Grundmodul Pdagogik fr das Zertifikat Waldpdagogik Evangelische Landjugendakademie


















































































- Slides: 82
Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen 1 Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Werner-Christian Jung/Ingrid Willetts 28. -30. 09. 2011
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Übersicht über die Arbeitsschritte 2 1 Begrüßung und Einführung • Warming Up (Menschenknoten) • Kurzeinführung • Mein Bildungsweg zur Waldpädagogik (Einzelarbeit, Austausch in Triaden, Erarbeitung eines Gemeinsamkeiten-Dreiecks; Vorstellung und Visualisierung von Markanzen zu biografischen Wald-/Natur- und zu Waldpädagogik-Zugängen (Plenum) 2 Arbeitsbündnisse • Erfragen von Erwartungen und Beitragsbereitschaft im Plenum • Grundlagen der Feedback-Kultur – Das Johari-Fenster • Vorstellung Programmvorschlag • TZI-Axiome und –Regeln • Aspekt Selbsterfahrung: Quadratlegeübung nach T. Brocher
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Übersicht über die Arbeitsschritte 3 2 Lebendiges Lernen 2. 1 Bedürfnispyramide (nach Maslow) 2. 2 traditionelles Lernverständnis und Bildung als ko-konstruktiver Prozess 2. 3 Bindung und Bildung /Wohlbefinden und Engagiertheit (Laewen, Carr und andere) 2. 4 Kognition, Emotion, Verhalten und Einstellungen 2. 5 Motivationsbeeinflussung durch pos. oder neg. Sanktionen 3. Einzelne und Gruppe 3. 1 Einzelner, Dyade, Triade, Kleingruppe, Großgruppe, Menge, Masse 3. 2 Gruppendynamiken: Erarbeitung an einer Gruppenbild-Aufgabe (Unser Bild vom Wald) ((3. 3 Pädagogische Aufgaben der Waldpäd. Für die Gruppenphasen)) 4. Kommunikation in der Begegnung 4. 1 TZI-Regeln und ihre Bedeutung für den Gruppenprozess 4. 2 Sieben Fallen in der Kommunikation mit Gruppen 4. 3 mehrseitig kommunizieren lernen (F. Schulz-von Thun)
5. Bildung für nachhaltige Entwicklung 5. 1 Individuelle Lektüre einer Rezension des Bandes von Louv: „Das letzte Kind im Wald? “ 5. 2 Herkommen der BNE-Debatte 5. 2 Grundverständnis von BNE Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Übersicht über die Arbeitsschritte 44 ((6. Waldpädagogik als Beziehungsgestaltung 6. 1 Begegnungsübung (Maskierte und Unbeschuhte) 6. 2 Wer begegnet uns: Entwicklungspsychologische Aspekte 6. 3 Leben in der Glas-Menagerie: Schlaglichter zum Kind-Natur. Verhältnis)) 7. Projektplanung und –gestaltung 7. 1 Definition 7. 2 Der „pädagogische Regelkreis“ als Strukturierungsinstrument in der pädagogischen Planung und Kommunikation 7. 3 Anwendung auf Fallbeispiele aus der Praxis ((7. 4 Kriterien der Zielbestimmung (SMART-Regel) )) 7. 5 „W-Fragen“ als Projektfragen
8. Evaluation ((8. 1. Wie werten wir waldpädagogische Projekte aus? )) 8. 2 Evaluation des Seminars Anhang: Literatur Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Seminarübersicht 55 Anmerkungen 1. Die zwischen (( und )) gefassten Schritte wurde nicht gegangen. 2. Es wurden Wald- und gruppenbezogene Lieder gesungen. 3. In Pausen wurden fakultativ durch die TN Aktivitäten waldpädagogischer Praxis vorgestellt und vermittelt.
