Frhneuhochdeutsch Als frhneuhochdeutsche Sprache kurz Frhneuhochdeutsch bezeichnet man
Frühneuhochdeutsch Als frühneuhochdeutsche Sprache, kurz Frühneuhochdeutsch bezeichnet man die jüngste Stufe des Neuhochdeutschen, die zwischen dem mittelalterlichen und neuzeitlichen Deutsch angesiedelt ist. Die Periode der frühneuhochdeutschen Sprache (etwa das Spätmittelalter) wird ungefähr von 1350 bis 1650 angesetzt. Beispiele für Textzeugnisse dieser Sprachstufe sind die Schriften von Paracelsus ab 1529 und Luthers Bibelübersetzung von 1545. Nach populärer Auffassung ist Martin Luther der Schöpfer der modernen deutschen Sprache. Seine Bibel-Übersetzung war bahnbrechend für die Entwicklung des Deutschen. Aber die Entwicklung des heutigen Deutsch begann schon um 1350, als sich die frühneuhochdeutsche Sprache herauszubilden begann. Allgemein Frühneuhochdeutsch ist eine Übergangsepoche. Phonologie und Morphologie – fnhd. Monophthongierung : lieben gueten brüeder > lieben guten Brüder – fnhd. Diphthongierung : mîn niuwez hûs > mein neues Haus – weitere Vereinfachung der Flexionsparadigmen Ausbildung der Verbalformen (Grammatikalisierung von Futur, Passiv) Normierungsprozesse im Bereich der Syntax (bis 1750) (1347 -1352 Pest, 1648 Ende des 30 jährigen Krieges)
Im Spätmittelalter wurden in der Innenpolitik des Deutschen Reiches die Tendenzen, die zur Dezentralisierung des Staates und Abschwächung der Kaisergewalt führten, fortgesetzt. Im Jahre 1356 wurde das Reichsgesetz, die Goldene Bulle Karls IV. , erlassen. Die Goldene Bulle ist ein kaiserliches Gesetzbuch, das von 1356 an das wichtigste der „Grundgesetze“ des Heiligen Römischen Reiches war. Es regelte vor allem die Wahl und die Krönung der römisch-deutschen Könige und Kaiser durch die Kurfürsten bis zum Ende des Alten Reiches 1806. So wurde das Wahlkönigtum durch die Kurfürsten schriftlich manifestiert. Das Reich gliederte sich in eine Vielzahl von durch Erbschaft und Heirat entstehenden, verschmelzenden oder zersplitternden Territorien. 1442 tauchte zum ersten Mal die Bezeichnung Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation auf. Handel und Manufakturen erlebten im Spätmittelalter eine Blüte, besonders im Nordwesten des Reichs. Im 15. Jh. ging der Schwerpunkt des Handels auf den Norden über, wo die Hanse der wichtigste Faktor der wirtschaftlichen Entwicklung und Ausstrahlung des Deutschtums war. Handelskontakte, die weit über die Grenzen lokaler Territorien hinausgingen, förderten die Entwicklung einer einheitlichen, genormten Sprache, die nicht an Dialekte gebunden war.
Karl IV. und seine Frau Blanca Margarete von Valois Einer gemeinsamen Sprache bedurfte auch die Kaiserkanzlei zur Verfassung amtlicher Dokumente. Der Kaiserhof im spätmittelalterlichen Deutschland wechselte im Laufe der Zeit seinen Sitz, was auch auf die Entwicklung der deutschen Sprache Einfluss nahm. Karl IV. aus der Dynastie der Luxemburger residierte im 14. Jh. in Prag, was zu einem starken Anteil bairischer und ostfränkischer Elemente in der an seinem Hofe gebrauchten Kanzleisprache führte. Als die Dynastie der Habsburger die Macht übernahm, wurde die kaiserliche Kanzlei im 15. Jh. nach Wien verlegt, und in der Kanzleisprache gewannen ostoberdeutsche Elemente die Vorrangstellung. Im Osten Deutschlands (vor allem im heutigen Sachsen und Thüringen) gewannen dagegen seit dem 15. Jh. die Wettiner an Bedeutung.
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