Bernd Winkelmann 26 7 2013 Vorbemerkung Die hier

  • Slides: 78
Download presentation
Bernd Winkelmann, 26. 7. 2013 Vorbemerkung Die hier vorgestellte Powerpointshow ist in Langfassung eine

Bernd Winkelmann, 26. 7. 2013 Vorbemerkung Die hier vorgestellte Powerpointshow ist in Langfassung eine Gesamtschau einer postkapitalistischen lebensdienlichen Ökonomie. In ihre werden alle bisher erarbeiteten Aspekte und Bausteiner postkapitalistischen lebensdienlichen Ökonomie in Titeln und Stichworten zusammengestellt. Die grundlegenden Inhalte sind in der Akademie Solidarische Ökonomie erarbeitet worden. Sie wurden hier von Bernd Winkelmann in Varianten und Einzelaspekten weiterentwickelt bzw. konkretisiert. Diese Powerpointshow sie weniger geeignet, im Gesamtumfang in einem geschlossenen Vortrag vorgetragen zu werden. Vielmehr kann sie genutzt werden: 1. als Materialsammlung der wichtigsten Aspekte für Aktive (auch als Ausdruck 2 Seiten auf 1 Blatt) 2. Sie kann je nach Schwerpunkt eines Vortrages gekürzt oder in Auswahl vorgetragen werden. 3. Sie kann als Grundlage für seminaristische bzw. Workshop-Arbeit genutzt werden, in dem z. B. die Überschriften eingeblendet werden, hierzu Fragen gestellt werden, die Teilnehmer daran kreative arbeiten, dann Einzeleinblendungen eingeben werden usw. 4. Besonders die Exkurse sind zur einzelnen Bearbeitung geeignet. 5. Die eingebauten Bilder sollen zur intuitiven Arbeit, zu weiteren Exkursen usw. anregen. Zum Vortrag mit diesen Folien sind genauere Kenntnisse einer alternativen Ökonomie Voraussetzung. Diese können in sonstigen erarbeiteten Arbeitspapieren ersehen werden, zu finden auf der Homepage der Akademie Solidarische Ökonomie oder auf meiner eigenen Homepage, siehe: www. akademie-solidarische-oekonomie. de www. winkelmann-adelsborn. de Achtung! Diese Darstellung wird ständig überarbeitet, darum immer auf den jüngsten Bearbeitungsstand achten. Für inhaltliche Anregungen, Ergänzungen, kritische Anfragen, auch Schreibfehlerkorrekturen bin ich sehr 1 dankbar. Schicken an Mail: [email protected] de

Bernd Winkelmann, Akademie Solidarische Ökonomie Grundvortrag 2013 lang Bearbeitungsstand 26. 6. 2013 Es gibt

Bernd Winkelmann, Akademie Solidarische Ökonomie Grundvortrag 2013 lang Bearbeitungsstand 26. 6. 2013 Es gibt eine Alternative - Ansätze und Bausteiner postkapitalistischen lebensdienlichen Ökonomie I. Was ist los in unserer Welt? Die Zivilisationskrise unserer Zeit II. Klärung der Ursachenfrage (Exkurs Menschenbild) III. Leitvorstellungen und Ansätze einer postkapitalistischen lebensdienlichen Ökonomie (Exkurs Wirtschaftswachstum und Gleichgewichtsökonomie) IV. Bausteiner postkapitalistischen lebensdienlichen Ökonomie (Exkurs Mark und Unternehmertum) V. Fragen der Umsetzbarkeit und der politischen Transformation Literaturhinweise www. winkelmann-adelsborn. de www. akademie-solidarische-oekonomie. de 2

Arbeitsmethodischer Ansatz der Akademiearbeit 1. Systemischer Ansatz: Wirtschaft im Sinne des Systemtheorie als ein

Arbeitsmethodischer Ansatz der Akademiearbeit 1. Systemischer Ansatz: Wirtschaft im Sinne des Systemtheorie als ein hochkomplexes System begreifen, systemische Veränderungen suchen 2. Radikaler Ansatz: im wörtlichen Sinn von den „Wurzeln“ , den Ursachen her Veränderungen suchen 3. Elementarer Ansatz: von den elementaren Grundvollzügen wirtschaftliche Funktionen begreifen und neu aufbauen 4. Realutopischer Ansatz: über das bisher Gedachte und bisher Machbare hinaus denken („Utopia“ = der Ort, wo noch keiner war, wir aber hin müssen). Im zweiten Schritt nach Realisierungsmöglichkeiten suchen Drei Testfragen: 1. Überwinden die neuen Systementwürfe ursächlich die systemischen Fehlentwicklungen unserer Wirtschaftsweise? 2. Können die neuen Strukturen ökonomisch grundsätzlich funktionieren? 3. Entsprechen die neuen Ansätze einem realistischen Menschenbild? 3

