Histologie der mnnlichen Geschlechtsorgane II Nebenhoden Samenleiter Samenblase
Histologie der männlichen Geschlechtsorgane II. Nebenhoden, Samenleiter, Samenblase, Prostata, Penis Prof. Dr. Pál Röhlich ÁOK, 8. -10. 04. 2019
Ductuli efferentes testis Im Kopf des Nebenhodens. Kanälchen mit alternierenden Gruppen von hochprismatischen Zellen (mit Kinocilien und Mikrovilli) und isoprismatischen Epithelzellen: wellige luminale Oberfläche. Wand: Myofibroblasten. Funktion: Spermientransport, Wasserentzug.
Ductus epididymidis, (Nebenhodengang) Im Körper und Schwanz des Nebenhodens. Histologie: 6 m langes weites Kanälchen mit zweireihigem hochprismatischem Epithel. Stark geknäuelt. Basalzellen, Stereozilien (lange, verzweigte Mikrovilli). Myofibroblasten und glatte Muskelzellen (befördern den Inhalt voran). Unterschiede in der muskulösen Wand und ihrer Funktion entlang des Nebenhodenganges. Funktion: Spermienreifung, Speicherung, Immobilisierung der Spermien durch p. H 6, 5 (Protonpumpen in der apikalen Membran), Dekapazitation Bedeckung der Spermien mit zuckerhaltiger Schicht (verhindert die Befruchtung). Phagozytose der Reste von nicht entleerten Spermien (Lysosomen!).
Ductus deferens (Samenleiter) Histologische Merkmale: Sehr dicke, muskulöse Wand mit drei Schichten (mittlere zirkuläre Schicht, flankiert mit zwei longitudinalen Schichten von glatten Muskelzellen). Reiche, noradrenerge Innervation der Muskulatur! Mukosa: enges sternförmiges Lumen, zweireihiges hochprismatisches Epithel mit Stereozilien, dünne Lamina propria. Letzter Abschnitt (Ampulla) verdickt, drüsenartige Sekretion (ähnlich der Samenblase). Funktion: sehr rascher Transport der Spermien in die Urethra während der Ejakulation. Ductus ejaculatorius: Fortsetzung des d. deferens in der Prostata. Epithel wie im Samenleiter, Keine eigene muskulöse Wand
Vesicula seminalis (Samenblase) 15 cm langer Schlauch auf 5 cm gefaltet. Mukosa: iso- bis hochprismatisches, sezernierendes Epithel, primäre, sekundäre und tertiäre Falten Sekret: macht 70% des Ejakulats aus. Fruktose-reich (Energiequelle für die Bewegung der Spermien) Semenogelin: Protein, rasch nach der Ejakulation koaguliert (Spermien eingeschlossen, unbeweglich) Muskulöse Wand (glatte Muskelzellen) Kurzer Ausführungsabschnitt vereinigt sich mit dem Endstück der Ampulla ductus deferentis: ductus ejaculatorius (in der Prostata).
Prostata Kastanienförmige akzessorische Drüse unter der Harnblase 30 -50 tubuloalveoläre Einzeldrüsen. Epithel variiert in Höhe: vom niedrigen kubischen Epithel bis zu zweireihigem prismatischem Epithel (Basalzellen und Hauptzellen). „Prostatasteine” (corpora amylacea): konzentrisch strukturierte runde Konkremente aus Sekret und abgelösten Zellen. Sekret: dünnflüssig, macht 30% des Ejakulats aus. Diagnostisch wichtige Komponenten: Prostata-spezifisches Antigen (PSA). Funktion: Protease, verflüssigt das koagulierte Ejakulat durch Spaltung des Semenogelins. Spermien werden frei beweglich. Prostata-spezifische saure Phosphatase. Beide erscheinen beim Prostata-Karzinom im Blut! Bindegewebskapsel Stroma: lockeres Bindegewebe mit vielen glatten Muskelzellen. (Auspressen des Sekrets während der Ejakulation!)
