susanne Hellenthal, Ministerialrätin
Vorfrage: Ist die (rechtsfähige) Stiftung die richtige Rechtsform für mein Vorhaben?
(Rechtsfähige) Stiftung VORTEILE: • allein vom Stifter festgelegte Struktur u. Organisation • dauerhaft festgelegt • Gewährleistung des Stifterwillens durch Aufsicht (-) bei nicht rechtsfähigen Stiftungen NACHTEILE • Aufsicht • relativ großes Ausgangskapital • Unantastbarkeit des Grundstockvermögens Alternativen: • Zustiftungen/Spende • Verein • Treuhandstiftung • Fonds in Dachstiftung viel Geld erforderlich, um nachhaltig Wirkungen zu erzielen, insbesondere bei aktueller Zinslage
Wenn die rechtsfähige Stiftung die „richtige“ Rechtsform ist → Ø ist eine Stiftungsgründung zu Lebzeiten der Stiftungsgründung von Todes wegen vorzuziehen Ø Idealerweise begleitet der Stifter nicht nur die Stiftungsgründung, sondern auch die Stiftungsarbeit
1. Schritt: Entwurf von Satzung und Stiftungsgeschäft keine „saarländische Mustersatzung“
Festlegung des Stiftungszwecks – Orientierung an der AO bei gemeinnützigem Stiftungszweck – vorgestellte konkrete Realisierung: „insbesondere verwirklicht durch …“ = für Stifter wesentliche Varianten der Zweckverwirklichung → Der Zweck muss in Relation zum Stiftungsvermögen festgelegt werden, da Anerkennungsvoraussetzung eine „dauerhafte und nachhaltige Zweckverwirklichung aus Erträgen des Stiftungsvermögens“ ist.
Exkurs: Stiftungsvermögen • unantastbares Grundstockvermögen ↔ Erträge für Zweckverwirklichung • kein gesetzlich festgelegter Mindestbetrag in der Praxis grundsätzlich mind. 50. 000, - € Ø (kein) Vertrauen auf Zustiftungen Dritter • Bargeld • Immobilien Bewertung erforderlich! • Unternehmensbeteiligungen Wert, Erträge, Kosten • Kunstobjekte • … Ø vernünftiges, seriöses Konzept bzgl. zu erwartenden Einnahmen, Ausgaben, Zweckverwirklichungsmöglichkeit, Kosten
Festlegung der Stiftungsorgane • Festlegung der Struktur – ein- oder mehrgliedrige Organstruktur – Aufgabenverteilung: geschäftsführendes Organ Kontrolle? Beratung? – Organmitglieder: Wer soll in die Organe? • wesentlich für (dauerhaften) Erfolg der Stiftung! • Möglichkeiten: Ø geborene Mitglieder - z. B. Stifter, Pfarrer, Bürgermeister, … Ø von Institutionen entsandte Mitglieder (z. B. Verein. XY, Gemeinderat) Ø durch Stiftungsorgan gewählte Mitglieder - nach Kompetenzen (z. B. Juristen, Finanz- oder Zweckbereich, aus dem Destinatärkreis) - frei bestimmbar Ø Kombination der vg Möglichkeiten
Festlegung der Satzungsänderungsvoraussetzungen • differenzieren nach: – den Stiftungszweck betreffende SÄ → (relativ) enge Voraussetzungen, aber u. U. sinnvoll, insbes. Zweckerweiterungen vereinfacht zuzulassen; – den Zweck nicht betreffende SÄ → ggfs. geringere Anforderungen klare Regelung bzw. Übernahme der Regelung des SStift. G → bei Regelung ohne materiellen Gehalt regelmäßig fraglich, ob Stifter SÄ an inhaltliche Voraussetzungen nach SStift. G wollte oder inhaltlich völlig freie SÄ in Grenzen des Stifterwillens! • Stifterwille ist bei jeder Satzungsänderung zu beachten
Stiftungsgeschäft verbindliche, schriftliche Erklärung über eine Vermögenswidmung für einen bestimmten Zweck • zwingender Inhalt gemäß § 81 BGB: Ø Name Ø Sitz Ø Zweck Ø Vermögen Ø Regelung zur Vorstandsbildung • sinnvolle Ergänzung Ø Benennung der (ersten) Organmitglieder
2. Schritt: Abstimmung mit der Stiftungsbehörde „Saarländische Praxis“: • zunächst kein formeller Antrag auf Anerkennung - erspart unnötige Gremienbeschlüsse, Kosten, formellen Aufwand • frühe Kontaktaufnahme zwecks Abstimmung (bevorzugt mit Stifter) der Satzung und des Stiftungsgeschäfts Ziel der Abstimmung → rechtlich korrekte und schlüssige Satzung → Stifterwille muss sich in der Satzung widerspiegeln
3. Schritt: Abstimmung mit dem zuständigen Finanzamt • zuständig: Finanzamt des Stiftungssitzes • Abstimmungsbedarf insbes. der den Zweck, die Vermögensverwendung sowie den Vermögensanfall betreffenden Vorschriften • Feststellung (bescheid), dass die Satzung den Anforderungen der AO für eine (spätere)Anerkennung der Gemeinnützigkeit entspricht • Änderungswünsche des FA stiftungsrechtlich (meist)unproblematisch
4. Schritt: förmlicher Anerkennungsantrag bei der Stiftungsbehörde • Zuständige Stiftungsbehörde für Stiftungen mit Sitz im Saarland (vgl. § 80 BGB i. V. m §§ 3 und 2 SStift. G): Ministerium für Inneres und Sport → einzureichende Unterlagen: üAntrag auf Anerkennung üSatzung in zweifacher Ausfertigung üStiftungsgeschäft im Original üFreistellungsbescheinigung des FA üevtl. Anlagen (Verträge, Vermögensauflistung, Gutachten)
5. Schritt: Erlangung der Rechtsfähigkeit Ø förmliche Anerkennung als rechtsfähige Stiftung (Anerkennungsurkunde) Ø zeitlicher Rahmen: bei im Vorfeld abgestimmter Stiftungsgründung i. d. R. ca. 3 -4 Wochen nach Antragstellung Ø „Folgeschritte“ durch Stiftungsbehörde veranlasst • • • Aufnahme im Stiftungsverzeichnis Bekanntmachung im Amtsblatt Meldung an Finanzamt/Erbschaftssteuerstelle durch Stiftung veranlasst • • • Nachweis der Vermögensübertragung Anerkennungsbescheid Gemeinnützigkeit Erreichbarkeitsdaten
Ausblick: • Verpflichtungen rechtsfähiger gemeinnütziger Stiftungen : – jährliche Rechnungslegung und Tätigkeitsbericht – Anzeige der Zusammensetzung/Änderung der vertretungsberechtigten Organe – Satzungsänderungen nur bei Genehmigung durch Stiftungsbehörde (Antragsverfahren) • Vertretungsbescheinigungen • nicht gemeinnützige rechtsfähige Stiftungen unterliegen nur der eingeschränkten Rechtsaufsicht der Stiftungsbehörde
Kontaktdaten • MR´in Susanne Hellenthal 0681 / 501 -2660 • RB Michael Habermann 0681 / 501 -2675 • RR´in Daniela Rupp 0681 / 501 -2024 • stiftung@innen. saarland. de
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