Einführungsaufgabe Sie erhalten nun ein DIN A$ Blatt. Bitte tragen Sie darin Ihren persönlichen biographischen Weg zu Wald/Natur und zur Waldpädagogik ein. Tauschen Sie sich darüber anschließend in Triaden aus und halten Sie Gemeinsamkeiten auf einem Plakat fest. Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 1 6 Natur Kindheit Gegenwart 2016 Waldpädagogik
Feedback-Kultur und Johari-Fenster 7 anderen bekannt / unbekannt mir bekannt / unbekannt Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 1 Öffentliche Person Blinder Fleck Einpflegen! Privatperson Unbekanntes
Lernstoff / Veränderungsziel Menschen Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 2 Pädagogik als Beziehungs- und Veränderungsarbeit: Kognitionen 8 Wahrnehmungsapparat Kurzzeit. Gedächtnis Kognitiv – emotionaler Apparat (Langzeitgedächtnis) Analogie: Festplatte mit vielen Orderschränken und Unterordnern Übung Verhaltenskonzept(e) Verhalten(sausformung) dem Verhalten folgende Konsequenzen
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 2. 1 9 Wahrnehmungsapparat: Außenwelt Filter Kognitionen Emotionen
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Wahrnehmungsapparat: Transfer Außenwelt 10
Kognitionen Inter - subjektive Abbildungen von Zusammenhängen und / oder Systemen Kognitionen Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 2. 2 11 Subjektive Abbildungen von Zusammenhängen und / oder Systemen Intuition neuronales Netz Kleine Ergänzung gefühlte Abbildungen von Zusammenhängen und / oder Systemen bewusst implizit unbewusst
Ich kenne nur solche Bäume. Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Wahrnehmung und Kognition: Wann ändern sich Kognitionen? 12 Auch das ist ein Baum! Was passiert in solch einer Situation?
Kognition – Emotion und Wahrnehmung physiologische Veränderungen spezifische Kognitionen Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 2. 3 13 oder Emotionen subjektives GEFÜHLSerlebnis veränderte Verhaltensbereitschaft bis hin zu unkontrollierten Reaktionen (… im Affekt)
Einstellung Kognitionen Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 2. 4 14 Bewertung einer Person eines Objekts einer Situation einer Idee Emotionen WERTE (Gesinnung / Haltung)
Welche Bedingungen unterstützen das Nachahmungsverhalten? Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 2. 7 Die „drei“ Dimensionen von Pädagogik 15 Glaubwürdigkeit Authentizität Bewertung der Handlung Überzeugung Erreichbarkeit (Konzept) des Verhaltens Macht → Konsens Erfolg
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 3. 1 Anregen und Animieren: Motivation pragmatisch Was motiviert Sie… von außen 16 von innen
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 3. 2 17 Ein pädagogisches Motivationsmodell nach Maslow
Stufe 1 Biologische Grundbedürfnisse Atmung, Wärme, Trinken, Essen, Schlafen, Entspannung, Sexualität Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Die Maslow‘schen Bedürfnisebenen in der Waldpädagogik 18 Unsere Mittel: • • Essen auf Baum/Waldsofa meditative Elemente • -Geschlechter: bewusst gemischte oder getrennte Gruppen • ! Info: Was mitbringen? • Feuer/angepasste Kleidung
Stufe 2 Sicherheit allgemeines Schutzbedürfnis, Behaglichkeit, ruhe, Freiheit von Angst und Bedrohung Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Die Maslow‘schen Bedürfnisebenen in der Waldpädagogik 19 Mittel: • Kuscheltier/Kopfkissen • Waldsofa/Kobel • Regeln • Feuer • Meditation/Geschichte erzählen
Stufe 3 Soziale Beziehungen Zusammengehörigkeit; Bindung, Freundeskreis, Partnerschaft, Liebe, Nächstenliebe, Fürsorge Mittel: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Die Maslow‘schen Bedürfnisebenen in der Waldpädagogik 20 • Kennenlernspiele/Vorab-Info • Aufgabenstellung/Gruppenarbeiten • Erlebnisse/Abschlussgespräch • gemeinsames Erlebnis /aus der gewohnten Umgebung sein • Umgebung für alle neu (Freund sein) • Kommunikation/Integration • Vertrauensspiele/Sinnesparcour – - gemeinsame Ausrucksform (tanzen, singen, malen) – - Patenschaften (für Waldstück, jüngere Kinder)
Stufe 4 Soziale Anerkennung Vertrauen, Gefühl, wertvoll und kompetent zu sein, Selbstwertschätzung, Anerkennung für andere Mittel: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Die Maslow‘schen Bedürfnisebenen in der Waldpädagogik 21 - Lob + Tadel individuell angepasst - Konstruktive Kritik - Kritikfähigkeit - Verantwortung übertragen - Feedback-Kultur (Offenheit-Ehrlichkeit) - Vertrauensmethode (Partnerübungen) Interaktionsübung - operationale Zielsetzung – Erfolgserlebnisse - Nutzung der Teilnehmer-Kompetenz (TN Partizipation) - soziale Bestätigung – Urkunde – Ehrenämter - Moderation – Einbeziehung aller Teilnehmer - Konkurrenz zulassen aber nicht ausarten lassen - Teilnehmer fordern (=fördern) - Beobachtung und Reflektion der Gruppe, ihrer Dynamik und der einzelnen Mitglieder.
