Folientitel Dipl Ing Harald Nahrstedt senior consultant dozent







































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Folientitel Dipl. -Ing. Harald Nahrstedt senior consultant dozent & autor copyright by seneos Gmb. H David-Gans-Str. 1 D-59555 Lippstadt phone +49 2941 7610 940 fax +49 2941 7610 10 mobile +49 151 527 529 31 email harald. nahrstedt@seneos. com web www. seneos. com Stand 1. 02. 2014 Page 1 Schnelles Denken, langsames Denken Buchbesprechung zum Buch mit dem gleichnamigen Titel von Daniel Kahnemann
Folientitel Daniel Kahnemann Geboren 1934 in Tel. Aviv, ist Professor für Psychologie an der Princeton University und einer der weltweit einflussreichsten Kognitionspsychologen. Für seine Arbeit erhielt Kahnemann zahlreiche Auszeichnungen namhafter Universitäten und wurde 2002 mit dem Nobelpreis für Wirtschaft ausgezeichnet. Das Buch landete gleich nach seinem Erscheinen auf den Bestsellerlisten von NEW YORK TIMES und SPIEGEL. Page 2
Folientitel Verhaltensökonomie Daniel Kahnemanns Verhaltensökonomie liefert eine völlig andere Sichtweise darüber, was in unserem Gehirn passiert, wenn wir andere Menschen oder Dinge beurteilen. Folgen wir eher der Intuition oder Vernunft? Page 3
Folientitel Ein Buch das unser Denken verändert Schnelles Denken – langsames Denken klingt paradox, aber so funktioniert unser Gehirn, und zwar in Bruchteilen von Sekunden. Wir werden niemals immer und überall optimal handeln, wichtige Entscheidungen bleiben unsicher und fehleranfällig. Doch es gibt viele alltägliche Situationen, in denen wir die Qualität und die Folgen unseres Urteils entscheidend verbessern können. Page 4
Folientitel Buchinhalt Kahnemann schildert die vielen Illusionen, auf die wir hereinfallen bei dem Versuch, mit dem Verstand die Welt zu erfassen. Sein Buch ist voller schönem Zweifel, voller Geschichten, die unsere Wahrnehmung in Frage stellen, es ist ein begeisternd pragmatisches Buch. Page 5
Folientitel Zwei Systeme Wenn wir dieses Bild betrachten, können wir unser Denken im automatischen Modus betrachten. Page 6
Folientitel Zwei Systeme Es ist uns sofort klar, dass dies eine Multiplikations-Aufgabe ist. Und wir wissen, diese lässt sich mit Papier und Bleistift, wenn nicht sogar ohne, lösen. Page 7
Folientitel Zwei Systeme • Als erstes rufen wir das kognitive Multiplikationsprogr amm ab, das wir in der Schule gelernt haben. • Dann setzen wir es um. Die Berechnung ist mühsam. • Wir spüren, wie Page 8 belastend es ist, viel • • • Es ist nicht nur ein mentaler Vorgang, sondern der Körper ist mitbeteiligt. Muskeln spannen sich an, Blutdruck und Herzschlag steigen. Wer uns genau betrachtet merkt, dass sich unsere Pupillen weiten. Nach dem Vorgang folgt wieder Entspannung.
Folientitel Zwei Systeme Page 9 • System 1 arbeitet automatisch und schnell, weitgehend mühelos und ohne willentliche Steuerung (schnelles Denken). • System 2 lenkt die Aufmerksamkeit auf die anstrengenden mentalen Aktivitäten, die auf sie angewiesen sind, darunter auch komplexe Berechnungen.
Folientitel Zwei Systeme Page 10 • Wenn wir an uns selbst denken, dann identifizieren wir uns mit System 2. • Dem bewusst logisch denkenden Selbst, das Überzeugungen hat, Entscheidungen trifft und sein Denken und Handeln bewusst kontrolliert.
