Gnter Grass 1927 2015 Kurzer Lebenslauf Geboren 1927
Günter Grass 1927 -2015
Kurzer Lebenslauf § Geboren 1927 in der freien Stadt Danzig (heute Gdansk, Polen) § Vater war deutsch-protestantisch, Mutter war katholisch-kaschubisch; sie betrieben ein Kolonialwarengeschäft; Grass wurde katholisch erzogen § In seiner Jugend kämpfte er im II. Weltkrieg mit der Waffen SS (erst in Jahr 2006 mit der Veröffentlichung Beim Häuten der Zwiebel zugegeben, bis dahin nur als Flakhelfer bekannt) § Ein Jahr in amerikanischer Kriegsgefangenschaft 1945 -46 in Bayern § 1947 -48 machte Praktikum als Steinmetz in Düsseldorf § 1953 -56 studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin § Bis 1959 lebte er teilweise in Paris und in Wettingen in der Schweiz, wo er auch das Manuskript für Die Blechtrommel fertiggeschrieben hat, heiratete Anna Schwarz, vier Kinder § 1959 Veröffentlichung von Der Blechtrommel (später Fortsetzung der Danziger Trilogie: Katz und Maus, Hundejahre) § Auch als Künstler, Graphiker, Lyriker, Dramatiker und Librettist tätig; Mitglied der Gruppe 47 § 1979 heiratete zweite Frau Ute Grunert
§ Politisch engagiert, unterstützte die SPD, Willy Brandt 1990 äußerte er sich gegen die deutsche Wiedervereinigung (fürchtete ein starkes Deutschland) Erhielt 1999 den Nobelpreis (Grass war, „ein Schriftsteller, dessen spielerisch-schwarze Märchen das vergessene Gesicht der Geschichte schildern”) 2012 zwei politische Gedichte „Was gesagt werden muss” gegen die Haltung von Israel zu Iran, „Die Schande Europas” gegen die Haltung Europas zu Griechenland in der Wirtschaftskrise, „wessen Geist Europa empfangen hat” 2015 starb er in Lübeck, letztes Werk Vonne Endlichkait
„Sein Stil ist unverwechselbar sein eigener: langatmig, parodistisch, übersprudelnd mit neuen Wortzusammensetzungen, schockierend, lyrisch, bilderreich. ” –Claude Hill, Zweihundert Jahre deutscher Kulturgeschichte
Die Blechtrommel „Grass’ grimmiger Roman ist das Buch eines Moralisten, der die absolute Beziehungslosigkeit des modernen Menschen, die schon bei Kafka zum Thema wurde, in einem bisher nicht überbotenen Extremfall darstellt. ” –Claude Hill, Zweihundert Jahre deutscher Kulturgeschichte Oskar Matzerath
“ Schaufenster ” „Nichts liegt ferner, als in mir, wegen der sechs oder sieben zum Platzen gebrachten Kundegebungen, drei oder vier aus dem Schritt getrommelten Aufmärsche und Vorbeimärsche, nun einen Widerstandskämpfer zu sehen. Das Wort ist reichlich in Mode gekommen. Vom Geist des Widerstandes spricht man, von Widerstandskreisen. Man soll den Widerstand sogar verinnerlichen können, das nennt man dann: Innere Emigration. ”
„Was sie auch zu singen, zu blasen, zu beten und zu verkünden hatten: meine Trommel wußte es besser…”
„Was ich seit Jahren befürchte, seit meiner Flucht befürchte, kündigt sich heute an meinem dreißigsten Geburtstag an: Man findet den wahren Schuldigen, rollt den Prozeß wieder auf, spricht mich frei, entläßt mich aus der Heil- und Pflegeanstalt, nimmt mir mein süßes Bett, stellt mich auf die kalte, allen Wettern ausgesetzte Straße und zwingt einen dreißigjährigen Oskar, um sich und seine Trommel Jünger zu sammeln. ”
„Das Anstaltsbett ist einer der Orte des ›Sich-Versteckens und Position-Beziehens‹ in Die Blechtrommel und funktional analog zu den Verstecken ›unter Röcken‹, ›unter Tischen‹ und ›in Schränken‹, die Oskar aufsucht. Sie alle spiegeln letztlich den » Wunsch nach Rückkehr in [die] embryonale Kopflage « (GGW II, 49) wider. ” –Nathalie Kónya-Jobs, Oskars Angst: ein Blick auf Günter Grass’ Die Blechtrommel
„Schwarz war die Köchin hinter mir immer schon. Daß sie mir nun auch entgegenkommt, schwarz. Wort, Mantel wenden ließ, schwarz. Mit schwarzer Währung zahlt, schwarz. Während die Kinder, wenn singen, nicht mehr singen: Ist die Schwarze Köchin da? Ja — Ja!” „…was wäre der Katholizismus ohne die Köchin, die alle Beichtstühle schwärzt? ” » Ist die Schwarze Köchin da? Jajaja! Du bist schuld und du am allermeisten”
„Die Chiffre der ›Schwarzen Köchin‹, die in den Schlussszenen des Romans eine entscheidende Rolle spielt, versinnbildlicht Oskars Angst. Es handelt sich um die Angst vor der Verantwortung, dem Erwachsenenleben und der Schuld, die er sich durch seine Verweigerung, zu wachsen und sich dem Leben zu stellen, aufgeladen hat. ” –Nathalie Kónya-Jobs,
Film und Drehbuch von Volker Schlöndorff, 1979
• Erster Film von einem deutschen Regisseur, der die Palme d’Or gewonnen hat erstes mal für einen deutschen Film einen Academy Award für besten Fremdsprache Film zu gewinnen
Volker Schlöndorff § Verbrachte seine Jugend in Paris § Studierte politische Wissenschaft an der Sorbonne und auch an dem Institut des Hautes Études Cinématographiques, wo er Louis Malle kennenlernte § Literaturverfilmungen (Der junge Törless von Robert Musil und Die verlorene Ehre von Katharina Blum von Heinrich Böll)
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