Stufe 5 Selbstverwirklichung Individualität, Selbstaktualisierung, Talententfaltung, sinnvolle Ziele haben, Güte, Glaube, Philosophie Austausch: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Die Maslow‘schen Bedürfnisebenen in der Waldpädagogik 22 - Zuhören - Raum bieten - Annehmen - Eingehen - Ermutigen Mittel: - Unterstützen - Kritisieren-Reflekt. - Meditative Übungen, Gruppenarbeit ? Teilhabe + Selbstbestimmung Freiheit + Freiwilligkeit
Verhalten Signal Kognition Emotion Verhalten Konsequenz STEH! ACHTUNG! GEH! Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 3. 3 23 Ich gehe! Knöllchen Emotion: Misst Kognition: aufpassen WANN ändert sich das Verhalten?
Lerntheorie und Motivation hinzufügen Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 3. 3 24 positive Konsequenz erhöht die Verhaltensbereitschaft positiver Reiz negative Konsequenz senkt die Verhaltensbereitschaft negativer Reiz z. B. Zustimmung z. B. „Das ist falsch!“ wegnehmen negativer Reiz z. B. von Freundlichkeit zur Unfreundlichkeit positiver Reiz z. B. unerwartete Aufmerksamkeit des Dozenten
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 3. 4 25 Beziehung und Motivation: Am Anfang war die Beziehung Wie / wodurch schaffen wir Beziehung?
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 4 Der Einzelne und die Gruppe 26 … und wer bin ich?
Mit welcher Vergangenheit bin ich hier? Jede Gruppe besteht aus einzelnen Persönlichkeiten… ich denke entspannt nach lass mal kommen bin woanders sowieso Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 4. 1 27 bin schon mal weg ich mache … in der jede (r) eine Rolle „spielt“
Gruppe: Merkmale und Dynamiken ABGRENZUNGEN Individuum Dyade/Triade Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 4. 2 28 Kleingruppe bis max. 10 Mitglieder Großgruppe Koalitionsbildung / Untergruppen Menge z. B. Publikum Masse emotional aufgepeitschte Menge
Wann ist eine Gruppe? Wesentliche Aspekte sind: Gemeinsame Aufgabe / Zielsetzung (virtuelle) face – to face – Interaktion Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 4. 2 29 Wir – Verständnis gewisse Dauerhaftigkeit Welche dieser Aspekte sind für uns von Bedeutung
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 4. 3 30 Männlich oder weiblich besetzte Rollen in Gruppenführer informell oder formell Koordination / Gruppenziele / Rahmenbedingungen Emotionaler Führer Emotionale Bedürfnisse der Gruppenklima Spezialist anerkannte Fachautorität Akteur orientiert sich am Gruppenführer Opponent ggf. „Gegenelite“ Sündenbock Projektionsfläche für Misserfolg Außenseiter vom Kasper bis zum Mitglied für alle Fälle
4. 4 Phasen der Gruppen- und Teamentwicklung Forming (Formierungsphase) höfliches Abtasten, Aufbau von Sicherheit Führen ist angesagt Storming (Konfliktphase) Ausdifferenzierung der Rollenstrukturen Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik (idealtypisches Modell nach B. W. Tuckman) 31 Norming (Regeln schaffen) Entwicklung von Standards, Umgangsformen, Kommunikationsstrukturen, REGELN Performing (Arbeitsphase) Arbeitsorientierung, Flexibilität, Ressourceneinsatz, Wunsch: hohe Selbststeuerung der Gruppe Finishing (Abschlussphase) Ergebnissicherung und –bewertung, Auflösung oder Neukonstituierung der Gruppe/des Teams
Gruppenpädagogische Übung Bildung von 3 fachlich gemischten Gruppen Benennung von drei Beobachter. Innen Aufgabe an die Arbeitsgruppen: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 4. 5 32 Entwerfen Sie auf einem Papierbogen Ihr gemeinsames Bild vom Wald, das Sie uns anschließend präsentieren. Aufgabe an die Beobachtenden: Sie erhalten einen Beobachtungsbogen. Bitte beobachten und skizzieren Sie entscheidende Gruppenprozesse.
B 1: Übernahme der Aufgabe Wie „reformuliert“ die Gruppe die Aufgabe und macht sie sich zum gemeinsamen Ziel? Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 4. 5 Beobachtungskriterien: 33 B 2: Welche Rollen entstehen während des Prozesses? Who is who? (Nicht alle Rollen müssen ausgefüllt sein) Gruppenführer Emotionaler Führer Spezialist für was Mitläufer Opponent Sündenbock Außenseiter B 3: Wie organisiert die Gruppe die Aufgabe? Wer macht was? B 4: Wie kommuniziert die Gruppe? B 5: Was fällt Ihnen besonders auf?