Folientitel Zwei Systeme Obwohl System 2 von sich selbst glaubt, im Zentrum des Geschehens zu stehen, ist das unwillkürliche System 1 der Held dieses Buches. Page 11 Und nicht nur dieses Buches. Da wir dessen Wirken weniger kennen, wird unser
Folientitel Zwei Systeme Page 12 • In System 1 entstehen spontan die Eindrücke und Gefühle, die Hauptquellen der expliziten Überzeugungen und bewussten Entscheidungen von System 2 sind. • Die automatischen Operationen von System 1 erzeugen erstaunlich
Folientitel Zwei Systeme In der Reihenfolge der Komplexität sind automatische Aktivitäten aufgelistet, die System 1 zugeschrieben werden: • Erkennen, dass ein Gegenstand weiter entfernt ist, als ein anderer. • Sich der Quelle eines plötzlichen Geräuschs zuwenden. • Vervollständigen der Aussage „Brot und …“. • Ein angewidertes Gesicht ziehen, wenn Page 13
Folientitel Zwei Systeme • Beide Systeme sind an der Aufmerksamkeitsste uerung beteiligt, wie etwa der laute Knall. Die unwillkürliche Hinwendung von System 1 mobilisiert die willkürliche Aufmerksamkeit von System 2. Page 14 • Die Aufmerksamkeit kann von einem ungewollten Fokus abgezogen werden. Hauptsächlich durch eine gezielte Konzentration auf etwas anderes.
Folientitel Zwei Systeme Die höchst vielfältigen Aktivitäten von System 2 haben ein Merkmal gemeinsam, sie erfordern Aufmerksamkeit. Und sie werden gestört, wenn die Aufmerksamkeit verloren geht. • Beim Wettlauf den Startschuss einstellen. • Die Aufmerksamkeit auf die Clowns im Zirkus richten. • Auf die Stimme einer Person in einem überfüllten Raum konzentrieren. • Nach einer Frau mit weißem Haar Ausschau Page 15 halten.
Folientitel Zwei Systeme • System 2 besitzt die Fähigkeit, die Funktionsweise von System 1 in gewissem Umfang zu verändern, indem es die normalerweise automatischen Funktionen von Aufmerksamkeit und Gedächtnis Page 16 • • Jedem Menschen ist dieses begrenzte Aufmerksamkeits. Potential bewusst. Und unser soziales Verhalten berücksichtigt es. Wenn ein Fahrer einen Laster auf schmaler Straße überholt, verstummen die erwachsenen Mitfahrer. Intensive Konzentration auf eine Aufgabe kann Menschan auch blind für Stimuli machen, die normalerweise ihre Aufmerksamkeit erregen.
Folientitel Zwei Systeme Die Wechselwirkung zwischen den Systemen ist ein ständig wiederkehrendes Thema im Buch. Page 17
Folientitel Zwei Systeme • System 1 und System 2 sind immer aktiv wenn wir wach sind. • System 1 läuft automatisch und System 2 befindet sich normalerweise in einem angenehmen Modus geringer Anstrengung, in dem Page 18 • Wenn alles glatt läuft, was meistens der Fall ist, macht sich System 2 die Vorschläge von System 1 ohne größere Modifikation zu eigen.
Folientitel Zwei Systeme • Wenn System 1 jedoch in Schwierigkeit gerät, fordert es von System 2 eine detailliertere und spezifischere Verarbeitung an, die das anstehende Problem möglicherweise Page 19 • • Die Arbeitsteilung ist höchst effizient, sie minimiert den Aufwand und optimiert die Leistung. Die Regelung funktioniert gut, weil System 1 im Allgemeinen höchst zuverlässig arbeitet. System 1 wird jedoch durch kognitive Verzerrungen beeinträchtigt. Systematische Fehler, für die es unter spezifischen Umständen in hohem Maße anfällig ist. Es versteht kaum etwas von Logik und Statistik. System 1 kann nicht abgeschaltet werden.
Folientitel Zwei Systeme Übung: Konflikt Als Erstes werden die beiden Spalten von oben nach unten durchgelesen und dabei laut ausgesprochen, ob das jeweilige Wort in Klein- oder GroßBuchstaben geschrieben ist. LINKS rechts RECHTS LINKS Page 20 links RECHTS links rechts Als Zweites werden die beiden Spalten abermals durchgelesen und bei jedem Wort erklärt, ob es links oder rechts der Mitte abgedruckt ist, indem laut „links“ oder „rechts“ gesagt wird (oder sich selbst zuflüstern). groß klein groß GROSS KLEIN klein KLEIN groß
Folientitel Zwei Systeme Page 21 Konflikte zwischen einer automatischen Reaktion und dem Willen, die Kontrolle zu behalten, kommen in unserem Leben häufig vor. • Das seltsam angezogene Pärchen am Nachbartisch nicht angaffen. • Bei einem langweiligen Buch immer wieder dort
Folientitel Zwei Systeme Übung: Illusionen Um die Autonomie von System 1 und den Unterschied zwischen Eindrücken und Überzeugungen zu verstehen, sollten wir die Darstellung genau betrachten. Page 22
Folientitel Zwei Systeme • Es gibt nicht nur optische Täuschungen, sondern auch die Illusion des Denkens. Sie wird als kognitive Täuschung bezeichnet. • Da System 1 automatisch operiert und nicht willentlich Page 23 • • • Im Alltagsleben ist beständig erhöhte Wachsamkeit nicht unbedingt gut, und zweifellos unpraktisch. Es wäre unerträglich mühsam. Es lässt sich bestenfalls ein Kompromiss erreichen. Lernen, Situationen zu erkennen, in denen Fehler wahrscheinlich sind, und darauf reagieren. Die Prämisse des Buches lautet, dass man die Fehler anderer leichter erkennt als seine eigenen.
