FHTW Berlin Informationswirtschaft Wirtschaftsinformatik Bachelor 6 Semester 4
FHTW Berlin Informationswirtschaft Wirtschaftsinformatik (Bachelor, 6. Semester) 4. Lebenszyklus der Informationswirtschaft Dr. -Ing. Jost-Peter Kania kania@inter. net http: //home. inter. net/kania © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 1
Informationswirtschaft Lebenszyklus der Informationswirtschaft zyklischer Managementprozess: Ändert sich einer der Ausgangsparameter, bspw. die Informationsnachfrage, so wird ein erneuter Durchlauf durch die Prozessschritte angestoßen. n Grundlegende Elemente: § Management von Info. -nachfrage und –bedarf § Management der Informationsquellen § Management der Informationsressourcen § Management des Informationsangebots § Management der Informationsverwendung § Management der Infrastruktur der Informationsverarbeitung und Kommunikation n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 2
Informationswirtschaft Lebenszyklus der Informationswirtschaft neue, höhere Erkenntnisebene explizieren: darlegen, erklären, erläutern © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 verifizieren: durch Überprüfen die Richtigkeit von Etwas bestätigen (nach Rehäuser/Krcmar) 3
Informationswirtschaft Lebenszyklus der Informationswirtschaft Der Lebenszyklus ist im Allgemeinen nicht nach einem Durchlauf abgeschlossen, da § nicht alle Informationsbedürfnisse gedeckt wurden § die Bedürfnisse einem zeitlichen Wandel unterliegen und damit Anpassungen am Angebot erforderlich machen n Prinzip der Hermeneutischen Spirale n Hermeneutik: Auslegung oder Interpretation der Lebenswirklichkeit in der Zeit (Vergangenheit – Gegenwart – Zukunft) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 4
Informationswirtschaft Hermeneutischen Spirale besseres Verständnis für das Ganze Interpretation Erkenntnisgegenstand Interpretation besseres Verständnis für einen Teilausschnitt Erkenntnisgegenstand höhere Ebene Interpretation Erkenntnisgegenstand © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 5
Informationswirtschaft Methoden für die Phasen des IW-Lebenszyklus n n n Informationsbedarf ermitteln → Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) → Methode Balanced Scorecard Informationsrecherche → Web-Recherche, Semantic Web Informationsspeicherung und Datenpflege → Data Warehouse Informationsanalyse, -aufbereitung und –bereitstellung → On-line Analytical Processing (OLAP) Informationsverwendung → On-line Transaction Processing (OLTP) Management der Infrastruktur der Informationsverarbeitung und Kommunikation → Workgroup-Computing, Workflow-Computing, . . . © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 6
Informationswirtschaft 4. 1 Verfahren zur Ermittlung des Informationsbedarfs Lebenszyklus der Informationswirtschaft (nach Rehäuser/Krcmar) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 7
Informationswirtschaft Verfahren zur Ermittlung des Informationsbedarfs Wie kann ich den Informationsbedarf einer Person oder einer Einrichtung feststellen? n Subjektive Verfahren n Objektive Verfahren n Gemischte Verfahren © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 8
Informationswirtschaft Verfahren zur Ermittlung des Informationsbedarfs n Subjektive Verfahren: Ableitung aus einer subjektiven Interpretation der Aufgabe § Offene Befragung § Wunschkataloge § Befragung der Mitarbeiter im Tätigkeitsumfeld Objektive Verfahren n Gemischte Verfahren n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 9
Informationswirtschaft Verfahren zur Ermittlung des Informationsbedarfs Subjektive Verfahren n Objektive Verfahren: Ableitung aus einer intersubjektiv validierten Interpretation der Aufgabe § Normierte Analyse § Strategieanalyse § Prozessanalyse § Entscheidungsanalyse § Input-Prozess-Output-Analyse § Sozio-technische Analyse n n Gemischte Verfahren © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 10
Informationswirtschaft Verfahren zur Ermittlung des Informationsbedarfs Subjektive Verfahren n Objektive Verfahren n Gemischte Verfahren: Vorgabe theoretischer Raster, die subjektiv interpretiert werden § Strukturierte Befragung § Methode der kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) § Methode Balanced Scorecard § Weiterentwicklung aus dem Kontext (Evolution) § Entwicklung aus dem Bestehenden (Ist-Situation bzw. Tätigkeitsanalyse) n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 11
Informationswirtschaft 4. 1. 1 Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) Kritische Erfolgsfaktoren sind diejenigen Dinge im Projekt, in einer Organisationseinheit oder einem Unternehmen, die richtig laufen müssen, um den (Projekt)Erfolg zu sichern. Diese Dinge bedürfen der besonderen und kontinuierlichen Aufmerksamkeit, um die Erfolgschancen zu sichern. © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 12
Informationswirtschaft Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) Kritische Erfolgsfaktoren beziehen sich auf eine begrenzte Anzahl von Arbeitsbereichen. n Gute Resultate sind ausschlaggebend für ein Individuum, eine Abteilung oder eine Organisation, um erfolgreich im Wettbewerb zu bestehen. n Führungskräfte benötigen für ihre Entscheidungen Informationen zum Status bzw. zur Entwicklung ihrer KEF. n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 13
Informationswirtschaft Bestimmung des Informationsbedarfs anhand kritischer Erfolgsfaktoren (KEF) Die Methode zur Bestimmung der Kritischen Erfolgsfaktoren ist ein systematischer Ansatz zur Ermittlung des Informationsbedarfs von Führungskräften. n Über Interviews werden die für die Arbeit der Führungskräfte als besonders wichtig eingestuften Bereiche ermittelt, Indikatoren zu deren Überwachung identifiziert und in einem mehrstufigen Abstimmungsprozess ausgewählt. n Die KEF gibt damit Aufschluss über die Managementbereiche, die einer besonderen Aufmerksamkeit bedürfen. n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 14
Informationswirtschaft Bestimmung des Informationsbedarfs anhand kritischer Erfolgsfaktoren (KEF) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 (Picot) 15