4. 6. 1 Ablesen und Interpretieren der Arbeit durch die Nicht-Produzenten Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 4. 6 Auswertung der Gruppenprozesse 34 4. 6. 2 Ergänzung/Korrektur durch die AG 4. 6. 3 Feedback der AG-Prozess-Beobachter/innen 4. 6. 4 Austausch über die Beobachtungen
35 Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik
36 Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik
37 Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik
• • Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 5 Begegnungsübung 38 • Die Gruppe teilt sich in Unbeschuhte, die an einer Stirnwand des Raumes nebeneinander Aufstellung nehmen, und in Maskierte (Din. A 4 -Blatt mit zwei Gucklöchern vor dem Gesicht), die von draußen maskiert in den Raum kommen und an der gegenüberliegenden Seite nebeneinander Aufstellung nehmen. Aufgabe: ohne zu sprechen haben nun alle die gegenüberliegende Raumseite zu erreichen; maximale Schrittlänge: ½ Fuß; bei der Begegnung der sich gegenüberstehenden Partner. Innen dürfen die Maskierten mit den Barfüßigen machen, was sie wollen. Auswertung: 1. Gefühle und Gedanken austauschen, zunächst in beiden Teilgruppen, dann in Begegnungsdyaden 2. Schreibgespräch zu den vier Satzanfängen: „Waldpädagog. Innen sind gegenüber der zu begleitenden Gruppe wie Maskierte/ bzw. wie Barfüßige, weil. . . /wenn. . . “ und: „Die Gruppenmitglieder sind gegenüber den Waldpädagog. Innen wie Barfüßige / bzw. wie Maskierte , weil. . . /wenn. . . “
Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen 39 Waldpädagog. Innen sind wie Barfüßige weil/wenn sie ihr „Gegenüber“ nicht kennen! sie den Weg kennen sie den Mut haben sich auf den Weg zu machen sie auf eine Gruppe Maskierter trifft sie leise und vorsichtig ihrem Gegenüber begegnen sie sich wünschen, dem TN etwas mit zu geben, vor allem „Offenheit“ und Freude sie auf unbekannte Erwartungen/Gefühle treffen Unsere Zielgruppen sind wie Barfüßige, weil/wenn… sie nicht wissen, was sie erwartet ich die Situation (Stimmung, öffnen, …) „in der Hand“ habe und die Qualität unseres Miteinander bestimme sie voller Spannung sind wir uns erst auf beschuhten Sohlen begegnen nicht wissen, wie mit ihren Erwartungen umgegangen wird sie mich nicht kennen sie im ihnen unbekannten Wald schutzlos sind sich auf den Weg führen
Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen 40 Waldpädagog. Innen sind wie Maskierte, weil/wenn… sie eine Rolle spielen sie sich nicht offen zeigen sie sich nicht auf „die Gegenüber“ einlassen nicht „echt“ sind der Zielgruppe ungekannt/fremd sind eingeschränktes Blickfeld haben sie die Wünsche/Interessen ignorieren sie den Handlungsablauf bestimmen Unsere Zielgruppen sind wie Maskierte, weil/wenn… uns (fast) völlig ungekannt sie sich nicht (gleich) zeigen sie sich nicht auf uns, unser Tun und den Wald einlassen weil sie eingeschränktes Blickfeld haben uns nicht genügend Rückmeldung geben sie uns „erst einmal“ fremd sind sie sich erst aus der „Reserve“ locken lassen wollen wir sie aktivieren müssen wir ihnen die Maske lassen
6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? Die Frühphase Geistiges Wachstum: Das Fötus-Gehirn generiert pro Minute 250. 000 Neuronen. Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. 1 Entwicklungspsychologie 41 Erwachsenenstatus: 100 Milliarden Neuronales Wachstum: erste 12 Monate: 4 Jahre: 75% 7 Jahre: 90% 40%, Körperliches Wachstum beschleunigt bis zum 4. Lebensjahr: 40%, (dann: 7 Jahre Stabilität!) bis zum 12. Lebensjahr: im 18. Lebensjahr: 50% 100%
Psychosoziale Stadien nach Erikson Alter Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 1 Entwicklungspsychologie 42 Krise 0 -1, 5 Vertrauen vs. Misstrauen Angemessene Lösungen Grundlegendes Gefühl der Sicherheit 1, 5 -3 Autonomie vs. Selbstzweifel Wahrnehmung der eigenen Kontrolle und Potenziale 3 -6 Initiative vs. Schuldbewusstsein Vertrauen auf eigene Initiative und Kreativität 6 - 12 Kompetenz vs. Minderwertigkeit Kompetenz in grundlegenden Fertigkeiten Adoleszenz entspanntes Erleben des eigenen Selbst.