Folientitel Zwei Systeme System 1 und System 2 spielen in dem ganzen Buch eine zentrale Rolle. Sie sind keine Systeme im üblichen Sinne. Auch gibt es keinen bestimmten Teil des Gehirns, in dem beide Systeme fest ansässig wären. Sie sind eher als Spitznamen zu verstehen, die eine Beschreibung erleichtern. Page 24
Folientitel Zwei Systeme Übung: Mentale Anstrengung Wenn wir erleben möchten, wie System 2 mit voller Kraft arbeitet, sollten wir folgende Übung ausführen. Sie heißt „Eins addieren“. Wir bilden zunächst mehrere verschiedene vierstellige Ziffernfolgen und schreiben jede Folge auf eine Karteikarte. Eine unbeschriebene Karte legen wir auf den Packen. Im Rhythmus von einem Schlag pro Sekunde (Metronom) nehmen wir die leere Karte weg und lesen die vier Ziffern laut vor. Warten zwei Schläge, und lesen dann die Ziffernfolge vor, in der die ursprünglichen Ziffern ums eins hochgezählt werden. Beispiel: 5294 ergibt 6305 Page 25
Folientitel Zwei Systeme • Ähnlich wie beim Stromzähler, geben die Pupillen zuverlässig Aufschluss über die laufende Verbrauchsrate mentaler Energie. • Glühbirne oder Toaster verbrauchen eine bestimmte Page 26 • • • Die Reaktion auf mentale Überlastung ist selektiv und präzise. System 2 schützt die wichtigste Aktivität, so dass sie volle Aufmerksamkeit erhält, die sie braucht. Freie Kapazitäten werden im Sekundenrhythmus anderen Aufgaben zugewiesen. Ein allgemeingültiges Gesetz des geringsten Aufwands gilt sowohl für kognitive als auch für physische Anstrengungen. Faulheit ist tief in unserer Natur angelegt.
Folientitel Zwei Systeme • • • Nur System 2 kann Regeln befolgen, Objekte in Bezug auf mehrere Merkmale vergleichen und wohlüberlegte Aktionen starten. System 1 erkennt einfache Beziehungen, (größer als) und kann Informationen hervorragend zusammenführen. Es kann nicht mehrere Aufgaben gleichzeitig bewältigen und hat keine Ahnung von Statistik. Aber nur System 2 kann die zusammengetragenen Informationen auswerten. Page 27 • Eine zentrale Fähigkeit von System 2 ist die Einführung von task sets (kognitive Zustände der optimalen Aufgabenvorbereitu ng). Es kann das Gedächtnis so programmieren, dass es einer Anweisung
Folientitel Zwei Systeme • • • Mit einem Tempo von etwa 5 km/h lässt sich bei Gehen gut nachdenken und arbeiten. Wird dass Tempo erhöht, ist dies nicht mehr möglich, da die Konzentration ganz aufs Gehen gelenkt ist. System 2 hat ebenfalls eine natürliche Geschwindigkeit, bei der die mentale Beanspruchung gering ist. Im Extremfall konkurrieren die Aktivitäten um die begrenzten Ressourcen von System 2. Page 28 • • Glücklicherweise löst kognitive Arbeit nicht immer die Tendenz aus, ihr auszuweichen. Manchmal strengen sich Menschen über längere Zeiträume intensiv an, ohne dafür Willenskraft aufwenden zu müssen. Dieser Zustand der mühelosen geistigen Versenkung wird als Flow bezeichnet. Ein Flow kann so intensiv sein, dass man darüber das Gefühl für Zeit, für sich selbst und für seine Probleme verliert. Angefangen vom Malen bis hin zum Motorradrennen.
Folientitel Zwei Systeme • Menschen die gleichzeitig mit einer anspruchsvollen kognitiven Aufgabe und einer Versuchung konfrontiert sind, eher der Versuchung nachgeben. • System 1 hat mehr Einfluss auf das Page 29 • • • Kognitive Auslastung lockert die Kontrolle von System 2. Ein paar Drinks oder eine schlaflose Nacht haben auch die gleiche Wirkung. Die Selbstkontrolle von Morgenmenschen ist nachts beeinträchtigt. Umgekehrtes gilt für Nachtmenschen. Macht man sich zu viele Gedanken darüber, wie gut man eine Aufgabe erledigt, beeinträchtigt dies manchmal die Leistungsfähigkeit, weil das Kurzzeitgedächtnis von sinnlosen und sorgenvollen Gedanken überflutet wird.