Informationswirtschaft Bestimmung des Informationsbedarfs anhand der Methode Balanced Scorecard stellt die Leistung eines Unternehmens als ausgewogenes Verhältnis (Balanced) zwischen Finanzwirtschaft, Kunden, Geschäftsprozessen und der Mitarbeiterentwicklung auf einer übersichtlichen Tafel (Scorecard) dar. n verbindet die Dimensionen mit der Vision und Strategie des Unternehmens. n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 16
Informationswirtschaft Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) KEF sind für jeden Manager individuell ausgeprägt, jedoch gibt es 5 Quellen für zu berücksichtigende KEF: n Branche: für alle Unternehmen einer Branche charakteristische KEF n Wettbewerbsstrategie, Marktführerschaft/Position im Markt n Umweltfaktoren wie Politik und Konjunktur (wenig Einfluss des UNs) n temporäre Faktoren: nur für einen bestimmten Zeitraum erfolgskritisch (z. B. viel zu viele Lagerbestände: Lagerbestand = KEF) n jede Managementposition bringt abhängig von ihrer inhaltlichen Ausrichtung charakteristische KEF mit sich. © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 17
Informationswirtschaft Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) n n interne/externe KEF, beobachtende/anpassende KEF z. B. Überwachung der Produktionskosten bzw. Neuentwicklung © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 18
Informationswirtschaft 3 Dimensionen der Kritischen Erfolgsfaktoren Unternehmensaquisen Branche neue Kompetenzen erwerben/ aufbauen Strategie Umwelt Konjunktur temporär Betriebsklima Position beobachtend extern © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 aufbauend intern 19
Informationswirtschaft Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) Vorgehensweise Interviews mit 10 – 20 Managern des UNs n Ziele der Interviews sind: § Verständnis für die Organisation der Interviewten entwickeln und deren Rolle und Mission innerhalb der Organisation aus deren Blickwinkel finden. § Ziele und Motive der interviewten Manager für ihre Arbeit verstehen. § KEF und zugehörige Indikatoren erheben § Managern helfen, ihren eigenen Informationsbedarf zu verstehen n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 20
Informationswirtschaft Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) Vorgehensweise beim Interview n zur Vorbereitung gründliche Auseinandersetzung mit Interviewtechniken und der Methode KEF n vertraut machen mit Branche des UNs n Schreiben der Unternehmensleitung an alle Interviewten: § Informationen über Ziele und Vorgehen § Unterstützung des Topmanagements signalisieren n Beginn mit den rangniedersten Managern → Vorwissen sammeln n Interviewverlauf planen und mögliche Antworten voraussehen n dabei Vorschläge und Ideen für Kennzahlen und deren Interpretation sammeln n nach weiterer Befragung Kennzahlen mit hoher Relevanz auswählen © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 21
Informationswirtschaft Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) Vorgehensweise beim Interview n Interviewverlauf planen und mögliche Antworten voraussehen n Begleitung durch wichtigen Manager: § Vorteil: bringt Insiderwissen mit § Nachteil: Offenheit beeinträchtigt (Ergebnisverfälschung) n Erkenntniziele und –bereiche erörtern, Priorisierung, Indikatoren zur Überwachung finden n Auswertung der Ergebnisse der Interviews: § Vergleich der ermittelten KEFs mit den dargestellten Klassen und Dimensionen (sicher gehen, das alle relevanten Bereiche abgedeckt) n Auswertungsergebnisse den Interviewten zur Abstimmung vorlegen © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 22
Informationswirtschaft Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) Abstimmungsergebnis (Beispiel) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 23
Informationswirtschaft Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) (Zusammenfassung) Vorteil: systematische Ermittlung des Informationsbedarfs n Aufschluss über Managementbereiche, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen n Frage an das Management: Welche Informationen sind in welcher Menge relevant? n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 24
Informationswirtschaft 4. 1. 2 Erfolgsfaktoren in Projekten und Organisationen Projektteam / Mitarbeiter Zieldefinition Kommunikation und Kooperation § Kommunikations- und Kooperationskonzept § Festlegung der schriftlichen Kommunikation § Besprechungsmanagement (ergebnisorientierte Gesprächsführung und Protokollierung) n Projektplanung /Planung § ergebnisorientierter Planungsstil § logische Planungsebenen § Festlegung und Überwachung von Meilensteinen § Durchführung einer Projekt- und Qualitätsplanung § Risikoabschätzung bereits in der Planungsphase § kommunikationsfreundliche Projektstruktur schaffen n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 25
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Projektteam / Mitarbeiter Notwendige Kompetenzen der Mitarbeiter: n Kommunikationsfähigkeit n Zielorientierung n gutes Selbstmanagement n Führungsdidaktik n soziale Kompetenz n Lernbereitschaft © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 26
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Zieldefinition (1/2) exakte und beständige Zieldefinition notwendig n detaillierte Beschreibung der Ziele, Modularisierung und Hierarchisierung der Ziele n Ergebnisziel oder Vorgehensziel? n genau definieren, spezifizieren und operationalisieren n n Das Projektziel wird benötigt: § zur Information des Projektteams § zur Dokumentation im Projekthandbuch § zur Risikoanalyse, § zur Maßnahmenabstimmung § beim Ziel-Review © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 27
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Zieldefinition (2/2) regelmäßige (Projekt)-Ziel-Reviews mit dem Top-Management (monatlich, mindestens nach jedem Teilziel) n bei Zieländerungen: § schnelle und ausführliche Information des Teams § im Projekthandbuch festhalten § Risikoanalyse durchführen § Projektplanung überprüfen § Abstimmung der Maßnahmen und Konsequenzen (im Team, mit dem Top-Management) § Änderungsmanagement-Prozess einleiten n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 28