6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 1 Entwicklungspsychologie Pubertät (=Behaarung) Psychische Reaktionen: Verändertes Körperempfinden: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 43 Selbstzweifel: Unabhängigkeitsgefühl: Schamgefühl: Abgrenzung von der Familie: Kränkbarkeit: Rückzug:
Interaktionistisches Menschenbild Die Kontextualisierung von Entwicklung führt dazu, dass das interaktionistisch ausgerichtete Menschenbild sich immer mehr durchsetzt. Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 1 Entwicklungspsychologie 44 So werden Entwicklungsprobleme als Passungsprobleme aufgefasst. Erfolgreiche Entwicklung ist die Passung zwischen: Zielen Potentialen Anforderung Angebot
So viel Informationen können pro Sekunde von den Sinnesorganen aufgenommen werden: Ein Bit stellt dabei die kleinste mögliche Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 1 Entwicklungspsychologie 45 Informationseinheit dar. Gesichtsorgan Haut Ohren Geruch Geschmack 10. 000 100. 000 1. 000
Arbeitsauftrag: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 1 Entwicklungspsychologie 46 Entwicklungskrisen und Entwicklungsaufgaben von jungen Menschen • Lektüre eines Kurztextes • Welche Entwicklungshilfen kann Waldpädagogik leisten?
Leben in der Glasmenagerie Hinter Glas Wohnen, Arbeiten, Lernen Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 2 Kind-Natur-Verhältnis 47 Freizeit, Sport, Konsum Auto, Bus und Bahn Vor Glas TV, PC, Gameboy, Internet, Mail, Handy, … Quelle: Die Nachhaltigkeitsfalle. Befunde des Jugendreports Natur ’ 06 Rainer Brämer Natursoziologe Univ. Marburg copyright rainer brämer 2006
Viele Naturkontakte Mehrmals pro Woche im Grünen: 68% in Gärten 47% in Feld und Flur Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 2 Kind-Natur-Verhältnis 48 38% im Wald 61% erreichen den nächsten Wald in 5 Minuten Das habe ich schon oft gemacht: 66% auf Baum geklettert 53% auf Baumstamm balanciert 45% allein durch Wald gegangen Basis: „Natur obskur“: 2. 200 Schüler/innen Kl. 6+9 aller Schulformen copyright rainer brämer 2006 / Universität Marburg Jugendreport Natur ‘ 06
Waldaktivitäten im letzten Sommer 67% Wandern Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 2 Kind-Natur-Verhältnis 49 Mädchen 77%, Jungen 53% 47% Radeln 37% Spielen 12% Waldjugendspiele 9% Lehrpfad copyright rainer brämer 2006
Abschied von der Natur (1) Das machen Jugendliche gern Kl. 6 Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 2 Kind-Natur-Verhältnis 50 Kl. 9 Baum erklettern 40% 13% Bergsteigen 40% 23% Paddeln 37% 27% Wandern 14% 8% Abenteuer 75% 56% Wildnis 46% 36% Basis: „Natur obskur“: 2. 200 Schüler/innen Kl. 6+9 aller Schulformen copyright rainer brämer 2006, Universität Marburg Jugendreport Natur ‘ 06
Das mache ich gern: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 2 Kind-Natur-Verhältnis Abschied von der Natur (2) 51 2002 2005 Paddeln 55% 32% Klettern 46% 32% Wandern 28% 11% Das habe ich noch nie gemacht: 23% ein Reh in freier Wildbahn beobachtet 33% einen Schmetterling oder Käfer gefangen 63% bei Waldarbeiten geholfen Basis: 2. 200 Schüler/innen Kl. 6+9 aller Schulformen copyright rainer brämer 2006; Universität Marburg Jugendreport Natur ‘ 06
Zweidimensionale Welt Durchschnittlicher Zeitbedarf pro Tag Alle Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 2 Kind-Natur-Verhältnis 52 Fernsehen Internet 93 min PC-Spiele 47 min 45 min Summe pro Tag 185 min Summe pro Woche 21 h Unterricht pro Woche 22 h (Zeitstunden) copyright rainer brämer 2006 Universität Marburg Jugendreport Natur ‘ 06
“Cocooning“ – Leben in der Wohnkapsel • mit Bild- und Tonverbindung Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 6. Zielgruppenmerkmale – Wer begegnet uns? 6. 2 Kind-Natur-Verhältnis 53 • in eine verinselte Außenwelt • ausgestattet mit Vollversorgung, • untermalt von Klangteppichen Hausarrest ist nicht länger eine Strafe, Stubenhocker kein Schimpfwort! nach rainer brämer Universität Marburg Jugendreport Natur ’ 06 . . und was setzen Waldpädagog. Innen dagegen?
7. 1 Die 4 Seiten einer Nachricht (nach Friedemann Schulz von Thun) Sachinformation Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 7 Grundlagen der Kommunikation – Wie kommunizieren wir in der Begegnung? 54 Beziehung Botschaft / Nachricht Ich - Information Appell
7. 1 Die 4 Seiten einer Nachricht Analysieren Sie bitte folgenden Dialog: (frei nach Schulz von Thun) Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 7 Grundlagen der Kommunikation – Wie kommunizieren wir in der Begegnung? 55 Situation: SIE fährt den Wagen, ER ist Beifahrer. Er: Die Ampel ist grün. SIE: Fährst Du oder fahre ich? !
