Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen Orbitalhybridisierung Methan Quelle www
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Methan Quelle: www. fotocommunity. de Der einfachste Kohlenwasserstoff, das Methan, gehört zu den gasförmigen Ausscheidungsprodukten von Wiederkäuern. Das Methanmolekül weist die Struktur eines idealen Tetraeders auf. (Alle vier H-Atome bilden die Ecken dieses Tetraeders, in dessen Zentrum sich das C-Atom befindet).
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Methan Rein theoretisch könnten wir Methan aus seinen Elementen herstellen. Frage: Wie schafft es das Kohlenstoff-Atom, seine Reaktionspartner, die vier H-Atome, in die Ecken eines Tetraeders zu plazieren?
Kern eines C-Atoms (Isotop 12 C) Elektronen (stark vergrößerte Wiedergabe) Betrachten wir zur Klärung dieser Frage zunächst, wie die insgesamt sechs Elektronen des C-Atoms um dessen Kern herum angeordnet sind.
Quelle: arr-witten. de Die Anordnung der Elektronen um einen Atomkern unterliegt den Gesetzen der Quantenmechanik. Die Elektronen bewegen sich keineswegs so um den Kern wie z. B. die Planeten um die Sonne, …
… auch wenn das von Niels Bohr entworfene Schalenmodell einen solchen Vergleich nahelegt.
Die Abbildung zeigt die Schalenmodelle von Kohlenstoff (links) und dem Edelgas Neon (rechts). In beiden Atomen ist die erste Schale mit zwei Elektronen voll besetzt. Im Atom des Neons ist auch die zweite Schale voll besetzt, in diesem Fall mit acht Elektronen.
Quelle: wikipedia Innerhalb dieser Schalen haben die Elektronen bevorzugte Aufenthaltsbereiche. Wenn wir das Kohlenstoffatom nach dem Baukastenprinzip konstruieren könnten, würden wir im ersten Schritt ein Elektron in die leere Hülle um den Atomkern einbauen.
Quelle: wikipedia Wir gehen von dem Fall aus, daß wir dieses Elektron fotographieren und das Bild auf eine Klarsichtfolie projizieren könnten. Mehrere Hundert dieser Klarsichtfolien übereinandergelegt würden mit dem Pfeil markierten kugelförmigen Haufen in der Abbildung links oben ergeben.
Quelle: wikipedia Wenn man auf diesen übereinandergelegten Klarsichtfolien die 10% „Ausreißer“ ganz außen in der Peripherie wegrechnet und sich auf die 90% der Aufnahmen beschränkt, die das Elektron in Kernnähe zeigen, dann erhält man die Form einer Kugel (siehe Pfeil). Das gleiche Ergebnis würde man erhalten, wenn man die (Wellen-) Eigenschaften des Elektrons in Form einer mathematischen Gleichung ausdrückt und einen mit entsprechender Software ausgestatteten Rechner anweist, das Ergebnis der Lösung dieser Gleichung in dreidimensionaler Form wiederzugeben.
Quelle: wikipedia Solche bevorzugten Aufenthaltsbereiche, die als dreidimensionale geometrische Figuren wiedergegeben werden können, nennt man Orbitale (abgeleitet vom englischen Ausdruck „orbit“). Die Orbitale mit einer Kugelform, so wie das hier mit einem Pfeil markierte Orbital für das allererste Elektron, bezeichnen wir als s-Orbitale.
Quelle: wikipedia Für die exakte Bezeichnung eines Orbitals wird die Ziffer der entsprechenden Schale (hier: die „ 1“) dem Buchstaben (hier: „s“) vorangestellt. Das Orbital, in dem das erste (und, wie wir auf einer der nächsten Folien sehen werden, auch das zweite) Elektron untergebracht werden, trägt demnach den vollständigen Namen „ 1 s-Orbital“.
Quelle: wikipedia Der untere Teil der Abbildung zeigt uns die fünf Orbitale, auf die es beim Kohlenstoffatom ankommt. Wie wir anhand der vorangestellten Ziffer „ 1“ beim 1 s-Orbital unschwer erkennen, ist dieses Orbital das einzige in der ersten Schale.