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation verbale - nonverbale (Körpersprache) Kommunikation n formale - informelle Kommunikation zwischen Personen und Gruppen n interne - externe Kommunikation zwischen Gruppen und Organisationen n n informelle K. : Rauchernetzwerke, Kaffeerunden, gemeinsames Mittagessen, . . . n Umgang mit Meckern und Killerphrasen © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 29
Informationswirtschaft Kommunikationsprozess © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 30 (nach Shannon/Weaver und Staehle)
Informationswirtschaft Menschliche Kommunikation gemeinte Nachricht verstandene Nachricht Die 4 Seiten der Kommunikation Sachinhalt – Beziehung – Appell – Selbstoffenbarung (Schulz von Thun) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 31
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Modell eines Kommunikationskonzepts Informationsart • Besprechungen • Berichte • Protokolle • Dokumente • E-Mail • Änderungsanforderungen • Präsentationen • Schulungen • . . . • Rückmeldungen (Feedback) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 • • Frequenz Detaillierungsgrad Form/Qualität Regeln Zielgruppen/ Verteiler • Projektteam • Lenkungs„Owner“ und Verantwortung für • Erstellung • Ablage • QS und Freigabe • Verteilung • Rückmeldung ausschuss • Stakeholder • Öffentlichkeit • . . . • Werkzeuge • Medien 32
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Schriftliche Kommunikation n n n n Schriftstücke sollen schnell, effektiv und effizient bearbeitet und geordnet abgelegt werden, notwendige Eigenschaften von Dokumenten: standardisierte Struktur der Inhalte knapp und aussagekräftig formuliert an den richtigen Adressaten gut bearbeitbar, eindeutig nach zu verfolgen äußerlich eindeutig identifizierbar => Regeln für Dokumente (Dokumentvorlagen) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 33
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Schriftliche Kommunikation n => Regeln für Dokumente (Dokumentvorlagen) 1. 2. 3. 4. Dokumentvorlagen prozessorientierter Verteiler Inhaltliche Struktur (top-down) E-Mail für informelle Kommunikation oder als Trägermedium für Projekt-Dokumente (Attachment) 5. systematische Ablage/Speicherung (Ziel: Wiederfinden) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 34
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Schriftliche Kommunikation, Informationsaufbereitung 1. Dokumentvorlagen (Ziele): n Zugehörigkeit erkennen, Wiederauffindbarkeit n Überprüfung auf Gültigkeit n Überprüfung auf Vollständigkeit © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 35
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Schriftliche Kommunikation 1. Dokumentvorlagen n Zugehörigkeit, Wiederauffindbarkeit § Projektname, Projekt-Logo auf jeder Seite § ablagerelevanter Betreff § Dateiname der elektronischen Version n Überprüfung auf Gültigkeit § eindeutige Versionsnummer (Regelung) § Erstellungsdatum § Versions-Änderungstabelle § Autoren © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 36
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Schriftliche Kommunikation 1. Dokumentvorlagen Überprüfung auf Vollständigkeit § Seitennummerierung (Seite 1 von 20) § Druckdatum auf jeder Seite § Anlagenverzeichnis § Inhaltsverzeichnis (bei mehr als 5 Seiten) § weitere relevante Verzeichnisse © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 37
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Schriftliche Kommunikation, Informationsaufbereitung 2. Prozessorientierter Verteiler Von: Absender Tel. : 030 -4504 -2 xxx Datum: 25. 09. 01 An: alphabetisch geordneter Verteiler Kopien an: Projektleiter (zur Information) Projektbüro (zur Ablage ) Aktion: gewünschte Reaktion Termin: Reaktion bis © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 38
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Schriftliche Kommunikation, Informationsaufbereitung 3. Inhaltliche Struktur (top-down) 1. Erläuterungen, Zweck, Inhalt 2. Ausgangssituation (erläuternde Zusammenfassung) 3. Bei längerlebigen Dokumenten: Erläuterungen des weiteren Lebensweges bis zur endgültigen Freigabe 4. eigentliche Detailinformationen Regeln: wer, was, wann, wo, wie, warum schnell - einfach - sicher - lernwirksam © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 39
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Schriftliche Kommunikation, Informationsaufbereitung 4. E-Mail für informelle Kommunikation oder als Trägermedium für Projekt-Dokumente (Attachment) 5. systematische Ablage/Speicherung (Ziel: Wiederfinden) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 40
Informationswirtschaft Empfehlungen für die Aufbereitung von Texten Verständlichmacher n n n n kurz und prägnant formulieren Beschränken auf das Wesentliche sachlogischer Aufbau, Gliederung nützliche Redundanz keine Verschachtelungen von Sätzen aktive Verben benutzen persönliche Anrede („Sie“) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 Interessantmacher n Textgestaltung, Strukturierung n Tabellarisierung n Schaubilder und Charts n Abbildungen n Farben gezielt einsetzen n Diagramme n Piktogramme Quelle: vgl. Reichert 1984, 37 und Schulz von Thun 2003, 150 41
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Ergebnisorientiertes Besprechungsmanagement (EBM) Besprechungen sind langweilig, teuer, erzeugen wenig Ergebnisse und sprechen zu viele Personen an. n Warum nicht ein "Ergebnisorientiertes Besprechungsmanagement" einführen? n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 42