7. 1 Der Empfänger „dominiert“ die Kommunikation Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 7 Grundlagen der Kommunikation – Wie kommunizieren wir in der Begegnung? 56 Nicht das, was der Sender sagt, sondern das, was beim Empfänger ankommt, zählt.
7. 2 Grundlegung der Themenzentrierten Interaktion (TZI) TZI ist ein Konzept und eine Methode zur Arbeit in Gruppen. Ziel ist soziales Lernen und persönliche Entwicklung. Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 7 Grundlagen der Kommunikation – Wie kommunizieren wir in der Begegnung? 57 TZI wurde entwickelt von der Psychoanalytikerin und Psychologin Ruth Cohn. 3 Axiome: Autonomie Es gilt, die Autonomie des Einzelnen zu würdigen und hervorzubringen – ohne seine Interdependenz zu schwächen. Wertschätzung Ehrfurcht und Respekt sind Grundlage humanen Handelns. Grenzen erweitern Die freie Entscheidung steht in Bezug zur inneren und äußeren Realität.
Das Vier – Faktoren - Modell ES (die Aufgabe, das Ziel) ) Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 7 Grundlagen der Kommunikation – Wie kommunizieren wir in der Begegnung? 7. 2 Grundlegung der Themenzentrierten Interaktion (TZI) 58 BE elt(en O GL Umw die ICH mit meinem Bedürfnispaket WIR (die Gruppe) Jeder Mensch steht in wechselseitigen Abhängigkeiten (Interdependenz).
7. 2 Grundlegung der Themenzentrierten Interaktion (TZI) Pädagogische Leitsätze: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 7 Grundlagen der Kommunikation – Wie kommunizieren wir in der Begegnung? 59 1. Vertritt dich selbst in deinen Aussagen; sprich per "Ich" und nicht per "Wir" oder per "Man". 2. Wenn du eine Frage stellst, sage, warum du fragst und was deine Frage für dich bedeutet. 3. Sei authentisch und selektiv in deinen Kommunikationen. Mache dir bewusst, was du denkst und fühlst, und wähle, was du sagst und tust. 4. Halte dich mit Interpretationen von anderen so lange wie möglich zurück. Sprich stattdessen deine persönlichen Reaktionen aus. Fortsetzung 5 - 10
6. Wenn du etwas über das Benehmen oder die Charakteristik eines anderen Teilnehmers aussagst, sage auch, was es dir bedeutet, dass du ihn so erlebst, wie er sich gibt. 7. Seitengespräche haben Vorrang. Sie stören und sind meist wichtig. Sie würden nicht geschehen, wenn sie nicht wichtig wären. Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 5. Sei zurückhaltend mit Verallgemeinerungen. 60 8. Nur einer zur gleichen Zeit bitte. 9. Wenn mehr als einer gleichzeitig sprechen will, verständigt euch in Stichworten, worüber ihr zu sprechen beabsichtigt. 10. Beachte die Körpersignale! dargestellt nach Ruth Cohn, Von der Psychoanalyse zur Themenzentrierten Interaktion 1975, Seite 123 ff.
61 Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik
7 Grundlagen der Kommunikation – 7. 3 Sieben Fallen der Kommunikation Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Wie kommunizieren wir in der Begegnung? 62 1. Gedacht heißt noch nicht: gesagt! 2. Gesagt heißt noch nicht: gehört! 3. Gehört heißt noch nicht: verstanden! 4. Verstanden heißt noch nicht: einverstanden! 5. Einverstanden heißt noch nicht: gekonnt! 6. Gekonnt heißt noch nicht: angewandt! 7. Angewandt heißt noch nicht: beibehalten! Beispiele, Ursachen und Gegenstrategien
Arbeitsaufträge 1. Leiten Sie aus dem Modell der 4 -seitigen Kommunikation praktische Konsequenzen für Ihren waldpädagogischen Alltag ab. Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 7 Grundlagen der Kommunikation – Wie kommunizieren wir in der Begegnung? 63 2. Entwickeln sie Begründungen und ggf. Gültigkeitsgrenzen zu den TZI-Leitsätze für Ihren waldpädagogischen Alltag. 3. Tragen Sie anhand von Beispielen Ursachen und Gegenstrategien zu jeder Sieben Fallen der Kommunikation zusammen.
