Kontrolle Methoden EwertWagenhofer 2002 Alle Rechte vorbehalten Ziele

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Kontrolle Methoden © Ewert/Wagenhofer 2002. Alle Rechte vorbehalten!

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Ziele n Analyse der Funktionen von Kosten- und Erlöskontrolle n Aufzeigen der Probleme von

Ziele n Analyse der Funktionen von Kosten- und Erlöskontrolle n Aufzeigen der Probleme von Abweichungsanalysen und ihrer Aussagekraft Darstellung der verschiedenen Methoden von Abweichungsanalysen n Ermittlung und Diskussion typischer Kosten- und Erlösabweichungen n 7. 2

Kontrolle und Abweichungsursachen n Kontrolle: Gegenüberstellung von Sollgrößen und realisierten Größen, Ermittlung von Abweichungen

Kontrolle und Abweichungsursachen n Kontrolle: Gegenüberstellung von Sollgrößen und realisierten Größen, Ermittlung von Abweichungen sowie Auswertung m m Nicht kontrollierbare Abweichungen Unvorhersehbare Zufallsereignisse n Überbetriebliche Ereignisse (höhere Gewalt, Wirtschaftskrise. . . ) n Zwischenbetriebliche Ereignisse (Konkurrenz, Markteinbruch. . . ) n Innerbetriebliche Ereignisse (Schäden an Anlage, . . . ) Kontrollierbare Abweichungen Vermeidbare Abweichungen Hauptaugenmerk der Kontrolle Abweichungsursachen Planungsfehler Realisationsfehler Fehlerhafte Situationsbeschreibung, Prognosefehler Unbeabsichtigte Fehler Beabsichtigte Fehler Auswertungsfehler Fehler bei Istgrößenermittlung, Abweichungserrechnungsfehler, Interpretationsfehler 7. 3

Funktionen der Kontrolle (1) n Entscheidungsfunktion Verbesserung künftiger Planungs- und Entscheidungsprozesse (Lernfunktion) n Mehrperiodige

Funktionen der Kontrolle (1) n Entscheidungsfunktion Verbesserung künftiger Planungs- und Entscheidungsprozesse (Lernfunktion) n Mehrperiodige Unternehmenssituation n Entscheidungen und Umweltsituationen in früheren Perioden entfalten Auswirkungen in Folgeperioden m Verbesserung der Planung künftiger Perioden m Setzen von Maßnahmen zur Vermeidung künftiger Abweichungen n Verhaltenssteuerungsfunktion Koordination dezentral getroffener Entscheidungen, erforderlich durch n Zielkonflikte zwischen Entscheidungsträger(n) und Unternehmensleitung n Asymmetrisch verteilte Information – Informationsvorsprung der Bereichsleiter gegenüber Unternehmensleitung – Zentrale kann Aktivitäten nicht direkt beobachten 7. 4

Funktionen der Kontrolle (2) n Verhaltenswirkung ist in Zusammenhang mit Organisation und Personalführung zu

Funktionen der Kontrolle (2) n Verhaltenswirkung ist in Zusammenhang mit Organisation und Personalführung zu sehen 7. 5

Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen - Überblick Aufstellung des Kontrollfeldes Bestimmung Sollund Istgrößen Vergleich Soll-

Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen - Überblick Aufstellung des Kontrollfeldes Bestimmung Sollund Istgrößen Vergleich Soll- und Istgrößen Aufspaltung in Einzelabweichungen Auswertung der Ergebnisse 7. 6

Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen (1) n Aufstellung des Kontrollfeldes Weitgehend aus Erfahrung, Wirtschaftlichkeitsprinzip m

Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen (1) n Aufstellung des Kontrollfeldes Weitgehend aus Erfahrung, Wirtschaftlichkeitsprinzip m Kontrollobjekte zu kontrollierende Aktivitäten bzw Sachverhalte m Kontrollausmaß geschlossener oder partieller Soll-Ist-Vergleich m Kontrollhäufigkeit Zeitabstände zwischen Kontrollen 7. 7

Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen (2) n Bestimmung der Sollgrößen (1) m Istgrößen des Unternehmens

Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen (2) n Bestimmung der Sollgrößen (1) m Istgrößen des Unternehmens aus früherer Periode (Zeitvergleich) – Schmalenbach; Vergleich „Schlendrian mit Schlendrian“ – Philosophie des continuous improvement m Normalisier te Größen als Durchschnitt von Istgrößen früherer Perioden – Beseitigung von Ausreißern m Istgrößen "vergleichbarer" Unternehmen (Betriebsvergleich) – Welche Unternehmen vergleichbar? – Welche Schlüsse möglich? – Definition und Detaillierungsgrad der Sollgrößen beim Vergleichsunternehmen m Plangrößen als Prognosegrößen – Prognosegrößen auch für Unternehmensplanung relevant – Prognosegrößen beinhalten erwartete Unwirtschaftlichkeiten 7. 8

Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen (3) n Bestimmung der Sollgrößen (2) n Plangrößen als Standardgrößen

Grundsätzliche Konzeption von Kontrollrechnungen (3) n Bestimmung der Sollgrößen (2) n Plangrößen als Standardgrößen Basis: Feste Preise (Verrechnungspreise) Normalgrößen: Normalbeschäftigung, Normalverbrauch (Vereinfachung der Planung) Optimalgrößen: Basis künftiger optimaler Bedingungen Verhaltensorientierte Größen: Verhaltenswissenschaftliche Überlegungen (z. B Anspruchsniveautheorie) Ökonomische Überlegungen (rationale Entscheidungsträger) n Bestimmung Istgrößen m Identisch zu Sollgrößen – Problem der Erfaßbarkeit der Istgrößen bei Sollgrößen zu beachten – Fixkostenproblematik: Arbeitshypothese: Abweichungen nur bei variablen Kosten 7. 9

Anspruchsniveautheorie (1) n Anspruchsniveau Jenes Ziel, dessen Erreichung vom Entscheidungsträger erhofft wird (subjektives Erfolgsgefühl)

Anspruchsniveautheorie (1) n Anspruchsniveau Jenes Ziel, dessen Erreichung vom Entscheidungsträger erhofft wird (subjektives Erfolgsgefühl) n Grundidee Reduktion Sollkosten zunächst Erhöhung Anspruchsniveau und Leistung bei weiterer Reduktion geringere Steigerung bis Sinken des Anspruchsniveaus 7. 10

Anspruchsniveautheorie (2) k = gesetztes Istkostenniveau E(k) = subjektives Erfolgsgefühl M(k) = subjektives Mißerfolgsgefühl

Anspruchsniveautheorie (2) k = gesetztes Istkostenniveau E(k) = subjektives Erfolgsgefühl M(k) = subjektives Mißerfolgsgefühl p(k) = Erfolgswahrscheinlichkeit W(k) = subjektiver Erfolgs-Mißerfolgs-Gefühls-Erwartungswert k* = Kostenvorgabe B(k-k*) = Belohnung (Bestrafung) (1) Keine Kostenvorgabe (2) Mit Kostenvorgabe 7. 11

Anspruchsniveautheorie (3) Kostenniveau B(k - k*) ? k 1 2 3 4 5 6

Anspruchsniveautheorie (3) Kostenniveau B(k - k*) ? k 1 2 3 4 5 6 kn Fälle kn = durchschnittlich erzielbares Kostenniveau ohne Kostenvorgabe k* = Kostenvorgabe ka = Anspruchsniveau (mit Berücksichtigung von k*) k = das jeweils realisierte Istkostenniveau 7. 12

Implikationen der Verhaltensbetrachtungen n n n Entscheidungsfunktion und Verhaltenssteuerungsfunktion können verschiedene Sollgrößen erfordern Produktions-

Implikationen der Verhaltensbetrachtungen n n n Entscheidungsfunktion und Verhaltenssteuerungsfunktion können verschiedene Sollgrößen erfordern Produktions- und kostentheoretische Zusammenhänge sind nicht die einzigen Grundlagen für Kostenprognosen Verhaltensorientierte Aspekte sind ebenfalls bei Kostenprognosen zu beachten Verhaltensaspekte betonen die individuelle Motivationsstruktur der Mitarbeiter, daher starke situative Ahängigkeit Das Anreizsystem B(k - k*) spielt offenbar auch bei verhaltensorientierten Ansätzen eine zentrale Rolle, wird aber nicht explizit thematisiert Die obigen Implikationen gelten analog auch für andere Kontrollobjekte 7. 13

Abweichungsanalysen: Bezugssystem (1) Ist-Soll- oder Soll-Ist- Vergleich? (“Grundkonzept”) n Gesamtabweichung strukturierbar als: m Soll

Abweichungsanalysen: Bezugssystem (1) Ist-Soll- oder Soll-Ist- Vergleich? (“Grundkonzept”) n Gesamtabweichung strukturierbar als: m Soll Kostenerhöhung positives Vorzeichen haben Ist-Soll Vergleich m Interpretation am Unternehmensziel n Soll-Ist-Vergleich für Kostenabweichung, Ist-Soll-Vergleich für Deckungsbeitrags- oder Gewinnabweichung oder n Ist-Soll-Vergleich für alle Teilabweichungen 7. 14

