Braucht auch das Gehirn Regeneration Zypern 2017 Dr
Braucht auch das Gehirn Regeneration ? Zypern 2017 Dr. Kurt Leitner, Arzt für Allgemeinmedizin und Sportmedizin 8785 Hohentauern, Tauernstr. 50
Regeneration Wiederherstellung der psycho-physischen Leistungsfähigkeit Regeneration im Gehirn ist an Neubildung von Nervenzellen und synaptische Plastizität gebunden Erst in der Regeneration kommt es zur Anpassung
Herzfrequenzvariablität Nacht Tag 0, 5 Hz 0, 25 Hz 0 Hz Zeit 0, 2 bis 0, 3 Hz Respiratorische Sinus Arrhythmie bei 0, 1 Hz Blutdruckregulation (Barorezeptor Reflex) 0, 0033 bis 0, 04 Hz Körperliche Aktivität
Regulationsverlust bei Burn out Syndrom
Schema des zeitlichen Ablaufs der Glycogenspeicher. Superkompensation
Verfrühte Belastungszeitpunkte, die auf längere Sicht zu einer Abnahme des Leistungsniveaus führen Ermüdung – Übermüdung - Übertraining
Regenerationszeiten biologischer Teilsysteme Spätphase Zeitdauer Regenerationsvorgänge 2 – 3 Tage Elektrolytausgleich – Magnesium, Calcium 2 – 7 Tage Auffüllung des Muskelglykogens in stark beanspruchter Muskulatur 3 - 4 Tage Wiederherstellung der verminderten Immunabwehr 3 – 5 Tage Auffüllung der muskulären Fettspeicher (Triglyceride) 3 – 5 Tage Ausgleich im Hormonhaushalt, Cortisolresynthese Zeitliche Durchschnittsangaben, individuell abhängig von Dauer, Intensität der Belastung, sowie Leistungsfähigkeit Berbalk, Mod. n. Neumann, Pfützner
Veränderungen der Energiespeicher im Altersgang Abnahme des Gehaltes an ATP um 25 - 35 % Creatin. Phosphat um 50 % Glycogen um 50 % Abnahme von Muskelkapillarisierung Myoglobingehalt Muskelzahl und Größe um 50 % Abnahme der oxydativen und glycolytischen Enzymaktivität Reduktion des Sauerstoffumsatzes im Skelettmuskels um 35 - 50 % Abnahme der aeroben Kapazität und Kraftausdauer
Vermeulen et. al.
Zentrale Regulation des Glucosestoffwechsels 2/3 der Glucose geht in Ruhe ins Gehirn 90 % bei Konzentration Im Tiefschlaf 40 % weniger Gehirn hat keine Glucosespeicher Gehirn fordert bedarfgerecht Energie an GLUT-1 transportiert Glucose ins Gehirn GLUT-1 ist Insulin unabhängig Peters
Flussdiagram der Lieferkette Brain pull toxische Faktoren Hohe Anforderungen im Job Stundenlanges Durcharbeiten Schnelles Essen – to go Ständiges Kaffee trinken Bei Krankheit arbeiten gehen Überstunden, Arbeiten unter Druck Ständige Erreichbarkeit, Nachtdienst Antistimulantien: Alkohol, Beruhigungsmittel Übertraining Peters, Langemann
Energiebereitstellung des Gehirns Peters 2004.