Im sog. „Leuwener Modell“ (Ferre Laevers, 1997) werden Wohlbefinden Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 8 Lerndispositionen bei Kindern und 8. 1 Leuwener Modell 64 und Engagiertheit als dominante Lern- und Bildungsdispositionen unterschieden Laevers nennt 5 Stufen der Engagiertheit: 1 passiv – teilnahmslos 2 aktive Momente 3 Ablenkung durch Reize 4 intensive Momente 5 anhaltend intensiv (Welche Merkmale gibt es für Wohlbefinden, welche für Engagiertheit? )
Indikatoren für Wohlbefinden (Nennungen aus der Gruppe) Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 8 Lerndispositionen bei Kindern 8. 1 Leuwener Modell 65 • Suche nach körperlicher Nähe • Freie Bewegungen • Interessiert sein und nachfragen • Sich selbstvergessen in eine Aufgabe vertiefen • Strahlende, lachende Gesichter • Aktives Einbringen eigener Ideen • Bleibeverhalten • Zeit vergessen • Rote Wangen • Euphorische Sozialkontakte
8 Lerndispositionen bei Kindern und Jugendlichen und 8. 2 Lerndispositionen nach Margret Carr Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 66 Die Neuseeländerin Margret Carr (und ihr folgend das Deutsche Jugendinstitut) beobachtet Lerngeschichten von Kindern mit 4 – 5 Stufen 1 Interessiert sein 2 Engagiert sein 3 Standhalten bei Herausforderungen 4 Sich mitteilen, sich austauschen, an der Lerngemeinschaft mitwirken 5. Ein positives Selbstbild entwickeln
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 9 Projektarbeit 9. 1 Projektdefinition 67 Ein Projekt ist einmaliger Prozess, der aus einem Ensemble von abgestimmten, gelenkten Tätigkeiten mit Anfangs- und Endterminen besteht und durchgeführt wird, um unter Berücksichtigung von Zwängen bezüglich Zeit, Kosten und Ressourcen ein Ziel zu erreichen, das spezifische Anforderungen erfüllt. „Projekt“ leitet sich vom Lateinischen her: proiectum, Neutrum zu proiectus 'nach vorn geworfen', Partizip Perfekt von proiacere 'vorwärtswerfen'. Quelle: Wikipedia
Eine Weiterentwicklung des 5 Elemente umfassenden Konzepts von Marinus van Beugen: Agogische Intervention. Planung und Strategie W Wahr- nehmung R Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 9 Projektarbeit 9. 2 Der pädagogische Regelkreis 68 Bewertung Reflexion Z D Durchführung B Zielsetzun g P Planung
Beispielsituation: Seit einer halben Stunde bewegen Sie sich mit Viertklässlern durch den Buchenwald. Ein Schüler fragt: „Wann sehen wir endlich einen richtig großen Keiler? “ Und andere Jungen rufen bestätigend: „Ja, einen Keiler!“ Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 9 Projektarbeit 9. 3 Der Regelkreis - angewendet 69 1. Beschreiben Sie mit Hilfe des Regelkreises Ihr pädagogisches Vorgehen in dieser Situation (zunächst für sich allein). a) Was nehme ich in dieser Situation wahr? b) Wie bewerte ich sie? W B c) Welche Zielvorstellungen leite ich daraus ab? Z d) Was plane ich, um diese Ziele zu erreichen? P e) Wie habe ich mich konkret verhalten? D f) Bin ich mit der Situation adäquat umgegangen? R Mit Hilfe des Regelkreises lassen sich auch waldpädagogische Großprojekte entwerfen, gliedern, darstellen, durchführen und evaluieren!
Ziele sollen möglichst folgenden Kriterien genügen: • Ø spezifisch (Dimension: Person/Gruppe + Situation) Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 9 Projektarbeit 9. 4 Zielkriterien 70 • Ø messbar (Dimension: Kontrolle) • Ø akzeptiert / konsensuell (Dimension: Motivation) • Ø realistisch / erreichbar (Dimension: Ressource) • Ø terminiert (Dimension: Zeit) sog. SMART-Regel
Projektentwicklung folgt den W-Fragen: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 9 Projektarbeit 9. 5 „W-Fragen“ als Projektfragen 71 Was? – Beschreibung Warum? – Grund/Anlass Wozu? – Ziel Für wen? - Adressaten/-innen Wer? – Verantwortliche Mit wem? - Partner/-innen Wie? – Methoden, Ablauf Womit? - Material, Finanzen Wo? – Ort Wann? – Zeitpunkt, Zeitraum Ab wann? – Vorbereitung/ Durchführung/Auswertung
Entwickeln Sie mit Hilfe des Regelkreises ein erstes Nachmittags-Wald-Projekt von 2 Stunden für eine jeweils 12 -köpfige Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 9 Projektarbeit 9. 6 Arbeitsauftrag 72 a) Kindergartengruppe (4 -5 J) b) CVJM-Kindergruppe (9 -11 J) c) Gruppe Jugendclub (13– 15 J) in einem Mischwald (Plenterwald).