Abweichungsanalysen: Bezugssystem (2) n Bezugsbasis Unterschied formal bedeutsam bei Angabe der Abweichung als Prozentsatz

Abweichungsanalysen: Bezugssystem (2) n Bezugsbasis Unterschied formal bedeutsam bei Angabe der Abweichung als Prozentsatz der Basis! Materielle Unterschiede bei der Aufspaltung in Einzelabweichungen (Gewichtung) Istbezugsgröße eher für Abweichungen aus nicht kontrollierbaren Ursachen ð Entscheidungsfunktion m Planbezugsgröße eher für Abweichungen aus kontrollierbaren Ursachen ð Verhaltenssteuerung m n In weiterer Folge Ist-Soll-Vergleiche mit Planbezugsgrößen 7. 15

Bezugssysteme - Beispiel rp = 10 ri = 12 qp = 21 qi =

Bezugssysteme - Beispiel rp = 10 ri = 12 qp = 21 qi = 20 Plankosten Kp = rp × qp = 210 Istkosten Ki = ri × qi = 240 Ist-Soll-Vergleich mit Planbezugsgrößen = 2 21 + 10 (-1) + 2 (-1) = 42 - 10 - 2 = +30 Ist-Soll-Vergleich mit Istbezugsgrößen = 2 20 + 12 (-1) - 2 (-1) = 40 - 12 + 2 = +30 7. 16

Bezugssysteme - Beispiel. . . Beispiel rp = 10 ri = 12 qp =

Bezugssysteme - Beispiel. . . Beispiel rp = 10 ri = 12 qp = 21 qi = 20 Plankosten Kp = rp × qp = 210 Istkosten Ki = ri × qi = 240 Soll-Ist-Vergleich mit Planbezugsgrößen = (-2) 21 + 10 1 - (-2) 1 = -42 + 10 + 2 = -30 Soll-Ist-Vergleich mit Istbezugsgrößen = (-2) 20 + 12 1 + (-2) 1 = -40 + 12 - 2 = 30 7. 17

Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (1) n Nutzen einer Aufspaltung Gesamtabweichung für sich wenig aussagekräftig

Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (1) n Nutzen einer Aufspaltung Gesamtabweichung für sich wenig aussagekräftig m Wertmäßige Abweichungsermittlung dient Wirtschaftlichkeitsüberlegungen m n Voraussetzungen Funktionaler Zusammenhang zwischen Kosten und Einflußgrößen Bei Erlösfunktionen oft nur Schätzungen möglich ðPlankontrolle m Sollwerte für die Einflußgrößen liegen vor m Istwerte der Einflußgrößen werden ermittelt m n Aufspaltung der Gesamtabweichung Ist-Soll-Vergleich mit Planbezugsgrößen Gesamtabweichung Wünschenswert: Aufspaltung in Einzelabweichungen, die jeweils zurückzuführen sind auf Änderung einer Einflußgröße 7. 18

Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (2) n Aufspaltung bei additiver und multiplikativer Verknüpfung Additive Verknüpfung

Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (2) n Aufspaltung bei additiver und multiplikativer Verknüpfung Additive Verknüpfung und gegenseitige Unabhängigkeit der Einflußgrößen: Multiplikative Verknüpfung: Zwei Kosteneinflußgrößen: K(r, q) = Faktorpreis r · Faktormenge q 7. 19

Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (3) Abweichungen 1. Ordnung: Preis- und Mengenabweichung m Abweichung 2.

Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (3) Abweichungen 1. Ordnung: Preis- und Mengenabweichung m Abweichung 2. Ordnung, gemischte Abweichung: r· q m Aufspaltung zulasten einer Einzelabweichung: m r ri rp Preisänderung x Planmenge r·qp r· q Plankosten rp·qp Planpreis x Mengenänderung rp· q qp qi q 7. 20

Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (3) n Analyse der Einflußgrößen bei multiplikativer Verknüpfung Abweichung n.