Sport und ZNS relevante Wachstumsfaktoren BDNF Brain – derived neurotrophic factor IGF 1 Insulin – like growth factor VEGF Vasculär – like endothelial growth factor Cotman CW, Berchtold NC, Christie LA Trends, Neurosci 2007; 30: 464 -472 Stimulierung der Neurogenese 70 – 80% des zirkulierenden BDNF stammen aus dem Gehirn Verbessert die Neurogenese Volumenzunahme im Hippocampus Verbesserte Gedächtnisleistung Und synaptische Plastizität
Zusammenhang zwischen BDNF und Erkrankungen Brain-derived neurotrophic Faktor Typ 2 Diabetes Adipositas BDNF Kardiovaskuläre Erkrankungen BDNF Kognitive Einschränkung BDNF Demenz Stress Pederson, J Physiol. 587, 2009 Depression
Basalspiegel des anabol woirksamen Hormons IGF I in Abhängigkeit der Leistungsfähigkeit Poehlman, Copeland
Erholung „Superkompensation“ 2. Belastung Niveau 1. Belastung Intensität „HF“ Entwicklung Stagnation Absturz • Laktat 2, 0 mmol/l 60%HFmax • Laktat 4, 0 mmol/l 90% HFmax Dauer • Laktat 10, 0 mmol/l 100% HFmax Die Erholungszeit und damit die Leistungsentwicklung ist abhängig von der Belastungsintensität und der aeroben Leistungsfähigkeit Schober
Ursachen für psychische Überlastungen im Sport Personenbezogene Faktoren Perfektionismus / hohes Anspruchsniveau Extreme Leistungsorientierung Tendenz zur Selbstüberforderung Fehleinschätzung des eigenen Leistungshandelns Fehlende Fähigkeit zur Wahrnehmung von eigenen Bedürfnissen Rollenkonflikte / Rollenunsicherheit Petermann 2004.
Ursachen für psychische Überlastungen im Sport Umweltbezogene Faktoren Hoher Erfolgs- bzw. Leistungsdruck durch Zuschauer, Sponsoren usw. Hoher Konkurrenzdruck Wirtschaftliche Abhängigkeit Zeitliche / Arbeitsbelastung im Beruf Trainingsdauer von mehr als 2 Stunden täglich Zu viel hohe Trainingsintensität Petermann 2004.
Regenerationszeiten biologischer Teilsysteme Zeitdauer 3 – 10 Tage Spätphase 7 – 14 Tage 1 - 3 Wochen 4 – 6 Wochen Regenerationsvorgänge Regeneration in belastungsgeschädigten Kontraktionsproteinen und Stützstrukturen in überbeanspruchten Muskelfasern Reorganisation funktionsgestörter Mitochondrien Regeneration wichtiger Funktionssysteme im aeroben Energiestoffwechsel Normalisierung verminderter Ausdauer- und Kraftausdauerfähigkeit und damit der maximalen Sauerstoffaufnahme Psychische Erholung vom gesamtorganismischen Belastungsstress Abschluss der Regeneration nach LZA III und IV Belastungen Marathon, Langtriathlon Zeitliche Durchschnittsangaben, individuell abhängig von Dauer, Intensität der Belastung, sowie Leistungsfähigkeit Berbalk, Mod. n. Neumann, Pfützner
Wirkung von chronischem Stress Präfrontaler Cortex Hippokampus Amygdala Verschlechterung der Emotionskontrolle und Regulation der Exekutiven Funktionen Verschlechterung der Lernfunktion und Gedächtnisbildung Zunahme der Ängstlichkeit bzw. Angsterleben und Alarmbereitschaft
Reaktionen auf Stress Positiver Stress Auflösung der Problematik, Gefühl die Situation gemeistert zu haben, Stärkung des Selbstwertgefühls Tolerierbarer Stress wird mit Gegenstrategien ins Leben integriert Partner, Familie, Freunde, Bewegung, Therapien Toxischer Stress Ungepufferte Belastende Arbeits- oder Lebensereignisse von großer Dauer und Intensität Stresssystem außer Kontrolle
Die 4 wichtigsten EI - Domänen Selbstwahrnehmung EQ Emotionale Intelligenz (Selbsteinschätzung, Selbstvertrauen) Selbstmanagment (Anpassungsfähigkeit, Selbstkontrolle) Beziehungsmanagment (Teamwork, Konfliktmanagment, Mitarbeiterentwicklung) Soziales Bewusstsein (Empathie, ) Goleman