Folgende waldpädagogisch relevanten Bilder vom Kind lassen sich (in Anlehnung an das Johari. Fenster) in der Fachkräfte-/Eltern-/Waldpädagog. Innen. Kommunikation unterscheiden: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 19 73 Eigenschaften des den Eltern/Familien Kindes bekannt den Eltern/Familien unbekannt den Waldpäd. bekannt 1 2 „öffentliches Kind“ „Ki. Ta-/Schul/“WP“-Kind“ den Waldpäd. unbekannt 3 „Familienkind“ 4 „unentdecktes Kind“ (schlummernde Potentiale)
Der Begriff Nachhaltigkeit wurde im 18. Jahrhundert in der Forstwirtschaft geprägt. Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 10. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) - Annäherungen 74 "Schlage nur so viel Holz ein, wie der Wald verkraften kann! So viel Holz, wie nachwachsen kann!“ Hans Carl von Carlowitz, 1713
Nachhaltige Entwicklung Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 10. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) - Annäherungen 75 Erst seit dem „Erdgipfel Umwelt und Entwicklung“ 1992 in Rio de Janeiro, der größten Gipfelkonferenz des 20. Jahrhunderts, ist nachhaltige Entwicklung zentrales Weltthema. Von der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung wurde nachhaltige Entwicklung ("sustainable development") so definiert: „Nachhaltig ist eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen. “ (Brundlandt-Report 1987)
Bildung für nachhaltige Entwicklung Ihre 6 didaktischen Prinzipien Der "Orientierungsrahmen Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" der Bund-Länder. Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung formuliert folgende didaktische Prinzipien und Schlüsselqualifikationen einer Bildung für nachhaltige Entwicklung: Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 10. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) - Annäherungen 76 System- und Problemorientierung Verständigungs- und Werteorientierung, Kooperationsorientierung Situations-, Handlungs- und Partizipationsorientierung Selbstorganisation Ganzheitlichkeit
Ziel einer Bildung für nachhaltige Entwicklung Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 10. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) - Annäherungen 77 Ihr Ziel ist es, allen Menschen Bildungschancen zu eröffnen, die es ihnen ermöglichen, sich Wissen und Werte anzueignen sowie Verhaltensweisen und Lebensstile zu erlernen, die für eine lebenswerte Zukunft und positive gesellschaftliche Veränderung erforderlich sind. Sie zielt darauf, die Menschen zur aktiven Gestaltung einer ökologisch verträglichen, wirtschaftlich leistungsfähigen und sozial gerechten Umwelt unter Berücksichtigung globaler Aspekte zu befähigen. In allen Bildungsbereichen sollen Lernprozesse initiiert werden, die zum Erwerb von Analyse-, Bewertungs- und Handlungskompetenz beitragen.
Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 10. Aufgaben zur Entwicklung der Wald-Mensch-Bezüge 78
• Erfahrungsaustausch zu Auswertungsverfahren Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 11. Auswertung 79 • Auswertungsbogen Landesforsten • Zum Abschluss. . .
Die Dartscheibe kann auch als sog. Stendogramm durch Stellen der Personen zu verschiedensten Auswertungsfragen variiert werden. Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 11 Auswertung 80
J. R. Anderson (2001(3)): Kognitive Psychologie. http: //de. wikipedia. org/wiki/Kognitionspsychologie Antons, Klaus: (2011): Praxis der Gruppendynamik. Übungen und Techniken. Göttingen, 9. Aufl. Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik 12 Literatur 81 G. Bodenmann, M. Perrez, M. Schär (2004): Klassische Lerntheorien. Grundlagen und Anwendungen in Erziehung und Psychotherapie. http: //de. wikipedia. org/wiki/Lerntheorie R. C. Cohn (1975): Von der Psychoanalyse zur themenzentrierten Interaktion. Von der Behandlung einzelner zu einer Pädagogik für alle. http: //de. wikipedia. org/wiki/Themenzentrierte_Interaktion L. Fischer, G. Wiswede (2002(2)): Grundlagen der Sozialpsychologie. http: //de. wikipedia. org/wiki/Sozialpsychologie Richard J. Gerrig/ Philip G. Zimbardo: Psychologie, (Pearson) München 2008 (18. Aufl. ), 980 S. Fortsetzung Folgeseite
Grob, Alexander / Jaschinski, Uta: Erwachsen werden. Entwicklungspsychologie des Jugendalters, Weinheim, Basel, Berlin (Beltz), 2003 Evangelische Landjugendakademie Altenkirchen Grundmodul Pädagogik für das Zertifikat Waldpädagogik Literatur 82 Jehn, Margarete und Wolfgang: Ich bin der Baum vor deinem Haus. Baumlieder & Baumgeschichten, Worpswede 1990 (Worpsweder Musikwerkstatt, Am Hasenmoor 23, 27726 Worpswede, Tel. : 04792/1498 (www. jehnmusik. de) Richard Louv (2011): Das letzte Kind im Wald? Beltz-Verlag A. H. Maslow (1943): A Theory of Human Motivation, Psychological Review 50: 370 -96 http: //de. wikipedia. org/wiki/Maslowsche_Bed%C 3%BCrfnispyramide F. Schulz von Thun (verschiedene Jahrgänge): Miteinander reden (Serie von 3 Bänden bei rororo).