Verursachungsgerechte Aufspaltung der Gesamtabweichung (3) n Analyse der Einflußgrößen bei multiplikativer Verknüpfung Abweichung n. Ordnung: Differenzen zwischen Ist- und Sollwert von n Einflußgrößen. Alle Abweichungen höher als 1. Ordnung sind durch Änderung mehrerer Einflußgrößen entstanden Beispiel: v. . . Direktverbrauchskoeffizient b. . . Beschäftigung der Kostenstelle K = r·v·b Keine verursachungsgemäße Aufspaltung möglich, wenn gemischte Ableitungen der Kosten nach mindestens zwei Einflußgrößen nicht verschwinden: 7. 21

Methoden der Abweichungsanalyse (1) Wesentlichste Methoden Differenzierte Methode n Alternative Methode n Kumulative Methode

Methoden der Abweichungsanalyse (1) Wesentlichste Methoden Differenzierte Methode n Alternative Methode n Kumulative Methode n Symmetrische Methode n Min-Methode n n Differenzierte (differenziert-kumulative) Methode Gesonderter Ausweis von Abweichungen höherer Ordnung n Alternative Methode Bei Berechnung der Einzelabweichungen Annahme, daß nur eine Einflußgröße von Istwert auf Planwert gesetzt wird Summe der Einzelabweichungen ungleich Gesamtabweichung Variante 1: Jede Teilabweichung enthält Abweichungen höherer Ordnung Variante 2: Keine Teilabweichung enthält Abweichungen höherer Ordnung 7. 22

Methoden der Abweichungsanalyse (2) n Kumulative Methode Den Einzelabweichungen werden unterschiedlich viele Abweichungen höherer

Methoden der Abweichungsanalyse (2) n Kumulative Methode Den Einzelabweichungen werden unterschiedlich viele Abweichungen höherer Ordnung zugewiesen ðSummengleichheit Einzelabweichungen - Gesamtabweichung 1. Festlegung der Reihenfolge der Einflußgrößen 2. Berechnung der Einzelabweichungen: m 1. Einzelabweichung analog zur alternativen Methode m Weitere Einzelabweichungen werden von jeweils letzter Differenzgröße als neuer Sollgröße berechnet Laufende Durchnumerierung dieser Sollgrößen Abweichungen höherer Ordnung stärker bei zuerst ermittelten Abweichungen enthalten 7. 23

Methoden der Abweichungsanalyse (3) n Symmetrische Methode Abweichungen höherer Ordnung werden zu gleichen Teilen

Methoden der Abweichungsanalyse (3) n Symmetrische Methode Abweichungen höherer Ordnung werden zu gleichen Teilen auf Abweichung erster Ordnung aufgeschlagen Keine zwingende Begründung dieser Annahme möglich Bei zwei multiplikativ verknüpften Einflußfaktoren mit K = Faktorpreis r · Faktormenge q 7. 24

Methoden der Abweichungsanalyse (4) n Min Methode Grundsätzlich separater Ausweis von Abweichungen höherer Ordnung

Methoden der Abweichungsanalyse (4) n Min Methode Grundsätzlich separater Ausweis von Abweichungen höherer Ordnung Unterschied zur differenzierten Methode durch spezifische Regel zur Wahl der Bezugsgrößen, mit denen die Veränderungen von Kosteneinflussgrößen gewichtet werden. Gewichtung von -Größen richtet sich jetzt nach dem Minimum der jeweils noch verbleibenden Kosteneinflussgrößen 7. 25

Methoden der Abweichungsanalyse (5) Die Gesamtabweichung ist : Fall 1: Alle Istgrößen übersteigen die

Methoden der Abweichungsanalyse (5) Die Gesamtabweichung ist : Fall 1: Alle Istgrößen übersteigen die Plangrößen Fall 2: Alle Istgrößen unterschreiten die Plangrößen. Die Summe der Abweichungen 1. Ordnung nach der Min-Methode ist dann Fall 3: Unterschiedliche Veränderungen der Einflußgrößen. Angenommen, (r i > r p), während die Istmenge die Planmenge unterschreitet (q i < q p). keine Abweichungen höherer Ordnung 7. 26

Methoden der Abweichungsanalyse Beispiel (1) Faktorpreis Faktormenge Planwert r p = 200 q p

Methoden der Abweichungsanalyse Beispiel (1) Faktorpreis Faktormenge Planwert r p = 200 q p = 300 Istwert r i = 280 q i = 400 Gesamtabweichung als Ist-Soll-Vergleich: K i = 280· 400 = 112. 000 K p = 200· 300 = 60. 000 K = 52. 000 Differenzierte Methode: Preisabweichung: rq p = 80 · 300 = 24. 000 Mengenabweichung r p q = 200 · 100 = 20. 000 Abweichung 2. Ordnung: r q = 80 · 100 = 8. 000 Alternative Methode: (1) ausgehend von den Istkosten K i: Preisabweichung: 112. 000 - 200 · 400 = 32. 000 Mengenabweichung: 112. 000 - 280 · 300 = 28. 000 7. 27

