Forschungsbereiche Teildisziplinen Teilgebiete Fachbereiche der Sprachwissenschaft Linguistik hat
Forschungsbereiche / Teildisziplinen / Teilgebiete / Fachbereiche der Sprachwissenschaft Linguistik hat verschiedene Fachbereiche, die sich in Gegenstandsbereichen, Methoden und Erkenntnisinteressen voneinander unterscheiden. Grammatik (Sprachlehre) : Lehre vom regelhaften Bau eines Sprache. (Dilbilgisi) Phonetik (Lautlehre): die (gr. phonetike= Laut) erforscht die Erzeugung, Übermittlung und Wahrnehmung von Sprachlauten mit Hilfe naturwissenschaftlicher Messung und Beschreibung. (Sesbilgisi) Phonologie (Phonemik): (gr. phone= Laut; logos = Beschreibung) untersucht die Funktion der Sprachlaute. (Sesbilim, Görevsel Sesbilim) Syntax (Satzlehre): die (gr. syntaxis= Anordnung) beschäftigt sich mit den Sätzen und Wortgruppen in einer Sprache. (Sözdizimi) Semantik (Bedeutungslehre): die (gr. semantikos= zum Zeichen gehörig) untersucht die Bedeutung in einer Sprache. (Anlambilim)
• Morphologie (Morphematik, Morphemik) : (gr. morphe= Gestalt) befasst sich mit der Struktur und den Bauformen von Wörtern und erforscht die kleinsten bedeutungs- und funktionstragenden Elemente einer Sprache, der Morpheme. (Biçimbilim) • Lexikologie (Wortkunde): (gr. lexis = Wort) Lehre vom Wortschatz einer Sprache und seiner Erklärung. (Sözcükbilim) • Phraseologie: Lehre von den phraseologischen Wendungen (Redewendungen, Redensarten, Phrasen, fest zusammengehörende, unzerlegbare Wortverbindungen) einer Sprache und ihrer Typologie. (Deyimbilim) • Sie umfasst die Etymologie, Wortgeschichte, Semasiologie sowie Phraseologie und bezieht auch die Geschichte und Kulturgeschichte der Sprachträger mit ein. • Lexikographie (Wörterbücherherstellung): Wörterbüchern. (Sözlükbilim, Sözlükçülük) beschäftigt Sie kann alphabetisch oder nach Sachgruppen angeordnet sein. Gedruckte Wörterbücher Elektronische Wörterbücher Lexikalische Datenbank en sich mit dem Erstellen von
• Allgemeine Linguistik: befasst sich also grundsätzlich nicht mit Einzelsprachen, sondern mit allgemeinen Merkmalen und Funktionen von Sprache. (Genel Dilbilim) • Sie untersucht das Allgemeingültige in allen natürlichen Sprachen und versucht damit zu klären, was eine natürliche Sprache ist und wie sie funktioniert. • Sie grenzt sich einerseits von der Angewandten Sprachwissenschaft und andererseits von der Historischen Sprachwissenschaft ab. • Sie erforscht die allgemeinen historisch-genetischen Zusammenhänge und Entwicklungstendenzen von Sprachen • den Einfluss der Gesellschaft auf die Sprache • die Geschichte der Sprachwissenschaft • die Auseinandersetzung mit der für das Wissenschaftsgebiet geeignetsten Methodologie und deren Weiterentwicklung • vergleicht auch Sprachuniversalien • das Erstellen von abstrakten Modellen des Aufbaus der menschlichen Sprache • das Beschreiben und Erklären von allgemeinen übersprachlichen Gemeinsamkeiten • allgemeine Gesetzmäßigkeiten sprachlicher Veränderungen • allgemeine Merkmalen des Sprachgebrauchs • die Erforschung des biologischen Ursprungs und der biologischen Grundlagen von Sprache
• Angewandte Linguistik: Sie beschäftigt sich interdisziplinär mit Fremdsprachendidaktik, mit der Lexikografie (Wörterbüchern) und Grammatiken sowie mit Problemen aus Natur-, Kultur-, Informations-, Rechts- und Geisteswissenschaften unter sprachwissenschaftlichem Gesichtspunkt, mit der Anwendung linguistischer Theorien, Methoden und Erkenntnisse aus der linguistischen Grundlagenforschung zur Klärung sprachbezogener Probleme auf anderen Gebieten. (Uygulamalı Dilbilim) Aufgabenbereich der Angewandten Linguistik: Computerlinguistik, die Untersuchung der Verwendung von natürlicher Sprache am Computer Ethnolinguistik, die Lehre von kulturell spezifischer Nutzung von Sprache Forensische Linguistik, die kriminologische Untersuchung von sprachlichen Einheiten Klinische Linguistik, die Diagnostik und Therapie von Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen Kognitive Linguistik, die Lehre von der Vernetzung von Sprache mit kognitiven Strukturen und Prozessen Medienlinguistik, die Lehre von der Sprache und dem Sprachgebrauch in medialer Kommunikation Neurolinguistik, die Lehre von den neuronalen Grundlagen für und Einflüssen auf Sprache Patholinguistik, die Lehre von der pathologischen Sprache einschließlich der Sprachentwicklungsstörungen Politolinguistik, die Untersuchung der politischen Vorgänge, die mit Sprache zu tun haben. Psycholinguistik, die Lehre von den prozessualen und aktionalen Komponenten von Sprachproduktion, Sprachverstehen und Spracherwerb. Quantitative Linguistik, die Entwicklung von Sprachgesetzen auf der Grundlage statistischer Erhebungen mit dem Ziel, darauf aufbauend eine Sprachtheorie zu konzipieren Rechtslinguistik, die Untersuchung der Hintergründe von Rechtsthemen, die mit Sprache zu tun haben Soziolinguistik, die Lehre von den gegenseitigen Auswirkungen zwischen Gesellschaft und Sprache Sprachstatistik, eine Statistik der Sprachen oder die Erhebung statistischer Daten zu beliebigen sprachlichen Aspekten Textlinguistik, die Lehre von satzübergreifenden Strukturen von Sprache die automatische Übersetzung, die Übersetzung von Texten aus einer Ausgangssprache in eine Zielsprache mit Hilfe eines Computerprogrammes Sprachdidaktik, die Lehre vom Lehren und Lernen neuer Sprachformen oder einer Sprache Sprechwissenschaft, die Erforschung der gesprochenen Sprache die linguistische Stilistik, die Erforschung der Schreib- und Redeart Lexikographie, die Erstellung von Wörterbüchern Verfahren der Dekodierung und Dechiffrierung, die in der Altertumsforschung Kulturgeschichte und Kriminalistik der Bau von Sprech- und Hörmaschinen
• Vergleichende Linguistik (Komparatistik): Es wird auch als kontrastive/konfrontative oder komparatistische Linguistik genannt. Sie vergleicht mehrere Einzelsprachen. Die synchron-vergleichende Untersuchung von Sprachen (Karşılaştırmalı Dilbilim) • Sprachtypologie: Klassifikation der Sprachen. (Dil Tipolojisi) - Die Klassifikation wird nach zwei Kriterien vorgenommen: - Nach der Verwandtschaft (genetisch) - Nach ihrem grammatischen Bau (morphologisch) Sprachtypologie wurde im 19. Jh. entwickelt und führte zur Aufstellung der wichtigsten Sprachfamilien der Erde. Diese Klassifikation war historisch orientiert. Auf der Welt gibt es ca. 18 Sprachfamilien, 5000 Sprachen und ca. 20000 Dialekte.
Sprachdidaktik: die (gr. didaktos = lehrbar) Lehre vom Lehren und Lernen neuer Sprachformen oder einer Sprache. (Dilöğretimi) Muttersprachenerwerb Fremdsprachenerwerb Zweitspracherwerb • Etymologie: die (gr. etymon = das Wahre, das Ursprüngliche) Lehre von der Herkunft, Grundbedeutung, formalen und inhaltlichen Entwicklung der Lexeme einer Sprache sowie ihrer Verwandtschaft mit Lexemen gleichen Ursprungs in anderen Sprache. (Kökenbilim) • Historiolinguistik (diachronische Sprachwissenschaft): untersucht die Sprachgeschichte, d. h. die historische Entwicklung der Sprachen, ihre Verwandtschaftsverhältnisse, die Gesetze und Ursachen des Sprachwandels vor dem Hintergrund gesellschaftlicher Veränderungen sowie die Entwicklungstendenzen der Gegenwartssprache. (Tarihsel Dilbilim, Dil Tarihi)
• Pragmatik (Pragmalinguistik): die (gr. pragma=Handlung) die Lehre vom Gebrauch von Sprache in unterschiedlichen Situationen. (Edimbilim, Edimdilbilim, Kullanımdilbilim) Sie befasst sich mit der Verwendung von Sprache in bestimmten Situationen und Zeiten. • Onomastik (Namenforschung, Namenkunde): (< griech. onoma (onoma) 'Name') Wissenschaft von den Eigennamen. (Özeladbilimi, Onomastik) Die Erforschung jeder Art von Eigennamen (Personen- Ortsnamen usw. ), ihrer Bedeutung, Bildung (Laut- und Formenlehre, Wortbildung), Geschichte, Entstehung (Etymologie, Herkunft, Alter), räumlichen Verbreitung(Namengeographie) und ähnlicher Probleme. • Textlinguistik: (Textologie, Translinguistik) Sie untersucht die Struktureigenschaften von Texten, die Bedingungen ihrer Erzeugung und ihres Zusammenhangs, ihrer sprachlichen Variation und ihrer Verarbeitung. (Metin Dilbilimi) Sie versucht verschiedene Texttypen zu bestimmen und allgemeine Gesetzmäßigkeiten, Normen und Tendenzen des Textaufbaus zu finden. Die Untersuchung der Struktur, Funktion und Wirkung von Texten und ihren Bestandteilen