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Ergebnisorientiertes Besprechungsmanagement (EBM) 1. Einführung: Vereinbarung und Dokumentation der EBM-Regeln und -Prozesse 2. Besprechungsdefinition: Abstimmung, Definition, Dokumentation aller Besprechungsklassen 3. Konsequenter Einsatz und Nutzung von Ergebnislisten während der Besprechungen, Ergebnisorientierte Moderation und Protokollierung § Lenkungsbesprechung (formal, strategisch) § Teambesprechung (zur Problemlösung und Entscheidungsfindung) § Arbeitsbesprechung (informell zur Lösung technischer Aufgaben) § Jour Fixes 4. Verfolgung der vereinbarten Ergebnisse © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 43
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Ergebnisorientiertes Besprechungsmanagement (EBM) Vorteile der Ergebnislistentechnik n ziel- und ergebnisorientiert -> kürzere Besprechungen, straffer, produktiver n Vermeidung von Missverständnissen und Fehlinterpretationen durch gemeinsame Formulierung n Ergebnisse bilden das Protokoll -> schnelle Verfügbarkeit, keine weiteren Abstimmungsprozesse notwendig n zentrale Registrierung (Ergebnisdatenbank) erleichtert die Verfolgung und Kontrolle vereinbarter Aufgaben n einzelne Entscheidungen und Lösungsschritte werden festgehalten © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 44
Informationswirtschaft Erfolgsfaktor Kommunikation - Ergebnisorientiertes Besprechungsmanagement (EBM) Vorteile der Ergebnislistentechnik (Fortsetzung) n Überprüfung durch Projektbüro, weil Verantwortlicher und Abnehmer genannt (noch offen, erledigt) n Vorabfrage reduziert die Menge offener Fragen (wertvolle Zeit bleibt frei für die Entscheidungsfindung und Koordination) n Aufgabenverteilung nur an Anwesende Vermeidung „Schwarzer Löcher“ n Ergebnisdatenbank zur Dokumentation und zur Kontrolle für das PM, QM und Revision sowie Auswertungen © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 45
Informationswirtschaft 4. 1. 3 Methode Balanced Scorecard n n n Methode zur Ermittlung des Informationsbedarfs übersetzt: „ausgewogener bzw. multikriterieller Berichtsbogen“ Ursprung: Unzufriedenheit mit den Steuerungskennzahlen von Unternehmen, da meist auf monetären Daten basierend Entwickler: Kaplan und Norton Die Leistungen des Unternehmens als ausgewogenes Verhältnis (Balanced) zwischen Finanzwirtschaft, Kunden, Geschäftsprozessen und der Mitarbeiterentwicklung sehen und auf einer übersichtlichen Tafel (Scorecard) darstellen beinhaltet harte (Kennzahlen) und weiche Faktoren © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 46
Informationswirtschaft Balanced Scorecard (BSC) BSC verfolgt den Ausgleich zwischen § unternehmensinternen und externen § monetären und nicht-monetären § fortlaufenden und nachlaufenden Messgrößen n BSC gibt Antworten auf folgende Fragen: § Wie sehen unsere Anteilseigner? § Wie sehen uns die Kunden? § Worin müssen wir uns auszeichnen? § Können wir uns weiter verbessern und Werte schaffen? n 4 Perspektiven: Finanzielle, Kunden-, interne Prozess-, Innovations- und Wissensperspektive n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 47
Informationswirtschaft Aufbau einer Balanced Scorecard © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 48
Informationswirtschaft Aufbau einer Balanced Scorecard © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 49
Informationswirtschaft Mehrstufiger Prozess der Balanced Scorecard Strategie des UNs Finanzperspektive Kundenperspektive Prozessperspektive Innovationsperspektive Strategische Ziele Messgrößen Maßnahmen © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 50
Informationswirtschaft Bestimmung des Informationsbedarfs anhand der Methode Balanced Scorecard stellt die Leistung eines Unternehmens als ausgewogenes Verhältnis (Balanced) zwischen Finanzwirtschaft, Kunden, Geschäftsprozessen und der Mitarbeiterentwicklung auf einer übersichtlichen Tafel (Scorecard) dar. n verbindet die Dimensionen mit der Vision und Strategie des Unternehmens. n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 51
Informationswirtschaft 4. 2 Informationsbeschaffung Lebenszyklus der Informationswirtschaft (nach Rehäuser/Krcmar) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 52
Informationswirtschaft Informationsbeschaffung Informationsflut n Institutionen zur Informationsvermittlung n Informationsrecherchen → Web-Recherchen, Semantic Web n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 53
Informationswirtschaft Informationsflut und Informationsangebot (quantitativ) riesiges Informationsangebot n viel größer als der Informationsbedarf n aus der Unsicherheit heraus erscheint der subjektive Info. -bedarf größer als der objektive n „Habe ich auch alles bedacht? “ n n Informationsflut: ca. 5 Exabytes neue Infos pro Jahr (Quelle: ? ? ) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 (nach Krcmar) 54
Informationswirtschaft Notwendigkeiten zur Bewältigung der Informationsflut Ausschöpfen der technischen und organisatorischen Möglichkeiten der Informationsreduktion n Bereitstellung und Verwendung von Information gestalten n „menschenfreundliche“ Nutzungskultur von IKT entwickeln → mit Informationen intelligenter Umgehen n derzeitiger Trend: immer weiter gehende Spezialisierung von Aufgaben- und Kompetenzbereichen → steigende Spezialisierung führt zu geringerer Kommunikationsfähigkeit zwischen Expertengruppen n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 55
Informationswirtschaft Informationsnachfrage und Informationsangebot Hinweis: mehr dazu in der Übung © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 (nach Krcmar) 56
Informationswirtschaft Institutionen der Informationsvermittlung Primär marktorientierte Informationsvermittlung § Produzenten / Anbieter § Vermittler, Berater n sekundäre, organisationsinterne Informationsvermittlung § Forschung & Wissenschaft § Dienstleistung § Industrie § Medien § Politisch, administratives System n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 57
Informationswirtschaft Institutionen der Informationsvermittlung (Info. -Quellen) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 (nach Kuhlen) 58