Methoden der Abweichungsanalyse Beispiel (2) ausgehend von den Plankosten K p: Preisabweichung: 280 ·

Methoden der Abweichungsanalyse Beispiel (2) ausgehend von den Plankosten K p: Preisabweichung: 280 · 300 - 60. 000 = 24. 000 Mengenabweichung: 200 · 400 - 60. 000 = 20. 000 Kumulative Methode: (1) Abspaltung zunächst der Preisabweichung: 112. 000 - 200 · 400 = 32. 000 Mengenabweichung: 200 · 400 - 60. 000 = 20. 000 (2) Abspaltung zunächst der Mengenabweichung: 112. 000 - 280 · 300 = 28. 000 Preisabweichung: 280 · 300 - 60. 000 = 24. 000 7. 28

Methoden der Abweichungsanalyse Beispiel (3) Symmetrische Methode: Preisabweichung: rq p + ( r q)/2

Methoden der Abweichungsanalyse Beispiel (3) Symmetrische Methode: Preisabweichung: rq p + ( r q)/2 = 28. 000 p Mengenabweichung: r q + ( r q)/2 = 24. 000 7. 29

Methoden der Abweichungsanalyse “Eigenartige” Wirkungen Kann die Methode sogar die ausgewiesene Wirkungsrichtung beeinflussen? Symmetrische

Methoden der Abweichungsanalyse “Eigenartige” Wirkungen Kann die Methode sogar die ausgewiesene Wirkungsrichtung beeinflussen? Symmetrische Methode, (wenigstens) 3 Einflußfaktoren: Beispiel: Verbrauchsabweichung 7. 30

Wahl der zweckmäßigsten Methode (1) n Orientierung an Funktion m Entscheidungsfunktion ðalle Einzelabweichungen werden

Wahl der zweckmäßigsten Methode (1) n Orientierung an Funktion m Entscheidungsfunktion ðalle Einzelabweichungen werden beachtet und gleichmäßig berechnet m Verhaltenssteuerungsfunktion ðfür Verantwortliche nachvollziehbare und akzeptable Ergebnisse n Vollständigkeit Summe Einzelabweichungen gleich Gesamtabweichung ð differenzierte, kumulative und symmetrische Methode 7. 31

Wahl der zweckmäßigsten Methode (2) n Invarianz Höhe der Einzelabweichungen unabhängig von Reihenfolge ð

Wahl der zweckmäßigsten Methode (2) n Invarianz Höhe der Einzelabweichungen unabhängig von Reihenfolge ð erfüllt bei differenzierter, alternativer und symmetrischer Methode ð Kumulative Methode: heuristische Regeln für Festlegung der Reihenfolge – Abweichungen mit exogen bestimmten Einflußgrößen: (echte) Beschäftigungsabweichung, (Faktor-) Preisabweichungen – Weniger „wichtige“ Abweichungen – Keine Änderung der einmal festgelegten Reihenfolge n Willkürfreiheit Zurechnung der Einzelabweichungen gemäß Verantwortungsbereich Abweichungen höherer Ordnung mit nicht beeinflußbaren Einflußgrößen sind nicht betreffenden Abweichungen 1. Ordnung anzulasten differenzierte Methode, alternative Methode auf Basis Plankosten 7. 32

Wahl der zweckmäßigsten Methode (3) n Koordinationsfähigkeit Auswertung Einzelabweichungen: Keine kompensierenden Effekte n ð

Wahl der zweckmäßigsten Methode (3) n Koordinationsfähigkeit Auswertung Einzelabweichungen: Keine kompensierenden Effekte n ð Einzelabweichungen ohne Abweichungen höherer Ordnung ð Trotzdem Überschneidungen in Abweichungen 1. Ordnung möglich Wirtschaftlichkeit und Praktikabilität ð Kosten bei EDV-Unterstützung bei allen Methoden nahezu gleich ð Unterschiedlich hoher Zeitaufwand für Erläuterung, Verstehen usw ð Nutzen: Eignung für Kontrollzwecke Am besten geeignet: Differenzierte Methode Am häufigsten verwendet: Kumulative Methode 7. 33

Kostenkontrolle Beschäftigungsabweichung n Plankostenrechnung zu Vollkosten: Fixkosten in Kostenstellenkosten enthalten Verrechnete Plankosten: y: Vektor