• Übersetzungswissenschaft: (Translationswissenschaft) die befaßt sich mit den besonderen Problemen des Dolmetschens und Übersetzens. (Çeviribilim) Sie untersucht linguistische, psychologische, ästhetische, didaktische und berufskundliche Aspekte der Übersetzung. • Literaturwissenschaft: die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Literatur. (Edebiyat Bilimi) Sie umfasst Teilgebiete wie die Literaturgeschichte, die Literaturkritik, die Literaturinterpretation, die Literaturtheorie und die Editionsphilologie. Erforschung der schöngeistigen und der unterhaltenden Literatur, ihrer Entstehung und Entwicklung, ihres Wesens und ihrer Formen, ihres Gehaltes und ihrer Bedeutung im Einzelfall. • Stilistik (Stilkunde): Wissenschaft vom Stil(mittel). (Biçembilim, Stilistik) Stil ist die Art und Weise, wie man redet und schreibt. Sie untersucht die Regeln der Auswahl und Kombination sprachlicher Mittel zu einem bestimmten Zweck und deren Wirkung. Sie entwickelte sich im 19. Jh. durch Trennung von der Rhetorik zur selbständigen wissenschaftlichen Disziplin.
• Soziolinguistik (Sprachsoziologie): die (lat. socium = gemeinsam, gemeinschaftlich) Sie untersucht das Verhältnis von Sprache und Gesellschaft und von Sprache und Gruppen. (Toplumdilbilim) Lehre von den gesellschaftlichen Bedingungen der Sprache, der Spracherlernung und der sprachlichen Kommunikation; Untersuchung der Abhängigkeit individuellen Sprachgebrauchs von der sprachlichen Umwelt (schichtenspezifisches Sprachverhalten, Sprachbarrieren, elaborierter und restringierter Kode, Dialektologie, Frauen- und Männersprache, Jargon, Schichtensprache). Sie wurde vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jhs. in Frankreich entwickelt. (Bernstein, Labov) • Dialektologie, die Lehre von Dialekten. (Lehçebilim) • Sprachgeographie: Untersuchung sprachlicher Erscheinungen im Hinblick auf ihre geographische Verbreitung und Gliederung (Laut- und Wortgeographie). (Dialektgeographie, Sprachgeologie) (Dil Coğrafyası)
• Ethnolinguistik: untersucht die Sprache im Zusammenhang mit der Kulturgeschichte der Sprachträger. (Budundilbilim) Die Beschäftigung mit Fragen der kulturell spezifischen Nutzung von Sprache. Die Auseinandersetzung mit linguistischen Merkmalen im völkerkundlichen Kontext. Zum Beispiel die Erforschung der Beziehungen zwischen dem Sprachverhalten der Individuen und ihrem sozio-kulturellen Kontext in der Gemeinschaft. In der ersten Hälfte des 20 Jhs. in den USA entstandene Richtung der amerikanischen Sprachwissenschaft, die Untersuchung und Beschreibung zwischen Sprache und Kultur eines Volkes, dessen Sitten, Gebräuchen und Vorstellungen in den Mittelpunk rückt. Die Hypothese von Sapir und Whorf schreibt der Sprache die entscheidende Rolle für die Entwicklung der Kultur, der nationalen Besonderheiten und des Denkens zu, indem sie annimmt, dass die Struktur, der Aufbau jeder Sprache die Denk- und Verhaltensnormen des Menschen beeinflusst, d. h. das Denken und Verhalten jedes einzelnen und ganzer Nation und Völker letztlich durch die Sprache determiniert ist.
• Sprachphilosophie: beschäftigt sich mit dem Verhältnis von Sprache und Wirklichkeit und dem Verhältnis von Sprache und Bewusstsein (bzw. Denken). (Dil Felsefesi) Lehre vom Wesen der Sprache, ihrem Ursprung und den seelischen, geistigen und geschichtlichen Kräften, die sie bestimmen, Untersuchung des Verhältnisses zwischen Sprache und Denken, zwischen Sprache und Sein.
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