Quelle: wikipedia In der zweiten Schale sind insgesamt vier Orbitale untergebracht (das entsprechende s-Orbital, hier also als 2 s. Orbital bezeichnet, sowie drei sogenannte p-Orbitale. s-Orbitale haben gemäß den Gesetzen der Quantenmechanik (auf die wir hier nicht näher eingehen) eine kugelsymmetrische Form, p-Orbitale (von denen es drei gibt, jeweils im 90°-Winkel zueinander) hingegen die Form einer Hantel.
Quelle: wikipedia Die Kästchen hier rechts geben die ungefähren Energieunterschiede zwischen den Orbitalen wieder.
Quelle: wikipedia Das erste von insgesamt sechs Elektronen des C-Atoms wird in das energieärmste Orbital, das 1 s-Orbital, eingebaut.
Quelle: wikipedia In diesem Orbital ist auch noch Platz für das zweite Elektron. Damit ist das Maximum aber bereits erreicht. Jedes Orbital kann maximal zwei Elektronen aufnehmen.
Quelle: wikipedia Genauso wie zwei Schuhe „antiparallel“ besser in einen Schuhkarton passen, sind auch die beiden Elektronen in einem Orbital mit entgegengesetztem quantenmechanischem Drehimpuls untergebracht. Dies wird durch die Pfeile in entgegengesetzter Richtung symbolisiert. Quelle: edtech 2. boisestate. edu
Quelle: wikipedia Die erste Schale ist also bereits voll. Elektron Nr. 3 wird nun in das energieärmste Orbital der zweiten Schale eingebaut, also in deren 2 s-Orbital (ebenfalls kugelförmig, nur größer)
Quelle: wikipedia Dieses Orbital kann auch noch Elektron Nr. 4 aufnehmen (ebenfalls mit antiparallelem Kerndrehimpuls).
Quelle: wikipedia Elektron Nr. 5 wird im ersten der drei energiegleichen 2 p-Orbitale untergebracht …
Quelle: wikipedia … und Elektron Nr. 6 im zweiten dieser drei energiegleichen 2 p-Orbitale. Man beachte: sind mehrere Orbitale in einem Atom energiegleich, so werden sie zunächst einfach mit Elektronen besetzt. („Hundsche Regel“). Friedrich Hund (1896 – 1997) Quelle: wikipedia
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Die unten stehende Abbildung gibt den Basissatz der insgesamt fünf Orbitale in der ersten und der zweiten Schale des C-Atoms inklusive der untergebrachten sechs Elektronen (durch Pfeile symbolisiert) wieder. 2 px-, 2 py und 2 pz-Orbitale 2 s-Orbital 1 s-Orbital
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Tritt ein potentieller Reaktionspartner wie z. B. gasförmiger Wasserstoff auf den Plan, dann hat das C-Atom für den Fall, daß der Wasserstoff in ausreichender Menge zur Verfügung steht, aus rein energetischen Gründen ein großes Interesse: mit seinen Elektronen der äußeren Schale möglichst viele Bindungen zu möglichst vielen Wasserstoffatomen auszubilden.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Wir müssen dabei immer berücksichtigen, daß das C-Atom Bindungen zu anderen Atomen ausschließlich über seine Valenzelektronen tätigen kann, also über die vier Elektronen in der äußeren (im Fall des C-Atoms der zweiten) Schale. Die beiden Elektronen im 1 s-Orbital spielen für Bindungen keine Rolle! Sie dienen lediglich zum Ladungsausgleich der positiv geladenen Protonen im Atomkern.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Wir halten fest: Da sich in der äußeren Schale des Kohlenstoffatoms vier Elektronen befinden (die sogenannten Valenzelektronen), können vom C-Atom aus maximal vier Bindungen zu H-Atomen ausgebildet werden. Das Ergebnis wäre in diesem Fall der einfachste Kohlenwasserstoff mit der Formel CH 4, das Methan.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Damit tatsächlich vier H-Atome gebunden werden können und nicht nur zwei, müssen die beiden Elektronen im 2 s-Orbital ihr Dasein im „Doppelbett“ des 2 s-Orbitals beenden. Eines dieser beiden Elektronen muß in das bislang leere dritte p-Orbital umziehen. Dies erfordert zwar Energie, aber ohne eine solche Investition kann es nicht zur Ausbildung der gewünschten vier Bindungen kommen. Wir dürfen nicht vergessen: mit der Ausbildung jeder neuen Bindung geht ein beträchtlicher Energiegewinn für das gebildete Molekül einher. Ohne die vorherige Investition eines kleineren Energiebetrags zum Hochhieven eines Elektrons auf ein höheres Energieniveau (vom Niveau des 2 s- auf das Niveau eines p-Orbitals) kann der Maximalgewinn an Energie durch Ausbildung von vier C-H-Bindungen nicht realisiert werden.