Kostenkontrolle Beschäftigungsabweichung n Plankostenrechnung zu Vollkosten: Fixkosten in Kostenstellenkosten enthalten Verrechnete Plankosten: y: Vektor der zur Beschäftigung b proportionalen Einflußgrößen Berechnung für limitationale Produktionsprozesse mit M Faktorarten Sollkosten: Beschäftigungsabweichung = m “Sogenannte Beschäftigungsabweichung” Verlauf proportional zum Beschäftigungsgrad 7. 34

Kostenkontrolle Beschäftigungsabweichung (2) n Grenzplankostenrechnung (Echte) Beschäftigungsabweichung m fremdbestimmt m Bei kumulativer Methode Aussonderung

Kostenkontrolle Beschäftigungsabweichung (2) n Grenzplankostenrechnung (Echte) Beschäftigungsabweichung m fremdbestimmt m Bei kumulativer Methode Aussonderung zu Beginn der Analyse 7. 35

Beschäftigungsabweichung und Nutzkosten/Leerkosten K Kosten K KV BA KS KS KV BA=Leerkosten KF BA

Beschäftigungsabweichung und Nutzkosten/Leerkosten K Kosten K KV BA KS KS KV BA=Leerkosten KF BA Leerkosten Nutzkosten Beschäftigung b 7. 36

Kostenkontrolle: Preisabweichung und Mengenabweichung n Preisabweichung: Variationen der Faktorpreise r Nicht kontrollierbare Einflüsse ðVerwendung

Kostenkontrolle: Preisabweichung und Mengenabweichung n Preisabweichung: Variationen der Faktorpreise r Nicht kontrollierbare Einflüsse ðVerwendung Prognosewerte m Einfluß möglich ðVerantwortungszuweisung ggf problematisch – Beschaffung großer Mengen zu Lasten Lagerkosten – Häufiger Wechsel der Lieferanten zu Lasten Qualität m n Erfassung der Preisabweichung Zugangsmethode: Lagerbestände zu Planpreisen m Abgangsmethode: Lagerbestände zu Istpreisen m n Mengenabweichung (Verbrauchsabweichung): Änderung v m Unwirtschaftlichkeiten, materialbedingte, auftragsbedingte oder mischungsbedingte Abweichungen Spezialabweichungen: m Veränderung Verhältnis Eigenfertigung - Fremdbezug m Einsatz anderer Produktionsanlagen m Seriengrößenabweichung: Änderung Rüstrelation m Intensitätsabweichung (nichtlinearer Einfluß) 7. 37

Weitere Anwendungen n Abweichungen der Rendite (ROI) 7. 38

Weitere Anwendungen n Abweichungen der Rendite (ROI) 7. 38

Kostenkontrolle: Induzierte Abweichungen Abweichungsinterdependenzen zwischen Kontrollobjekten n Organisatorische Verknüpfung der Kontrollobjekte Gut erfaßbar bei

Kostenkontrolle: Induzierte Abweichungen Abweichungsinterdependenzen zwischen Kontrollobjekten n Organisatorische Verknüpfung der Kontrollobjekte Gut erfaßbar bei mehrstufigen Produktionsprozessen k 1=r 1·v 1 Preisabweichung r 1 oder Mengenabweichung v 1 induziert Preisabweichung r 2 (Sekundärpreisabweichung) m Verbrauchsabweichung v 2 oder Beschäftigungsabweichung b 2 induziert Beschäftigungsabweichung b 1 m Keine Doppelverrechnungen von Abweichungen! m Schwierigkeiten, Anpassungsentscheidungen zu berücksichtigen (Substitution) m 7. 39

Erlösabweichung: Interdependenzen (1) n n Typischerweise keine technologisch bedingten Zusammenhänge Interdependenzen von Einflußgrößen Beispiel:

Erlösabweichung: Interdependenzen (1) n n Typischerweise keine technologisch bedingten Zusammenhänge Interdependenzen von Einflußgrößen Beispiel: Kostenfunktion K = 2+x Preis-Absatz-Funktion x = 20 -2 p Preis Absatzmenge Erlös Plan 5, 5 9, 0 49, 5 Ist 6, 6 7, 7 50, 82 Analyse ohne Berücksichtigung der Interdependenz Preis - Menge: Preisabweichung: p ·x p = (6, 6 - 5, 5) · 9 = Mengenabweichung: p p · x = 5, 5 · (7, 7 - 9) = Abweichung 2. Ordnung: p · x = (6, 6 - 5, 5) ·(7, 7 - 9) = Gesamtabweichung +9, 90 -7, 15 -1, 43 +1, 32 Interpretation problematisch 7. 40