I. Was ist los in unserer Welt? Die Grundparadoxie unserer Zeit • Einerseits fortlaufende

I. Was ist los in unserer Welt? Die Grundparadoxie unserer Zeit • Einerseits fortlaufende Steigerungen menschlicher Potentiale: - der Arbeitsproduktivität, der Reichtümer und Geldvermögen, - der wissenschaftlichen, auch ökologischen Erkenntnisse und der technischen Fähigkeiten - das alles in einem Tempo und in einer Höhe, wie es das in der bisherigen Menschheitsgeschichte noch nie gegeben hat. • Andererseits keine Lösung, sondern: Zuspitzung gesellschaftlicher Grundprobleme: - wachsende Schere von Arm und Reich, - Fremd- und Selbstausbeutung, - Ausschluss aus Erwerbsarbeit und sozialer Teilhabe, - Präkarisierung der Mittelschicht, Erosion des Sozialstaates, - Hungerkatastrophen, Umweltzerstörung, soziale Aufstände, terroristische Exzesse, neue Kriege. . . 4 Meinhard Miegel: „Stichflammenentwicklung“

Einzelparadoxien Reichtums. Armutsparadoxie Arbeitsparadoxie. . . Umweltparadoxie Geldparadoxie. . . Rüstungsparadoxie. . . Entwicklungsparadoxie.

Einzelparadoxien Reichtums. Armutsparadoxie Arbeitsparadoxie. . . Umweltparadoxie Geldparadoxie. . . Rüstungsparadoxie. . . Entwicklungsparadoxie. . . 5

1. Reichtums-Armutsparadoxie ● Privatvermögen in Deutschland jährlich etwa um ca. 7% gewachsen; liegt 2011

1. Reichtums-Armutsparadoxie ● Privatvermögen in Deutschland jährlich etwa um ca. 7% gewachsen; liegt 2011 bei 10 Bio. €. ● Nach Armuts- Reichtumsbericht der BRDRegierung: 2012 verfügen die reichsten 10% über 53% des Nettovermögens, die unteren 50% über knapp 1%. (Grafik nach DIW –Berechnungen ) ● Dem reichsten Prozent der Bevölkerung gehören 35 Prozent des Vermögens. ● Die Armutsrisikoquote liegt 2012 bei 15, 1% der Bevölkerung. ● Jeder 6. Bürger der BRD lebt an oder unter der Armutsgrenze (DIW) ● Das Nettovermögen des Staates ist von 2008 – 2012 um 800 Mrd. geschrumpft, die Staatsverschuldung auf 2 Bio. € gestiegen. ● Steuerquote in Deutschland mit ca. 18% des BIP am niedrigsten in der EU (EU-Durchschnitt 27, 5%) 6

Armut Reichtum weltweit ● Seit 1991 das Welt-Bruttosozialprodukt um über das 2 -Fache gestiegen,

Armut Reichtum weltweit ● Seit 1991 das Welt-Bruttosozialprodukt um über das 2 -Fache gestiegen, der Welthandel verdreifacht, der Energiekonsum verdoppelt. ● Die 20% reichen Industrievölker besitzen 83% des Weltvermögens; die 80% ärmere Staaten 17% (vor 20 Jahren: 80 zu 20) ● Die 500 größten Weltkonzerne verfügen über 55% des Weltbruttosozialproduktes. ● Weniger als 100. 000 Menschen = 0, 001 % der Weltbevölkerung, kontrollieren mehr als 30 % des globalen Finanzvermögens ● Ein Viertel der Menschen (fast 2 Mrd. ) lebt mit weniger als 2 US-Dollar Einkommen pro Tag ● Auf der Erde sterben täglich 100. 000 Menschen an Hunger und seinen Folgen, alle 5 Sekunden ein Kind unter 10 Jahren. 7

2. Die Umweltparadoxie 2011 bei 1, 5 ● Ökologischer Fußabdruck in Deutschland bei dem

2. Die Umweltparadoxie 2011 bei 1, 5 ● Ökologischer Fußabdruck in Deutschland bei dem 3 -4 Fachen des verträglichen Maßes ● Ökologischer Fußabdruck in den USA bei dem 10 Fachen ● 2 Grad-Ziel erreichbar, wenn in 10 -20 Jahren der CO 2 -pro-Kopf-Ausstoß in D von 11 t auf 2 t , in den USA von 19 t auf 2 t abgesenkt wird. ● Herrmann Scheer, Al Gore: Wissen und Technologie dafür sind vorhanden. 8 Doch bisher weiterer Anstieg CO 2 Ausstoß (entgegen dem Kiotoprotokoll).