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung An dieser Stelle wollen wir einen ganz kurzen Exkurs zur Natur der Bindung zwischen zwei Atomen einschieben: Damit eine solche Atombindung zustande kommt, müssen entsprechende Orbitale der beiden Reaktionspartner miteinander überlappen. Einfachstes Beispiel: die Überlappung zweier 1 s-Orbitale von Wasserstoffatomen unter Ausbildung der Atombindung in einem Wasserstoffmolekül: H H H–H
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Die Abbildung rechts unten soll die Überlappung der beiden 1 s-Orbitale etwas vergrößert veranschaulichen. In dieser Überlappungszone halten sich die Bindungselektronen auf. H H H–H . .
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Für das C-Atom und sein Angebot an vier H-Atome als potentielle Bindungspartner bedeutet dies: Die Bereitschaft des C-Atoms, vier einzelne Außenelektronen zur Verfügung zu stellen, reicht alleine nicht aus. Damit würde das C-Atom zwar alle vier H-Atome mit jeweils einer Bindung „versorgen“, aber die Gäste des C-Atoms, eben diese vier H-Atome, sind nur dann zufrieden, wenn das Orbital des C-Atoms, mit denen ihr einzig vorhandenes Orbital (ein 1 s-Orbital) überlappen soll, den anderen drei vom C-Atom zur Verfügung gestellten Orbitalen in jeder Hinsicht gleichwertig ist. vier energetisch und räumlich gleichwertige Orbitale !
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Warum dies im Sinne einer „sozialen Gerechtigkeit“ für chemische Bindungen so sein sollte, veranschaulicht das folgende Beispiel, das aus dem realen Leben gegriffen sein soll: Eine Familie mit vier Kindern zieht in ein neues Haus ein. Das Eltern-Schlafzimmer mit einem Doppelbett befindet sich im Erdgeschoß, die Betten für die Kinder sind im Obergeschoß. Zunächst teilen sich zwei Kinder ein großes und schönes Doppelbett, während die anderen beiden Kinder jeweils ein kleineres Einzelbett beziehen. In einem der Räume bleibt ein Einzelbett leer. … Kind Nr. 3 Bett für die Kinder Nr. 1 und Nr. 2 Elternbett im Erdgeschoß … Kind Nr. 4 (steht leer …)
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Nach einer gewissen Zeit wird der Wunsch nach einem individuellen Bett allerdings so groß, daß eines der Kinder aus dem Doppelbett auszieht und das leerstehende Einzelbett übernimmt. … Kind Nr. 2 Bett für Kind Nr. 1 Elternbett im Erdgeschoß … Kind Nr. 3 … Kind Nr. 4
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Ein Umstand sorgt nun aber für Unmut: Bislang wurde der „Nachteil“ des weniger schönen und kleineren Betts durch den „Vorteil“, daß man dieses Bett für sich alleine hatte, ausgeglichen. Die Alleinbelegung eines Betts besteht nun aber für alle – aber ein Bett ist eben nach wie vor größer und schöner als der Rest. … Kind Nr. 2 Bett für Kind Nr. 1 Elternbett im Erdgeschoß … Kind Nr. 3 … Kind Nr. 4
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Zur Wahrung des Familienfriedens beauftragen die Eltern einen geschickten Schreiner mit der Aufgabe, alle vier Kinderbetten zu zerlegen und aus dem dann vorhandenen Baumaterial vier identische Betten zu zimmern. … Kind Nr. 2 Bett für Kind Nr. 1 Elternbett im Erdgeschoß … Kind Nr. 3 … Kind Nr. 4
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Das Ergebnis dieser Aktion sieht man rechts. … Kind Nr. 2 Bett für Kind Nr. 1 Elternbett im Erdgeschoß … Kind Nr. 3 … Kind Nr. 4 vier qualitativ und vom Platzangebot her gleichwertige Betten !