Erlösabweichung: Interdependenzen (2) Analyse mit Berücksichtigung der Interdependenz Preis - Menge Annahme: Zuerst Preisfestlegung

Erlösabweichung: Interdependenzen (2) Analyse mit Berücksichtigung der Interdependenz Preis - Menge Annahme: Zuerst Preisfestlegung Preiserhöhung bewirkt Sinken der Nachfrage auf 1 x = 6, 8 - 9 = -2, 2 und 2 x = 7, 7 - 6, 8 = +0, 9 induzierte restliche Abweichungen Erlösänderung Mengenabw. 2. Ordnung Für das Beispiel: Preisabweichung: (6, 6 - 5, 5) · 9 + 5, 5 · (6, 8 - 9) = Mengenabweichung: 5, 5 · (7, 7 - 6, 8) = Abweichung 2. Ordnung: (6, 6 - 5, 5) ·(6, 8 - 9) + (6, 6 - 5, 5) ·(7, 7 - 6, 8) = Gesamtabweichung -2, 20 +4, 95 -1, 43 +1, 32 7. 41

Erlösabweichung: Externe und interne Abweichungen (1) n Hoher Einfluß nicht kontrollierbarer Größen Gesamtwirtschaftliche Größen

Erlösabweichung: Externe und interne Abweichungen (1) n Hoher Einfluß nicht kontrollierbarer Größen Gesamtwirtschaftliche Größen m Marktentwicklung m Verhalten der Kunden oder Konkurrenz m n Ermittlung des Effekts der intern bestimmbaren Größen Relativer Preis = Preis des Unternehmens /Branchenpreis pr = p/pm Für das Beispiel: Marktanteil = Absatzmenge des Unternehmens / Marktvolumen xr = x/xm Für das Beispiel: 7. 42

Erlösabweichung: Externe und interne Abweichungen (2) Erlösfunktion Branchenpreisabweichung: Marktvolumensabweichung: Abweichungen höherer Ordnung: 0, 34375

Erlösabweichung: Externe und interne Abweichungen (2) Erlösfunktion Branchenpreisabweichung: Marktvolumensabweichung: Abweichungen höherer Ordnung: 0, 34375 Sollgröße Marktanteil aufgrund Preisänderung: xs = 6, 8 Marketingeffektivitätsabweichung: Preiseffektivitätsabweichung: 7. 43

Erlösabweichung: Strukturabweichung (1) n Oft substitutive/komplementäre Beziehungen bzw Produkten Beispiel Planpreis p p Istpreis

Erlösabweichung: Strukturabweichung (1) n Oft substitutive/komplementäre Beziehungen bzw Produkten Beispiel Planpreis p p Istpreis p i Planabsatzmenge x p Planabsatzanteil Istabsatzmenge x i Istabsatzanteil Produkt 1 20 21 120 60% 110 50% Produkt 2 10 9 80 40% 110 50% Summe 200 100% 220 100% Isolierte Analyse der Produkte (kumulative Methode) Produkt 1: Preisabweichung: Mengenabweichung: Summe Produkt 2: Preisabweichung: Mengenabweichung: Summe (21 - 20) · 110 = +110 20 · (110 - 120) = -200 -90 (9 - 10) · 110 = -110 10 · (110 - 80) = +300 +190 Summe der Preisabweichungen: 0 Summe der Mengenabweichungen: +100 7. 44

Erlösabweichung: Strukturabweichung (2) n Aufspaltung der Mengenabweichung wie folgt: 7. 45

Erlösabweichung: Strukturabweichung (2) n Aufspaltung der Mengenabweichung wie folgt: 7. 45

Erlösabweichung: Strukturabweichung (3) Aufspaltung in Strukturabweichung und (Rest-)Mengenabweichung Sollgröße: Sollabsatzmenge bei gleichgebliebener Mengenrelation Strukturabweichung:

Erlösabweichung: Strukturabweichung (3) Aufspaltung in Strukturabweichung und (Rest-)Mengenabweichung Sollgröße: Sollabsatzmenge bei gleichgebliebener Mengenrelation Strukturabweichung: (Istabsatzmenge – Sollabsatzmenge bei Planabsatzanteil) ´ Planpreis (Rest-)Mengenabweichung: (Sollabsatzmenge bei Planabsatzanteil – Planabsatzmenge) ´ Planpreis Beispiel Produkt 1: Produkt 2: Strukturabweichung = 20 · (110 - 220 · 0, 6) = -440 (Rest-)Mengenabweichung = 20 · (220 · 0, 6 - 120) = +240 Summe -200 Strukturabweichung = 10 · (110 - 220 · 0, 4) = +220 (Rest-)Mengenabweichung = 10 · (220 · 0, 4 - 80) = +80 Summe +300 Strukturabweichung insgesamt = – 440 + 220 = -220 (Rest-)Mengenabweichung insgesamt = 240 + 80 = +320 Summe der Mengenabweichungen +100 7. 46