Folientitel Zwei Systeme • Psychologen haben heraus-gefunden, dass alle Spielarten willentlicher Anstrengung – kognitive, emotionale und physische – zumindest teilweise aus einem gemeinsamen Pool Page 30 • • • Ego-Depletion ist nicht der gleiche mentale Zustand wie kognitive Auslastung. Unser Nervensystem verbraucht mehr Glukose als die meisten anderen Körperteile. Anstrengende mentale Aktivität ist in Glukose. Währung besonders teuer. Wenn wir intensiv über ein schwieriges Problem nachdenken, oder eine Aufgabe ausführen, die Selbstkontrolle erfordert, sinkt unser Blutzuckerwert. Daraus lässt sich ableiten, dass durch Aufnahme von Glukose, der Ego-Depletion. Effekt rückgängig gemacht werden kann.
Folientitel Zwei Systeme Übung: Das faule System 2 Betrachten wir nachfolgende Denkaufgabe. Versuchen wir nicht, sie zu lösen, sondern vertrauen wir unserer Intuition. Ein Schläger und ein Ball kosten 1, 10 Euro. Der Schläger kostet einen Euro mehr als der Ball. Wie viel kostet der Ball? Page 31
Folientitel Zwei Systeme Übung: Das faule System 2 Nun wird ein logisches Argument vorgestellt – zwei Prämissen und eine Schlussfolgerung. Versuchen wir , so schnell wie möglich, herauszufinden, ob das Argument gültig ist. Alle Rosen sind Blumen. Einige Blumen verwelken schnell. Deshalb verwelken einige Rosen schnell. Page 32
Folientitel Zwei Systeme • Eine der Hauptaufgaben von System 2 besteht darin, von System 1 vorgeschlagene Gedanken und Handlungen zu überwachen und zu kontrollieren, während es andere unterdrückt oder Page 33 • • Eine der Hauptaufgaben von System 2 besteht darin, von System 1 vorgeschlagene Gedanken und Handlungen zu überwachen und zu kontrollieren, während es andere unterdrückt oder modifiziert. Viele Menschen vertrauen ihrer Intuition allzu sehr. Sie erleben kognitive Anstrengung zumindest als leicht unangenehm und meiden sie daher möglichst. Diese Erkenntnis zieht sich wie ein roter Faden durch das ganz Buch.
Folientitel Zwei Systeme / Intelligenz, Kontrolle und Rationalität Wenn Menschen nach ihrer Selbstkontrolle und nach ihren kognitiven Fähigkeiten eingestuft würden, hätten sie dann im Ranking gleiche Plätze? Page 34
Folientitel Zwei Systeme Page 35
Folientitel Zwei Systeme / die Assoziationsmaschine • Der Zustand unseres Gedächtnisses hat sich auch noch in anderer Weise verändert. Wir sind jetzt in einer erhöhten Bereitschaft, Objekte und Konzepte zu erkennen – und darauf zu reagieren – Page 36 • • Erbrechen ereignet sich normalerweise in bestimmten Situationen, etwa wenn man einen Kater oder eine Magenverstimmung hat. Wir befinden uns jetzt auch in erhöhter Bereitschaft Wörter zu erkennen, die mit anderen Ursachen des gleichen, unerfreulichen Resultats assoziiert sind. Dieser Prozess wird assoziative Aktivierung genannt. Vorstellungen, die wachgerufen werden, lösen viele andere Vorstellungen aus, in einer sich ausbreitenden Aktivierungskaskade in unserem Gehirn.
Folientitel Zwei Systeme / Priming • Es hat vieler Testmethoden bedurft, um den Assoziationsmechani smus zu verstehen. • Wenn wir vor kurzem das Wort Essen gelesen oder gehört haben, werden wir bei dem Page 37 • • • Einfache Gesten können unbewusst Gedanken und Gefühle beeinflussen. Die geläufige Ermahnung, sich ruhig und freundlich zu verhalten, wird damit belohnt, dass man sich ruhig und gelassen fühlt. Priming-Effekte finden wir in jedem Bereich unseres Lebens. Auf Geld geprimte Menschen werden unabhängiger und egoistischer.
Folientitel Zwei Systeme / Priming Page 38
Folientitel Zwei Systeme / Kognitive Leichtigkeit • Beispiel Cockpit / Bewertung System 1 / System 2 erforderlich? Page 39