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Die Analogie zum Problem auf quantenmechanischer Ebene dürfte einleuchtend sein. Für die Lösung dieses Problems benötigen wir aber keinen Schreiner, sondern müssen die Mathematik und den Computer bemühen. Wir geben als die zu lösende Aufgabe vor, aus dem bisher vorhandenen energetisch und von der Form her unterschiedlichen Material (ein 2 s-Orbital und drei p-Orbitale) durch einen kompletten Umbau vier absolut gleichwertige Resultate (in diesem Fall also Orbitale) zu konstruieren. vier energetisch und räumlich gleichwertige Orbitale !
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Die Abbildung rechts zeigt das Ergebnis, nämlich vier absolut gleichwertige sp 3 -Hybridorbitale.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Jetzt muß nur noch die räumliche Ausrichtung jener sp 3 -Hybridorbitale berücksichtigt werden. Die H-Atome wünschen den maximalen Abstand zueinander, damit das CH 4 maximale Stabilität hat. Die sp 3 -Hybridorbitale müssen sich also in Richtung der vier Ecken eines Tetraeders erstrecken.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Kommen wir nun zur Konstruktion unseres Zielmoleküls CH 4 aus den Elementen C und H: Ein C-Atom verbindet sich dabei mit vier H-Atomen (siehe rechts oben).
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Die vier Elektronenpaare der σ–Bindungen*) zwischen C und den H‘s halten sich in den entsprechenden Überlappungszonen auf. Erläuterung (im Vorgriff auf eine der folgenden Folien): σ–Bindungen sind diejenigen Atombindungen, in denen sich die beiden Bindungselektronen bevorzugt zwischen den beiden Atomkernen aufhalten; das Gegenstück dazu sind p-Bindungen, in denen die bevorzugten Aufenthaltsbereiche der Bindungselektronen außerhalb der Kernverbindungsachse liegen. *) Zur
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Die vier Elektronenpaare der σ–Bindungen zwischen C und den H‘s halten sich in den entsprechenden Überlappungszonen auf. Wir merken uns: Hat ein C-Atom wie im Methan vier Bindungspartner, so ist es sp 3 -hybridisiert. [1 x s + 3 x p 4 x sp 3]
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Ethen Nun befassen wir uns mit der Orbitalhybridisierung in Systemen mit Mehrfachbindungen.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Ethen Quelle: home. fotocommunity. de Quelle: wikipedia Ethen (C 2 H 4) ist der einfachste ungesättigte Kohlenwasserstoff. Es ist unter Normalbedingungen (25°C, 1013 h. Pa) ein Gas, welches u. a. für die Reifung der Tomate verantwortlich ist.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung zwei p - Elektronen Ethen zwei s - Elektronen Die beiden Striche in der Darstellung der C=C-Doppelbindung geben jeweils ein Elektronenpaar wieder. Achtung: diese beiden Elektronenpaare haben ganz unterschiedliche Funktionen im Molekül. Sie werden daher auch unterschiedlich bezeichnet – die einen als s-Elektronen und die anderen als p-Elektronen. Welche unterschiedlichen Eigenschaften sie haben, betrachten wir auf den folgenden Folien etwas näher.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Zunächst zur dreidimensionalen Struktur im Ethen: Sämtliche Atome (= zwei C-Atome sowie vier H-Atome) liegen in der gleichen Ebene. Die Abbildungen links und in der Mitte zeigen diese Ebene als hellblaue Fläche.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung s - Bindung Zwischen zwei Atomen innerhalb eines Moleküls, egal, ob dies Methan, Ethen oder ein anorganisches Molekül wie der Sauerstoff ist, muß es immer genau ein Elektronenpaar geben, welches die alleinige Aufgabe hat, die beiden Atomkerne miteinander zu verknüpfen. Damit diese beiden Elektronen ihre Aufgabe optimal erfüllen können, müssen sie sich bevorzugt irgendwo zwischen den beiden Atomkernen aufhalten (bei gleichen Atomkernen, wie hier den beiden C-Atomen des Ethens, möglichst in der Mitte).