Informationswirtschaft Methoden für die Phasen des IW-Lebenszyklus n n n Informationsbedarf ermitteln → Methode der Kritischen Erfolgsfaktoren (KEF) → Methode Balanced Scorecard Informationsmodellierung → Semantic Web Management der Informationsressourcen Management des Informationsangebots Management der Informationsverwendung Management der Infrastruktur der Informationsverarbeitung und Kommunikation © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 59
Informationswirtschaft 4. 2. 2 Informationsrecherche Arten von Suchmaschinen n Index-Suchmaschinen (z. B. Google, Altavista) n Katalog-Suchmaschinen (z. B. Yahoo) n Meta-Suchmaschinen (z. B. Metager, Metacrawler) n Liste deutschsprachiger Suchmaschinen http: //www. ub. uni-konstanz. de/dt-suchm. htm © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 60
Informationswirtschaft Informationsrecherche Welche Merkmale von Webseiten werden von den meisten Suchmaschinen indiziert? n Uniform Resource Locator (URL) n Titel n Datum n Meta-Tags § keywords (Schlagwörter) § description (Beschreibung) Links n Text im Body n (unterschiedlich, ob Textanfang, gesamter Text, . . . ) → Ranking nach Gewichtung © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 61
Informationswirtschaft Informationsrecherche Suche in Bibliothekskatalogen Verbund der Öffentlichen Bibliotheken Berlins - VÖBB http: //www. voebb. de n Die Deutsche Bibliothek Leipzig http: //www. ddb. de n Staatsbibliothek zu Berlin Stiftung Preußischer Kulturbesitz http: //www. staatsbibliothek-berlin. de n Universitätsbibliotheken HU, TU, FHTW, TFH, FHW, . . . n http: //www. fhtw-berlin. de/content/lehren/services/Bibliothek/suchen/ http: //www. gallileus. info (Bücher in Berlin und Brandenburg) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 62
Informationswirtschaft 4. 3 Management der Informationsressourcen Lebenszyklus der Informationswirtschaft (nach Rehäuser/Krcmar) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 63
Informationswirtschaft Management der Informationsressourcen Mehrfach verwendbare Informationsquellen werden zu Informationsressourcen. Die Überführung geschieht, indem die Informationsquelle zunächst verifiziert wird und anschließend die Information (vorwiegend elektronischen) Informationsträgern gespeichert wird. n Dublin Core- Metadaten-Standard n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 64
Informationswirtschaft 4. 3. 1 Dublin Core-Metadaten-Standard für digitale Bibliotheken n n n Titel Creator Subject Description Publisher Contributor Date Type Format Identifier Source Language Relation Coverage Rights © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 Titel des Dokuments Person oder Organisation, die inhaltl. verantwortlich Thema, Schlagwort, Stichwort textuelle Beschreibung des Inhalts (Abstract) Verleger, Herausgeber, Universität, … weitere Creatoren: Personen oder Organisationen Datum der Veröffentlichung Art der Ressource: Homepage, Roman, Bericht, … Datenformat der Ressource: Text/HTML, ASCII, PDF, … Zeichenkette, Zahl zur eindeutigen Identifikation: URL, . . . Quelle der Ressource: gedrucktes oder elelktron. Werk Sprache, in der Inhalt verfasst wurde Angaben zu verbundenen Ressourcen, Bezüge Angaben zur räuml. Bestimmung, zeitl. Gültigkeit, … Infos über bestehende Rechte: Urh. G, Copyright 65
Informationswirtschaft Dublin Core- Metadaten-Standard <head profile="http: //dublincore. org/documents/dcq-html/"> <title>Dublin Core</title> <link rel="schema. DC" href="http: //purl. org/dc/elements/1. 1/"> <link rel="schema. DCTERMS" href="http: //purl. org/dc/terms/"> <meta name="DC. format" scheme="DCTERMS. IMT" content="text/html"> <meta name="DC. type" scheme="DCTERMS. DCMIType" content="Text"> <meta name="DC. publisher" content="Jimmy Whales"> <meta name="DC. subject" content="Dublin Core Metadaten-Elemente, Anwendungen"> <meta name="DC. creator" content="Björn G. Kulms"> <meta name="DCTERMS. license" scheme="DCTERMS. URI" content="http: //www. gnu. org/copyleft/fdl. html"> <meta name="DCTERMS. rights. Holder" content="Wikimedia Found. Inc. "> <meta name="DCTERMS. modified" scheme="DCTERMS. W 3 CDTF" content="2006 -03 -08"> </head> © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 66
Informationswirtschaft 4. 3. 2 Methoden zur Informationsstrukturierung und -repräsentation n Methoden zur Informationsstrukturierung und -repräsentation sind: § hierarchische Klassifikation (Taxonomie) § Indizierung nach Schlagwortverfahren (Thesaurus) § Assoziative Repräsentation durch Graphen (Semantic Web) § Kennzahlensysteme z. B. Return on Investment (ROI), Du. Pont-Schema © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 67
Informationswirtschaft Methoden zur Informationsstrukturierung n hierarchische Klassifikation z. B. Taxonomie § hierarchische Klasseneinteilungen eines Themenbereichs § bilden Über- und Unterordnungsbeziehungen ab und können so Vererbungen darstellen § z. B. biologische Einteilung von Pflanzen und Tieren in Familien, Gattungen und Arten © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 68
Informationswirtschaft Methoden zur Informationsstrukturierung n Indizierung nach Schlagwortverfahren z. B. Thesaurus § systematisch geordnetes Verzeichnis von Schlagwörtern (Deskriptoren) und § deren terminologischen Beziehungen untereinander § innerhalb eines bestimmten Fachgebietes § terminologischen Beziehungen : bspw. Synonyme, Homonyme, Äquivalenzbeziehungen n n Synonym: Wort mit gleicher oder ähnlicher Bedeutung Homonyme: gleich geschriebenes und gesprochenes Wort, aber mit verschiedener Bedeutung © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 69
Informationswirtschaft Methoden zur Informationsstrukturierung Assoziative Repräsentation durch Graphen z. B. Semantic Web, Topic Maps § Assoziative Repräsentationen bestehen aus Knoten, die für reale Entitäten stehen und Kanten, die inhaltlichen Beziehungen der Entitäten untereinander darstellen. § Bilden von Assoziationsketten Interpretation und Kombination ist heute noch menschliche Arbeit → Weiterentwicklung des Web zum Semantic Web Vision des Semantic Web n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 70