3 – 6 Erden

3 – 6 Erden

3. Die Arbeitsparadoxie ● Trotz höchster Technisierung der Arbeit und Schwund an Erwerbsarbeit nicht

3. Die Arbeitsparadoxie ● Trotz höchster Technisierung der Arbeit und Schwund an Erwerbsarbeit nicht Entlastung in der Arbeit, sondern > längere Arbeitszeit und größere Ausbeutung der Arbeitenden einerseits, > Ausgrenzung von immer mehr Menschen aus Arbeit in die Arbeitslosigkeit andererseits. So nicht Überwindung, sondern Vertiefung der „Entfremdung des Menschen in der Arbeit“, - trotz gegenteiliger Möglichkeiten durch hohe Produktivität, hohe Wertschöpfung. ● Die Zahl aller Arbeitsstellen ist in D. 2005 durchschnittlich um jährlich 1% gesunken; - in der Industrie von 1991 bis 2004 von 14 auf 10, 3 Mil. ● Zahl der Arbeitslosen von 1991 – 2005 von 2, 6 auf 5, 2 Mil. Gestiegen. ● Gegenwärtiger Trend geringerer Arbeitslosigkeit nur konjunktur- und demographiebedingt, nicht strukturell überwunden. 10

4. Die Geldparadoxie ● Anwachsen der Geldvermögen in Privatvermögen vor allem: - durch das

4. Die Geldparadoxie ● Anwachsen der Geldvermögen in Privatvermögen vor allem: - durch das Schuldgeldanlagenprinzip; - durch das spekulative Geld-Geld. Handelsprinzip: statt W – G - W G´- G´´´- G´´´´ Spekulative Geldanalgen Nichtgedeckte, „faule“ Kredite Platzende Geldblase 11

Beispiele Selbstbereicherungsvergütung Durchschnittslöhne (brutto): Ø in Gesamtdeutschland ca. 2700 €; in Ostdeutschland ca. 2000

Beispiele Selbstbereicherungsvergütung Durchschnittslöhne (brutto): Ø in Gesamtdeutschland ca. 2700 €; in Ostdeutschland ca. 2000 €. Ø Niedriglöhne unter 8. 50 € in Thüringen jeder 4. Vollzeitbeschäftigte; in Gesamtdeutschland 4 Millionen unter 7 €. Ø Lohnspreizung zu den 10% Superreichen: von 24. 000 € zu 1 Mil. im Jahr: ca. 1: 50; von 12. 000 € zu 5 Mil. im Jahr: ca. 1: 500 Frage: Was ist eine leistungsgerechte und menschenwürdige Entlohnung? 12

Was bewirkt die „Ungleichheit“ im Sozilagefüge der Gesellschaft? Nach Studien von Kate Pickett und

Was bewirkt die „Ungleichheit“ im Sozilagefüge der Gesellschaft? Nach Studien von Kate Pickett und Richard Wilkinson in „Gleichheit ist Glück – Warum gerechtere Gesellschaften für alle besser sind“, Berlin 2010 Parameter: Mord, Selbstmord, Fettsucht, Teenagerschwangerschaft, Kindersterblichkeit, psychische Krankheiten, Zahl der Inhaftierten, Bildungsstand von 15 jährigen, soziale Mobilität, Stellung der Frau. . . - nach Zahlen der WHO, Weltbank, UNO u. a. Beispielzahlen: Ungleichere zu gleicheren Länder: Mordraten 10 mal, psychische Kranke 3 mal, Teenagerschwangerschaft 7 mal höher 13