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung s - Bindung [C-C] Diese beiden Elektronen, die sich bevorzugt in der Zone zwischen den Atomkernen aufhalten, bilden eine sogenannte σ- Bindung zwischen den beiden Kernen aus.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung s - Bindung [C-H] s - Bindung [C-C] Auch die Atomkerne der insgesamt vier C-H-Bindungen im Ethen müssen durch solche Elektronenpaare zusammengehalten werden. D. h. , auch hier liegen σ - Bindungen vor. Wir halten fest: das Ethen-Molekül verfügt über insgesamt fünf σ - Bindungen eine zwischen den beiden C-Atomen und vier zwischen jeweils einem C- und einem H-Atom.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung px-Orbital Überlappungsbereich der px-Orbitale s - Bindung p - Bindung s - Bindung Die in der Abbildung links rot eingezeichneten Bereichen kennen wir bereits von einer früheren Folie. Es sind die parallel zueinander angeordneten px-Orbitale der beiden C-Atome, in denen jeweils ein Elektron untergebracht ist. Offenbar wurden diese px-Orbitale, anders als im Fall des C-Atoms im Methan, nicht in eine Hybridisierung mit einbezogen, sondern bleiben in ihrer Form, ihrer räumlichen Ausrichtung und in ihren Eigenschaften unverändert.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung px-Orbital Überlappungsbereich der px-Orbitale s - Bindung p - Bindung s - Bindung Durch ihre Überlappung (siehe Abbildung in der Mitte) wird der bevorzugte Aufenthaltsbereich für die beiden Elektronen geschaffen, die nunmehr eine sog. p-Bindung ausbilden. Wie die Abbildung zeigt, ist dieser Aufenthaltsbereich der p-Elektronen oberhalb und unterhalb der Kernverbindungsachse. Wir halten fest: Während sich s-Elektronen bevorzugt in Bereichen zwischen den Atomkernen aufhalten, liegen die bevorzugten Aufenthaltsbereiche von p-Elektronen außerhalb der Kernverbindungsachsen.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung p - Bindung s - Bindung Wir betrachten auf den folgenden Folien die entsprechende Hybridisierung der C-Atome im Ethen.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Bildet das Kohlenstoffatom nicht mit vier Bindungspartnern Atombindungen aus, sondern lediglich mit dreien, so ist das Ergebnis dieser Mischung drei völlig gleichwertige sp 2 -Hybridorbitale. px-Orbital (nicht hybridisiert) sp 2 -HO
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Auch in diesem Fall sind die potentiellen Bindungspartner anspruchsvoll: man will nicht nur energetisch und von der äußeren Form her gleichbehandelt werden, sondern auch maximalen Abstand voneinander pflegen. Dies läßt sich nur in einer planaren Anordnung der drei sp 2 -Hybridorbitale mit Winkeln zueinander in der Größenordnung von 120° umsetzen (oder exakt 120°, wenn alle drei Bindungspartner gleich sind, z. B. drei weitere Kohlenstoffatome).