Tryptophan –Serotonin – Melatonin - Synthese
Altersabhängige Veränderung des Melatoninlevels
Schlafmangel und Superkompensation Gesunder Schlaf erhöht: Zelluläre, organische und systemische Funktionen des Organismus Schlafmangel hat negative Auswirkung Glucoseregulation Blutdruck Kognitive Prozesse Hormonelle Zusammenhänge Proteinsynthese Muskelatrophie Superkpompensation Pina Demarzo, Front Phsiol. , 3, 178 Cortisol Testosteron ILG-1
Excitotoxizität Tod einer Nervenzelle durch andauernde Reizüberflutung Bei einer Excitotoxizität werden auf Grund einer Aktivierung von Glutamatrezeptoren so viele Neurotransmitter, insbesondere Glutamat ausgeschüttet, dass ein starker Einstrom von Calciumionen in die Nervenzelle erfolgt und durch die Calciumionen eine Apoptose in den Nervenzellen ausgelöst wird. Bei Ausbreitung einer Excitotoxizität im Gewebe können größere Hirngebiete geschädigt werden Wikipedia, Braus
Die exakte Dosierung der Intensität für das "Medikament Bewegung Intensität 60 - 85 % der ind. max. Herzfrequenz oder 50 - 70 % der max. Watt – Leistung oder 2 – 3, 5 mmol Laktat
Gehirngesundheit Neurobiologische Effekte körperlicher Aktivität Therapeutische und präventive Aspekte Neumann NU, Frasch K, Deutsche Zeitschrift für Sortmedizin Ungestörte Durchblutung (keine Makro- und Mikroangiopathie) Ausreichende Anzahl intakter Neuronen und Synapsen Kontinuierliche Expression neurotropher Faktoren Unbeschadet sein von neurotoxischen Substanzen
Was braucht das Gehirn zur Regeneration wirklich Innehalten – Stillstehen und sich trotzdem bewegen – zuhören – lesen – wahrnehmen Ziele überdenken und ev. verändern Trainingspause ( ist es wirklich Trainingspause ? ) Überdenken von Belastungen im Alter ( Wozu dient Leistungssport im Alter? ) ausreichend Schlaf Aktivierung des Belohnungssystems
Das biologische Belohnungssystem Braus
Effekte von Dopamin Hormon der Vorfreude Dopamin Kognition, Lernen Gedächtnis, Aufmerksamkeit, mentale Flexibilität, Belohnung, Verlangsamung, Konzentrationsstörung, Motivation, Selbstverstärkung, Exekutives System, Selbststimulation
Dopaminquellen Vorfreude, Kochen und Celebrieren von Essen Qualität vor Quantität Freudvolle Bewegung in der Natur Intensität macht Hypercortisolämie, Stress Schöne Dinge Mode, Friseur, Musik, Bücher, Reisen, Bilder Erlebnis Natur Wandern, Bergsteigen, Beobachten, Hören Wohnen Gestalten, genießen, Blumen, Garten
Systemisches Anforderungs – Ressourcen – Modell SAR - Modell Umwelt des Individuums Externe Anforderungen Externe Ressourcen Verhalten und Erleben des Individuums Bewältigungsverhalten Emotionales Verhalten Gesundheitsverhalten Bedürfnisbefriedigung Lebenszufriedenheit Gesundheit des Individuums Becker 2002 Psychophysische Merkmale des Individuums Interne Anforderungen Interne Ressourcen
Unser Gehirn wird so, wie und wofür wir es besonders gern und intensiv benutzen. Neuroplastizität ist die Fähigkeit des Gehirns sich ständig den Erfordernissen anzupassen. In der Jugend schneller, im Alter langsamer Es ist anpassungsfähiger als Muskel. Esch
Flow = Lust, Genuss, Liebe, Glück Selbstvertrauen Lust Herausforderung Neugier Begeisterung Tätigkeitsfreude, Lebens- Erfolgreiche Bewältigung gefühl, Entspannung, freudvolle Bewegung Positive Erwartung Hüther G.
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