5. Die Entwicklungsparadoxie ● Millenniumsziel der UNO: bis 2015 Armut und Hunger in der

5. Die Entwicklungsparadoxie ● Millenniumsziel der UNO: bis 2015 Armut und Hunger in der Welt zu halbieren. Selbstverpflichtung der Industriestaaten 0, 7% des BIP für Entwicklungshilfe zu geben. ● Deutschland liegt 2011 mit 9, 61 Mrd. € bei 0, 38% (England 10, 29 Mrd. ; Frankreich 9, 74 Mrd. €) ● Für Rüstung werden jährlich weltweit ca. 1 Bio. US$ ausgegeben = für Entwicklungshilfe nur 1/12 - etwa 85 Mrd. ● Kontraproduktiv zu den Entwicklungszielen sind vor allem: 1. Die Welthandelsbedingungen gegenüber den Entwicklungsländern: - durch einseitige Freihandelsabkommen, Protektionismus. . . - durch Produktions- und Exportsubventionen für landwirtschaftliche Produkte in den Industrieländern: z. B. 2004 ca. 349 Mrd. Dollar, mehr als ½ Mrd. Dollar pro Tag, = dies unterläuft die Preise auf heimischen Märkte um 50 -70% , ruiniert so die dortige Landwirtschaft, provoziert Hunger 2. Land-Grabbing: „Kauf“ von großen Landflächen in den Entwicklungsländern durch Transnationale Konzerne der Industriestaaten zum Anbau von Nahrungs- und Futtermittel, für Biospritpflanzen u. ä. ; oft verbunden mit krimineller Enteignung und Vertreibung der ansässigen Bevölkerung. Frage: Worauf baut unser Wohlstand in den reichen Industriestaaten? ● Kofi Annan im „Afrika-Fortschrittsbericht 2013“: Die abfließenden Gewinne internationaler Konzerne in Afrika sind doppelt so hoch wie Afrika aus Entwicklungshilfe bekommt. 14

Was bewirkt die „Ungleichheit“ im Sozilagefüge der Gesellschaft? Nach Studien von Kate Pickett und

Was bewirkt die „Ungleichheit“ im Sozilagefüge der Gesellschaft? Nach Studien von Kate Pickett und Richard Wilkinson in „Gleichheit ist Glück – Warum gerechtere Gesellschaften für alle besser sind“, Berlin 2010 Parameter: Mord, Selbstmord, Fettsucht, Teenagerschwangerschaft, Kindersterblichkeit, psychische Krankheiten, Zahl der Inhaftierten, Bildungsstand von 15 jährigen, soziale Mobilität, Stellung der Frau. . . - nach Zahlen der WHO, Weltbank, UNO u. a. Beispielzahlen: Ungleichere zu gleicheren Länder: Mordraten 10 mal, psychische Kranke 3 mal, Teenagerschwangerschaft 7 mal höher 15

6. Die Rüstungs- und Kriegsparadoxie ● Mit dem Zerfall des Ostblocks 1990 Wegfall der

6. Die Rüstungs- und Kriegsparadoxie ● Mit dem Zerfall des Ostblocks 1990 Wegfall der Hauptgründe für den weltbeherrschenden Rüstungswettlauf zischen Ost und West. ● An Stelle einer neuen Friedenspolitik neue NATO-Strategie: militärische Auslandseinsätze gegen „Terrorismus“ und gegen eine „Unterbrechung der Zufuhr lebenswichtiger Ressourcen“ Weißbuch der Bundeswehr 2006: „Auslandseinsätze der Bundeswehr zur Verteidigung deutscher Wirtschaftsinteressen“ ● Rüstungsetat der BRD von 2009 auf 2010 um 5, 6 % auf 31, 1 Mrd. € gestiegen, von 2006 zu 2009 um ca. 10%. ● Rüstungsexport Deutschland mit 11% des Welthandels an 3. Stelle nach den USA und Russland. Problemanzeige: In Deutschland entscheidet über Rüstungsexporte das Bundesamt für Ausfuhrkontrolle und Wirtschaft, d. h. Außenwirtschaftspolitik, nicht Außenpolitik und Sicherheits- und Friedenspolitik 16

Rüstungspolitik im Widerspruch zum Grundgesetz? ● Grundgesetz, Präambel: „Im Bewusstseiner Verantwortung vor Gott und

Rüstungspolitik im Widerspruch zum Grundgesetz? ● Grundgesetz, Präambel: „Im Bewusstseiner Verantwortung vor Gott und den Menschen. . . in einem vereinten Europa dem Frieden der Welt zu dienen. . . “ Art. 26: „Handlungen, die geeignet sind und in Absicht vorgenommen werden, das friedliche Zusammenwirken der Völker zu stören, sind verfassungswidrig. Sie sind unter Strafe zu stellen. “ Das modernste U-Boot der Welt, ISUS 90, Exportschlager der BRD 17

Sich verstärkende Krisensyndrome ● Weitere Bevölkerungsexplosion in EL ● Nacheiferndes Wachstum der EL ●

