REPORTAGE SPRACHLICHE MERKMALE Dezember 2015 Die Sprache untersttzt

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REPORTAGE SPRACHLICHE MERKMALE Dezember 2015

REPORTAGE SPRACHLICHE MERKMALE Dezember 2015

 • Die Sprache unterstützt alle inhaltlichen, formalen und thematischen Merkmale, und die des

• Die Sprache unterstützt alle inhaltlichen, formalen und thematischen Merkmale, und die des Aufbaus. • konkret und anschaulich • keine Nacherzählung, keine chronologisch wiedergegebenen Ereignisse • keine Schlussfolgerungen des Reporters • Gefühle - "vom Kopf zum Bauch" • der Reporter ist vor Ort, er überträgt Sinneseindrücke

 • Tempora: meist Präsens, Präteritum und andere Vergangenheitstempora für Rückblenden • Rhythmus, Tempo

• Tempora: meist Präsens, Präteritum und andere Vergangenheitstempora für Rückblenden • Rhythmus, Tempo des Textes: durch Satzlänge, die auch dem Inhalt angepasst ist. Es soll Spannung erzeugt werden. • Sparsamer Umgang mit rhetorischen Figuren

 • Rhetorische Figuren zum Ausdruck der Überraschung - Antithese, Paradoxon • Veranschaulichung: Klimax,

• Rhetorische Figuren zum Ausdruck der Überraschung - Antithese, Paradoxon • Veranschaulichung: Klimax, Parallelismus • Ironie und Metapher - selten vertreten, da sie verschleiern und ablenken, ebenso Phraseologismen und Synonyme • Substantive, aber nicht Substantivierungen • Adjektive, aber nicht Häufung von Adjektiven • so wenig wie möglich: Abkürzungen, Fachjargon, Schachtelsätze. • Fachbegriffe müssen verständlich sein, erklärt oder ersetzt werden

 • Charakterisierung von Personen: wesentliche Details und markante Merkmale • Wichtig: Authentizität erzeugen

• Charakterisierung von Personen: wesentliche Details und markante Merkmale • Wichtig: Authentizität erzeugen • Sprache soll dem Thema angepasst sein, nicht zu abstrakt, eher sinnlich und atmosphärisch • Adjektive beschreibend, und nicht kommentierend • Jeder Satz soll die Geschichte vorantreiben, die Sätze sollen aufeinander bezogen sein, sodass der Lesefluss nicht gehemmt wird. • Zitate: originell, sinngetreu und glaubhaft

 • Erster Absatz: soll zum Weiterlesen verleiten, führt in die Geschichte ein, gibt

• Erster Absatz: soll zum Weiterlesen verleiten, führt in die Geschichte ein, gibt das Thema vor; gibt oft auch sprachlich den Ton an. • Hauptprotagonist(en) • Schluss, letzter Absatz: überraschend, nicht zu belehrend, thematisch abgeschlossen und abgerundet. • Auch szenischer Schluss möglich

ERSTER ABSATZ • Nennen wir ihn Dirk. Er ist stellvertretender Teamleiter. Er wird mich

ERSTER ABSATZ • Nennen wir ihn Dirk. Er ist stellvertretender Teamleiter. Er wird mich in den nächsten zwei Wochen fertigmachen. » Mitkommen «, sagt er und eilt in ein Büro gleich neben der Getränkeabteilung. Dirk hat keine Zeit für Begrüßungsfloskeln, diktiert mir nur schnell die Bedingungen: 6, 50 Euro die Stunde, der Job ist Akkordarbeit. » Du hast eineinhalb Stunden für eine Palette Zeit. Wenne das nich schaffst, musste gehen «, sagt er. Ich verspreche, Vollgas zu geben. Bei Dirk hinterlässt das wenig Eindruck. » Warte, bis der Chef da ist, der reißt dir den Arsch auf. « Nächste Woche kann ich anfangen: als Regaleinräumer der Teamwork – Die Büttgen Gmb. H in einem Kölner Rewe-Supermarkt. Glaubt man der Bundesregierung, dürfte es solche Beschäftigten wie mich bei den Supermarktketten gar nicht mehr geben.

LETZTER ABSATZ • Nach einer Woche kündige ich bei Teamwork. Zum Abschied droht mir

LETZTER ABSATZ • Nach einer Woche kündige ich bei Teamwork. Zum Abschied droht mir eine Mitarbeiterin am Telefon mit juristischen Folgen und Schadensersatz. Ich müsse die Kündigungsfrist von zwei Wochen einhalten und zur Arbeit kommen. Ich schicke daraufhin eine zweite Kündigung – außerordentlich und fristlos. Dem Grund, den ich nenne, haben auch die Teamwork-Juristen nichts entgegenzusetzen: 6, 50 Euro – dieser Lohn ist sittenwidrig.