Informationswirtschaft 4. 3. 3 Informationsmodellierung mit Semantic Web liefert eine Möglichkeit, Informations- und Wissensobjekten zusätzliche Informationen über ihre inhaltlichen Beziehungen untereinander mitzugeben. n eine zielgerichtete Recherche zusammenhängender Themengebiete wird ermöglicht. n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 71
Informationswirtschaft Informationsmodellierung mit Semantic Web Ziel von Semantic Web ist Bereitstellung von Werkzeugen zur Informationsmodellierung, die das Handling umfangreicher Informationsressourcen durch die Erfassung und Verwaltung von Metainformationen unterstützt. n Grundidee ist: Informationsobjekten maschinenlesbare Informationen über Inhalte und auch über ihre Beziehung zu anderen Informationsobjekten zu hinterlegen. n Ausgangssituation: § Informationen sind über mehrere Webseiten verteilt § bei der Recherche müssen durch Kombination und Interpretation von Informationen Assoziationsketten gebildet werden (heute noch durch den Menschen) n Vision: Semantic Web automatisiert diese Recherchen 72 © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 n
Informationswirtschaft Informationsmodellierung mit Semantic Web-Inhalte mit maschinenlesbaren Metainformationen hinterlegen n Grundlage für die semantisch unterstützte Recherche sind gemeinsame Ontologien. n Ontologie: Formale Beschreibung der Semantik von Informationsobjekten. n Taxonomie bestimmt, was unter bestimmten Begriffen und Konzepten verstanden werden soll. n Ontologie = Taxonomie und Ableitungsregeln. n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 73
Informationswirtschaft Informationsmodellierung mit Semantic Web Modellierung, wie Begriffe eines Gegenstands- oder Anwendungsbereichs zueinander in Beziehung stehen. n Beispiel 1: Dem Begriff „Betriebliche Anwendungssysteme“ werden die Begriffe „PPS“ und „Fibu-System“ zugeordnet n Beispiel 2: Spätimpressionismus = historische Phase der Malerei V. van Gogh malte zur Zeit dieser Periode → V. van Gogh war Spätimpressionist. n Ein mögliche Ableitungsregel könnte bspw. besagen: Eine Ausstellung zu Künstlern des Post-Impresionalismus zeigt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Bilder von van Gogh. © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 74
Informationswirtschaft Informationsmodellierung mit Semantic Web Ontologien = Taxonomie und Ableitungsregeln. n Taxonomie bestimmt, was unter bestimmten Begriffen und Konzepten verstanden werden soll. n Beispiel: Post-Impressionismus = historische Phase der Malerei (zeitliche Periode) V. van Gogh malte zur Zeit dieser Periode → Er war Post-Impressionist. n Ein mögliche Ableitungsregel könnte bspw. besagen: Eine Ausstellung zu Künstlern des Post-Impresionalismus zeigt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Bilder von van Gogh. n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 75
Informationswirtschaft Informationsmodellierung mit Semantic Web Ontologie: Menge möglicher Begriffe und Begriffsdeutungen zur semantischen Annotation von Dokumenten sowie Beschreibung der inhaltlichen Bezüge zwischen den einzelnen Begriffe n Annotation: Inhalt eines Buches oder eines Beitrages/Artikels erläutern, analysieren n n Modellierung der Metainformationen z. B. Resource Description Framework (rdf) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 76
Informationswirtschaft Modellierung von Metainformationen mit dem Resource Description Framework (rdf) Tripel A(O, V) aus § Objekt (O) § Attribut (A) § Attributwert (V, Value) n Beispiel: hat. Farbe(Ball, rot) n auch Objekte als Attributwert möglich n Darstellung als gerichteter Graph: § Objekte: Kreise, Ellipsen § Attribut: gerichtete Kanten § Attributwerte: Kreise, (da hier auch Objekte möglich) § URI als eindeutiger Verweis (Uniform Resource Identifier) n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 77
Informationswirtschaft Modellierung von Metainformationen mit dem Resource Description Framework (rdf) Tripel: hat. Name(“http: //home. inter. net/kania“, “Jost-Peter Kania“) n Autorvon(“http: //home. inter. net/kania“, “http: //www. books. org/ISBN 3898259099“) n hat. Preis(“http: //www. books. org/ISBN 3898259099“, “ 49, 00 €“) n Graph: http: //home. inter. net/kania hat. Name Jost-Peter Kania © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 Autorvon http: //www. books. org/ISBN 3898259099 hat. Preis 49, 00€ 78
Informationswirtschaft Informationsmodellierung mit Semantic Web liefert eine Möglichkeit, Informations- und Wissensobjekten zusätzliche Informationen über ihre inhaltlichen Beziehungen untereinander mitzugeben. n eine zielgerichtete Recherche zusammenhängender Themengebiete wird ermöglicht. n Hinweis auf die Übung © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 79
Informationswirtschaft Kennzahlensysteme - Return on Investment (ROI) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 80
Informationswirtschaft 4. 4 Management des Informationsangebots und der Bereitstellung Lebenszyklus der Informationswirtschaft (nach Rehäuser/Krcmar) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 81
Informationswirtschaft Management des Informationsangebots und der Bereitstellung Ziel: Informationen anforderungsgerecht bereitzustellen und universell verwenden können n Informationen bereitstellen aus: § eigenen Quellen § unternehmensweiten Daten-, Methoden und Modellbanken § Information (Data) Warehouse n Informationsüberflutung vermeiden → Daten verdichten und aufbereiten n Data Mining (Verfahren der Mustererkennung) zur automatisierten Klassifizierung und Analyse n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 82
Informationswirtschaft Management des Informationsangebots und der Bereitstellung n n n Informationsressourcen sind passiv und werden nur auf Initiative und auf Betreiben des Informationsbenutzers verwendet. Aktiv: Inhalte der Informationsressourcen in Informationsprodukte überführen und an Informationsnutzer verteilen Aufbereitung und Wertsteigerung durch Analysieren, Umordnen, Reproduzieren, Reduzieren und Verdichten nach informationslogistischen Prinzipien z. B. Berichtswesen, Data Warehouse, Portale © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 83