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Wir konstruieren aus dem uns zur Verfügung stehenden Orbitalsatz zweier C-Atome zunächst die Überlappungszone für die σ–Bindung zwischen den beiden C-Atomen: 2 x
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Das Ergebnis sieht wie folgt aus (siehe Abbildung rechts). 2 x
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Zusätzlich zur Überlappungszone der σ–Bindung können wir den Überlappungsbereich der p–Bindung wiedergeben. Ganz rechts wird er oberhalb und unterhalb der Ebene als Verschmelzung der beiden Hantelhälften in rot dargestellt, in der Abbildung darunter durch jeweils einen schwarzen Balken. 2 x
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Im Ethen kommen nun vier H-Atome als Bindungspartner hinzu (mit jeweils einem 1 s-Orbital). 2 x
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Als Ergebnis liegen im fertigen Ethen insgesamt fünf σ–Bindungen vor und eine p–Bindung. σ-Bindung C-H π-Bindung C-C 2 x σ-Bindung C-H σ-Bindung C-C
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Als Ergebnis liegen im fertigen Ethen insgesamt fünf σ–Bindungen vor und eine p–Bindung. σ-Bindung C-H π-Bindung C-C 2 x σ-Bindung C-H Wir merken uns: Hat ein C-Atom wie im Ethen drei Bindungspartner, so ist es sp 2 -hybridisiert. [1 x s + 2 x p 3 x sp 2] σ-Bindung C-C
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Ethin (= Acetylen) Quelle: cosmiq. de Abschließend betrachten wir die Hybridisierung im Ethin (= Acetylen), einem Gas, welches z. B. zum Unterwasserschweißen verwendet wird.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Soll das C-Atom lediglich zwei Bindungspartner haben, so wird neben dem obligatorischen 2 s-Orbital nur einziges der p-Orbitale in die Hybridisierung einbezogen.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Das Ergebnis dieser Mischung sind zwei energetisch und von der Form her identische sp-Hybridorbitale (beide hochgestellten Ziffern „ 1“ werden weggelassen, das Mischorbital wird also nicht etwa als s 1 p 1 -Hybridorbital bezeichnet). Auch in diesem Fall wird aber dem Anspruch beider potentieller Bindungspartner Genüge geleistet: Der Winkel, den die beiden sp-Hybridorbitale zueinander einnehmen, ist ein gestreckter 180°-Winkel.
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Wir konstruieren nunmehr die Überlappungszone für die beiden Bindungselektronen der σ–Bindung im Ethin C 2 H 2. 2 x
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Die Abbildung zeigt das Ergebnis. 2 x
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Da wir im Fall der sp-Hybridisierung gleich zwei p-Orbitale eines jeden C-Atoms aus dem Mixer herausgehalten haben, stehen diese unverändert zur Verfügung und können mit den entsprechenden p-Orbitalen des benachbarten C-Atoms Überlappungsbereiche ausbilden. 2 x
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Man beachte: die beiden p-Orbitale eines jeden C-Atoms stehen im 90°-Winkel zueinander (entsprechend der Orientierung der beiden Ebenen in der Abbildung rechts). 2 x
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung Damit wir das Ethin-Molekül vervollständigen können, müssen zwei H-Atome als Bindungspartner hinzukommen … 2 x
Chemische Bindung in Kohlenwasserstoffen / Orbitalhybridisierung … und ihr 1 s-Orbital mit dem sp-Hybridorbital des Bindungspartners zur Überlappung bringen. 2 x
Die Abbildungen hier rechts sollen die Überlappungsbereiche im Ethin etwas besser verdeutlichen … Quelle: chemgapedia. de 2 x Wir merken uns: Hat ein C-Atom wie im Ethin zwei Bindungspartner, so ist es sp-hybridisiert. [1 x s + 1 x p 2 x sp]. Die sp-Hybridisierung und eine entsprechend gestreckte Struktur mit einem 180°-Winkel weist im Übrigen auch das Kohlendioxid CO 2 mit seinen zwei C=O-Doppelbindungen auf.
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