Zonale Gliederung Klinische Beziehungen: Hauptdrüsen Benigne Prostata Hyperplasie: Übermässiges Wachstum von Drüsen und Stroma, Lokalisierung: Übergangszone (manchmal auch Periurethralzone Folgen: Kompression der Urethra, Harnverhaltung Meistens über 70. Lebensjahr. Prostata-Karzinom: Submuköse Drüsen Lokalisierung meistens: periphere Zone (Hauptdrüsen). Zentrale Zone ist geschont. Metastasen: meistens im Skelettsystem (Wirbeln) Muköse Drüsen Zentrale Zone Prostata reagiert stärker an das Hormon Dihydrotestosteron als an Testosteron. Alpha Reduktase im Prostatagewebe umwandelt Testosteron in Dihydrotestosteron. * Perphäre Zone d. ejakulatorii Übergangszone Periurethralzone
Penis 2 corpora cavernosa penis (Schwellkörper) Stark entwickelte tunica albuginea (straffes Bindegewebe mit dichten Kollagenfaser-Bündeln). Anastomosierende Hohlräume (cavernae) im Inneren, mit bindegewebigen Bälkchen getrennt (Kollagenfasern, einzelne glatte Muskelzellen, die cavernae sind mit Endothel bedeckt). A. profunda penis, aa. helicinae mit Intimapolstern (Regelung des Blutzuflusses) Corpus spongiosum Schwellkörper um die urethra, dichtes Venengeflecht, mit einer dünneren tunica albuginea umgeben. Männliche urethra in der Achse. Die drei Schwellkörper sind mit fascia penis umgeben. Tunica dartos: Schichten aus glatten Muskelzellen in der Nähe der fascia penis. V. dorsalis penis (in der Mittellinie), 2 aa. dorsales penis seitlich, nn. dorsales penis (noch weiter lateral). V. dorsalis penis superficialis. Haut: dünne Haut, Epidermis pigmentiert. t. albuginea cavernae a. profunda
Mechanismus der Erektion Erhöhter Blutzufluß durch Dilatation der zuführenden Arterien (a. profunda Aeste) und Erschlaffung der Muskelzellen in den Bälkchen. Mechanismus: Parasympathicus Reiz, Stickstoffmonoxid (freigesetzt von nitroxidergen Endigungen und vom Endothel, NO löst Erhöhung von c. GMP Konzentration in den glatten Muskelzellen aus, → Erschlaffung der Muskelzellen in den Arterien. Erhöhter Druck im Schwellkörper spannt die praktisch nicht dehnbare tunica albuginea (Fußball Beispiel). Gedrosselter Blutabfluß in den durch die t. albuginea durchtretende Venen (Komprimierung, Sperrmechanismen) Aehnlicher Mechanismus im corpus spongiosum und glans penis. Beendigung der Erektion Muskelzellen in den Arterien kontrahieren, verminderter Blutzufluß, der Blutdruck in den Schwellkörpern sinkt, abführende Venen öffnen sich, Abfluß frei. Mechanismus: c. GMP Konzentration in den Muskelzellen sinkt durch die erhöhte Aktivität des Enzym c. GMP Phosphodiesterase, Muskelzellen kontrahieren.
Männliche urethra Pars prostatica: Urothel bis zur Einmündung der ductuli ejakulatorii Pars membranacea: mehrschichtiges hochprismatisches Epithel Pars cavernosa (spongiosa): mehrschichtiges hochprismatisches Epithel Paraurethrale Gänge, urethrale Drüsen (muköse Dr. ) fossa navicularis: mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel Lacuna urethralis Cavernae (Venen)
Abbildungen Alle Abbildungen von: Pál Röhlich : Szövettan (Lehrbuch der Histologie, ungarisch), Semmelweis Kiadó, Budapest, 4. Auflage, 2014 * Ausnahme: Lüllmann-Rauch: Histologie, 3. Auflage, Thieme-Verlag, 2003
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