Informationswirtschaft 4. 4. 1 Berichtswesen versorgt die betrieblichen Entscheidungsträger mit den notwendigen unternehmensinternen Informationen n auf Papier, Bildschirm, Tafeln n Benutzermodelle beschreiben den Umgang des Benutzers mit Informationen n Unter Benutzermodellierung sind Mechanismen zu verstehen, die es dem Computer erlauben, sich möglichst gut auf den Menschen einzustellen. Sie dienen Anwendungssystemen dazu, Problemlösungsstrategien und Dialogverhalten individuell an den Empfänger anzupassen. → Gestaltung der Benutzungsschnittstelle (User Interface) n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 84
Informationswirtschaft Gestaltungsregeln zur Informationsdarstellung formal einheitlicher Aufbau des Berichtswesens Informationen nicht isoliert darstellen, sondern durch Vergleichsgrößen relativieren n Informationen in Relation zu Planwerten, Vergangenheitswerten, Trends, . . . darstellen → größere Aussagekraft n Überblick und Details deutlich voneinander trennen n außergewöhnliches hervorheben n wenn kein Routinebericht: verwendete Methoden der Datenerhebung, Vorgehensweisen bei der Auswertung und exemplarische Rechenprozeduren erläutern n Vorrang grafischer Darstellungen vor Tabellen und Texten n Orientierung nicht nur auf quantitative Größen, © Dr. -Ing. J. -P. Kania. Größen“ 2006 85 „weiche n n
Informationswirtschaft 4. 4. 2 Data Warehouse Integrationsstrategie für Managementinformationen n Informationslager, -speicher n Data Warehouse ist eine analytische Nur-Lese-Datenbank, die als Grundlage eines Entscheidungssystems genutzt wird. n „A data warehouse is a subject-oriented, integrated, nonvolatile, time-variant collection of data in support of management´s decision“. (Immon) n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 86
Informationswirtschaft Data Warehouse „A data warehouse is a subject-oriented, integrated, nonvolatile, time-variant collection of data in support of management´s decision“. (Immon) n subject-oriented (Themenbezug): an Sachverhalten des Unternehmens ausgerichtet § Einordnung der Daten bei Kunden- oder Produktkriterien in Fachbereiche und durch Bezugnahme auf Geschäftsprozesse § operative Daten immer auf einzelne betriebliche Funktionen beziehen n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 87
Informationswirtschaft Data Warehouse „A data warehouse is a subject-oriented, integrated, nonvolatile, time-variant collection of data in support of management´s decision“. (Immon) n integrated (Einheitlichkeit): unternehmensweite Datenintegration in einem einheitlich gestalteten System angestrebt. § Vereinheitlichung externer und interner Daten (schafft eine logische Verbindung) § konsistente Datenhaltung bedeutet eine Struktur- und Formatvereinheitlichung durch § Vergabe eindeutiger Bezeichnungen § Anpassung der Datenformate § Herstellung einer semantischen Integrität § standardisierte Kennzahlen n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 88
Informationswirtschaft Data Warehouse „A data warehouse is a subject-oriented, integrated, nonvolatile, time-variant collection of data in support of management´s decision“. (Immon) n nonvolatile (Permanenz): DW: dauerhafte Sammlung von Informationen (nicht-schwankend) Zugriff nur über Lese- und Einfügeoperationen möglich n time-variant (Zeitraumbezug): erlaubt das Betrachten der Daten über Zeiträume n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 89
Informationswirtschaft Data Warehouse-Konzept Benutzungsschnittstelle Data Marts Basisdaten, Metadaten, Archivierungssystem Datenschnittstelle © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 nach Peyer 90
Informationswirtschaft Data Warehouse-Anwendungen n n n Online-Analytical Processing (OLAP) Online-Transaction Processing (OLTP) Data Mining Führungsinformationssysteme Anwendungen im Controlling Anwendungen im Marketing © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 91
Informationswirtschaft Data Warehouse-Anwendungen - Online-Analytical Processing (OLAP) n n n n Umsatz erlaubt Entscheidern in Unternehmen / Menge mehrdimensionale Daten in Echtzeit auf höherer Ebene Märkte zu analysieren: Produkte Daten entlang einer Dimension allein zu betrachten und/oder zusammenzufassen einfach benutzbare Analysefunktionen Drill Down: Verfeinerung der Daten Perioden Roll Up: gröbere Datengranularität Slicing: mehrdimensionale Daten um mind. eine Dimension verringern Dicing: anderen Ausschnitt des Datenwürfels betrachten © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 92
Informationswirtschaft Data Warehouse-Anwendungen - Online-Transaction Processing (OLTP) n durch viele Nutzer charakterisiert, die gleichzeitig einzelne Daten hinzufügen, ändern oder abfragen © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 93
Informationswirtschaft Data Warehouse-Anwendungen - Data Mining Ansatz zur Analyse umfangreicher Datenbestände nach versteckten Informationen und verborgenen Zusammenhängen n „Rasterfahndung“: Suche nach Beziehungsmustern, Regelmäßigkeiten, Auffälligkeiten in den Daten und deren Darstellung durch § Clusterbildung (Zusammenfassung zu Clustern) § Klassifikation (Einordnung in Klassen) § Regressionsanalysen (Ursache-Wirkungsbeziehungen für Prognosen künftiger Situationen und Veränderungen) § Assoziationsanalysen (Zusammenhänge zwischen unterschiedlichen Ausprägungen eines Merkmals finden) § Abweichungsanalysen (durch Zeitraumvergleiche) n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 94
Informationswirtschaft Data Warehouse-Anwendungen - Führungsinformationssysteme Managementinformationssysteme (MIS) Datenfokus n Executive Information System (EIS) erst durch Data Warehouse möglich: § verschiedene Planungshorizonte betrachten § verschiedene Informationen aus unterschiedlichen Informationsquellen berücksichtigen § Planabweichungen und Veränderungen müssen sich frühzeitig in einem Exception Reporting erkennen lassen § Visualisierung § Integration in das Kommunikationssystem des Unternehmens n Decision Support Systems (DSS): Informationssystem mit weiteren Funktionen zur Entscheidungsfindung (Modellbildung): Optimierung, Prognose, Risikoanalyse 95 © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 n