Strukturabweichung auf DB-Basis n Um bessere Einblicke in die Erfolgsstruktur zu erhalten, wird die

Strukturabweichung auf DB-Basis n Um bessere Einblicke in die Erfolgsstruktur zu erhalten, wird die Strukturanalyse zumeist auf DB-Basis empfohlen n Kann recht überraschende Wirkungen entfalten, wenn die kumulative Methode angewandt wird (wie in der Praxis oftmals üblich) Kumulative Methode, Reihenfolge: DB - Menge: Analog: Kumulative Methode, Reihenfolge: Menge - DB: 7. 47

Deckungsbeitragsabweichung n Aussagekräftiger als isolierte Betrachtung der Kosten und Erlöse, wenn Erlöse kausal mit

Deckungsbeitragsabweichung n Aussagekräftiger als isolierte Betrachtung der Kosten und Erlöse, wenn Erlöse kausal mit bestimmten Kosten verbunden m n Marketingmaßnahmen und andere Aktivitäten bewirken Änderungen bei Kosten und Erlösen Interpretationsschwierigkeiten Unterschiedliche Vorzeichen bei Istwerten und Planwerten möglich Beispiel: xp = 3. 000 dp = -15 xi = 2. 400 di = +3 Einzelabweichungen nach differenzierter Methode: Deckungsbeitragsabweichung: (d i - d p) ·x p = (3 + 15) · 3. 000 = +54. 000 Mengenabweichung: d p · (x i - x p) = -15 ·(2. 400 - 3. 000) = +9. 000 i p Abweichung 2. Ordnung: (d - d ) · (x - x ) = (3 + 15) · (2. 400 - 3. 000) = -10. 800 Gesamtabweichung: +52. 200 ð Positive Mengenabweichung trotz geringerer Istmenge dp negativ, deshalb wäre kurzfristig Nichtproduktion optimal gewesen 7. 48

Erlösabweichung: Empirische Ergebnisse Stichprobenerhebung bei Controllern/Managern deutscher mittelständischer Unternehmen (Witt (1990)) Durchschnittswerte aus siebenstufiger

Erlösabweichung: Empirische Ergebnisse Stichprobenerhebung bei Controllern/Managern deutscher mittelständischer Unternehmen (Witt (1990)) Durchschnittswerte aus siebenstufiger Skala: 1. . . „trifft überhaupt nicht zu“ ¯ 7. . . „trifft völlig zu“ Gute Ursachenoffenlegung Hohe Managementakzeptanz Guter Allgemeinüberblick Zu großer Umfang Inhaltlich zu anspruchsvoll 4, 2 2, 4 3, 1 6, 1 5, 4 Die meisten Befragten ohne oder mit wenig praktischer Erfahrung! 7. 49

Planungskontrolle n Ausgangspunkt: ex post-Plangröße Ks KS. . . Bestmögliche Plangröße unter aktuellen Bedingungen

Planungskontrolle n Ausgangspunkt: ex post-Plangröße Ks KS. . . Bestmögliche Plangröße unter aktuellen Bedingungen bzw Annahmen n Abgrenzung der Verantwortung zwischen Planabteilung und Realisierenden problematisch Ex post-Plangröße müßte Informationsstand des Verantwortlichen berücksichtigen m Plangröße nur für Beurteilung der Planung- oder Realisation m Informationskosten sind zu beachten Realisationsabweichungsermittlung hat wichtige Anreizwirkung zur Informationsnutzung n n Realisationshandlungen können Umweltentwicklung direkt beeinflussen Je kürzer der Planungshorizont, desto weniger wahrscheinlich Planabweichungen 7. 50

Beispiel Verhältnisse zum Planungszeitpunkt Der realisierte Gewinn sei: Gi = 150. 000 Zum Kontrollzeitpunkt

Beispiel Verhältnisse zum Planungszeitpunkt Der realisierte Gewinn sei: Gi = 150. 000 Zum Kontrollzeitpunkt wird mit folgenden Annahmen gerechnet Ex-post-Kontrolle: 7. 51