Informationswirtschaft Data Warehouse-Anwendungen - Anwendungen in Controlling und Marketing Controlling: § mit OLAP-Technologie § Datenintegration unterschiedlicher Daten § zuverlässige Planzahlen aus der Datenanalyse für die zu ergreifenden Maßnahmen § Analyse von Unternehmenskennzahlen, multidimensional n Marketing: § Warenkorbanalyse § Kundensegmentierung § Kundenklassifikation § Abweichungsanalyse § Prognose © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 n 96
Informationswirtschaft 4. 4. 3 Portale n n n lat. porta, "Pforte" zentraler Einstiegs- und Navigationspunkt als Zugang zu einem virtuellen Angebotsraum mit weiterführenden Informationen horizontale Portale Informationen über verschiedene Themenbereiche vertikale Portale Konzentration auf ein Thema (Themen- oder Fachportale) rollenbasierte Portale: Benutzerprofil, nach Zugriffsrechten gesteuert personalisierbare Portale: an Bedürfnisse anpassbar © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 97
Informationswirtschaft Funktionen von Portalen n n n n Personalisierung Suchfunktionen und Navigation Push-Technologie: Benutzer aufmerksam machen Kollaborations- und Groupware-Komponenten Workflow-Komponenten Integration der Anwendungen (externe Webanwendungen, Unternehmensanwendungen) Integration von Informationsquellen Benutzerverwaltung und Sicherheitsservice © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 98
Informationswirtschaft Eigenschaften von Portalen (Zusammenfassung) Integration von Anwendungen, Prozessen und Diensten n Bereitstellung von Funktionen zur: § Personalisierung, Sicherheit, Navigation und Benutzerverwaltung § Suche und Präsentation von Informationen. n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 99
Informationswirtschaft 4. 5 Management der Informationsverwendung Lebenszyklus der Informationswirtschaft (nach Rehäuser/Krcmar) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 100
Informationswirtschaft Content Management (CM) ist die Zusammenfassung aller Tätigkeiten, Prozesse und Hilfsmittel, die den Lebenszyklus digitaler Informationen (Content: Inhalt) in Form von Unterlagen und Dokumenten unterstützen, n einschließlich Versionskontrolle. n Formen des Contents in CM-Systemen: § Content als einzeln verarbeitbare Datei § Content als zusammenhängende Dateisysteme, z. B. Webseiten § Content in strukturierter Form, z. B. Datenbanken. n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 101
Informationswirtschaft Content Management: Lebenszyklus digitaler Informationen n Der Lebenszyklus solcher Unterlagen und Dokumente durchläuft typischerweise sechs grundlegende Phasen: 1. Erzeugung 2. Überarbeitung 3. Veröffentlichung 4. Übersetzung 5. Ablage und Archivierung 6. Ausscheidung © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 102
Informationswirtschaft Funktionen von Content Management Systeme (CMS) n n n Möglichkeit, unterschiedliche Rollen und Verantwortlichkeiten an verschiedene Nutzer und Content-Kategorien/-Typen zu vergeben Identifizierung der wichtigsten Nutzer und ihrer Rollen Definition der Verarbeitungsprozesse als Workflow z. B. Nachrichten versenden, sobald Änderung des Content Nachhalten und Verwalten verschiedener Versionen einer Unterlage Veröffentlichen des Contents in einer Ablage (z. B. Datenbank) © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 103
Informationswirtschaft Content Management Systeme: Rollen Content Management ist durch kooperative Prozesse und Tätigkeiten gekennzeichnet. n Oft finden sich folgende grundlegende Rollen in CMS (verantw. f. d. . ): § Autor (Erzeugung und Überarbeitung des Contents) § Herausgeber (Feinarbeit an der Unterlage sowie Art und Weise der Veröffentlichung) § Verleger (physische Herausgabe des digitalen Contents) § Administrator (Verwaltung und Speicherung der Ausgaben des Contents, wiederfinden, weiterverarbeiten). © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 n 104
Informationswirtschaft Content Management Systeme: Workflow vordefinierte Abfolge rechnergestützt ablaufender Aktivitäten n Das IT-System versorgt einen Geschäftsprozess mit notwendigen Daten und n wickelt gemäß einer im System hinterlegten Vorgabe (Algorithmus) ab. Ziel: (Teil-)Automatisierung der Ausführung. n n Abgrenzung vom Geschäftsprozess: eine Folge von Aktivitäten mit dem Ziel der Leistungserstellung. © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 105
Informationswirtschaft Workflow Management Systeme Aufgaben von Workflow-Managementsystemen: Koordinierung, § wer (Rollen) § was (Aufgabe) § wann (Prozess) und § wie (Umgebung) n bearbeitet. n n Wf. M ist eine elektronische Ausführung von Geschäftsprozessen. n damit eine Ausprägung von CSCW-Systemen n © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 106
Informationswirtschaft Computer Supported Cooperative Work (CSCW) n n Rechnerunterstützte Gruppenarbeit "Kooperationen zwischen Menschen und deren Unterstützbarkeit mit Rechnern" (Cora Burger) n Die Hilfsmittel für die Kooperation innerhalb von Gruppen und Teams werden als Groupware (für schwach strukturierte Arbeitsprozesse) oder Workflow-Management-Systeme (für stark strukturierte Arbeitsprozesse) bezeichnet. © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 107
Informationswirtschaft Workflow und Workgroup in der CSCW-Pyramide Kommunikation Welcher Begriff steht in der Mitte? W g ork low Wie heißen noch die 4 Ks? rkf Wo © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 p Koordination rou Kollaboration am Objekt Kooperation 108
FHTW Berlin Informationswirtschaft Vielen Dank für die Aufmerksamkeit © Dr. -Ing. J. -P. Kania 2006 109
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