Sich verstärkende Krisensyndrome ● Weitere Bevölkerungsexplosion in EL ● Nacheiferndes Wachstum der EL ● Zusammenbruch der erdölbasierenden Energieversorgung (Peak Oil) ● Erschöpfung sonstiger natürlichen Ressourcen (Peak Every-Thing) Das Fragile Gleichgewicht unserer Welt ● Kriege um Ressourcen und Land („landgrabbing“, Auslandseinsätze um Zugang zu Rohstoffquellen, Handelswege. . . ) ● Hungerkatastrophen und Aufstände, Migrationsströme, Diktaturen, Nichtregierbarkeit von Ländern, sozialethischer Verfall der Massen. . . Eine existenzbedrohende Zivilisationskris der Menschheit 18

Erste Schlussfolgerungen? 1. Der Kern der zivilisatorische Krise unserer Zeit liegt nicht in der

Erste Schlussfolgerungen? 1. Der Kern der zivilisatorische Krise unserer Zeit liegt nicht in der mangelnden Leistungsfähigkeit ihrer Wirtschaft, sondern in ihrem ethischen, politischen und ökonomischen Unvermögen, mit Hilfe der Reichtümer die sozialen und ökologischen Krise unserer Zivilisation zu lösen. 2. Bei der Lösung der Krise kann es primär nicht um noch mehr Reichtum, um noch mehr Wachstum und noch schnellere technische Entwicklung gehen, sondern um einen grundlegenden anderen Umgang mit Reichtum, Können und Vermögen. „Das kapitalistische Wirtschaftssystem ist den staatlichen und sozialen Lebensinteressen des deutschen Volkes nicht gerecht geworden. Nach dem furchtbaren politischen, wirtschaftlichen und sozialen Zusammenbruch als Folge einer verbrecherischen Machtpolitik kann nur eine Neuordnung von Grund aus erfolgen. Inhalt und Ziel dieser sozialen und wirtschaftlichen Neuordnung kann nicht mehr das kapitalistische Gewinn- und Machtstreben, sondern nur das Wohlergehen unseres Volkes sein. “ (Aus dem Ahlener Programm der CDU von 1947) 19

20

20

II. Klärung der Ursachenfrage Will man die Fehlentwicklungen unserer gegenwärtigen Zivilisation überwinden, muss man:

II. Klärung der Ursachenfrage Will man die Fehlentwicklungen unserer gegenwärtigen Zivilisation überwinden, muss man: 1. die innerste Logik unserer vorherrschenden Wirtschaftsweise verstehen: > Was sind ihre leitenden Prinzipien, Mechanismen und Glaubenssätze ? 2. die Systemfrage stellen: nicht im alten ideologischen Sinne, sondern im Sinn der Systemtheorie, der reinen Logik: 1. Was sind die mentalen und die strukturellen Ursachen der Fehlentwicklung? 2. Wie kann das System so verändert werden, dass die Fehlentwicklungen überwunden werden? - Was wird falsch gedacht? (mentale Ebene); - Was wird falsch gesteuert? (strukturelle Ebene) - Was funktioniert von daher falsch? - Was müsste wie anders funktionieren? Ziel: Nicht nachträgliche Symptombehandlung (z. B. Umverteilung von oben nach unten), sondern von den Ursachen her die Fehlentwicklungen verhindern (z. B. Bereicherung von unten nach oben) 21

Treibende Logik und Kernursache der ökonomischen Fehlentwicklung 1. Kapitalisierungsprinzip: aus Kapital (Geld) muss mehr

Treibende Logik und Kernursache der ökonomischen Fehlentwicklung 1. Kapitalisierungsprinzip: aus Kapital (Geld) muss mehr Kapital (Geld ) werden 2. Privatisierungsprinzip: Privatisierung möglichst jeder Wertschöpfung Ziel und Zweck allen Wirtschaftens: Profitmaximierung, Renditensteigerung, Geldmehrung, - Akkumulation des Kapitals in Privatverfügung der Kapitaleigner Daraus vier weitere kapitalistische Prinzipien: 1. Das Verwertungsprinzip: alles muss zur Geldvermehrung verwertet werden, „muss sich rechnen“: Natur, Mensch, Kultur, Religion. . . = Monetarisierung des Lebens; 2. Das Konkurrenzprinzip: Wirtschaften im Gegeneinander, im gegenseitigen Übervorteilen, Verdrängen. . . 3. Der Wachstumsprinzip auf Grund des Profitmaximierungsprinzips, des Wachstumswettlaufs – durch Konkurrenzprinzip erzwungen. . . 4. Das Externalisierungsprinzip: Abschieben aller Last- und Folgekosten (Natur, Soziales) auf Allgemeinheit – Folgen des Profitmaximierungsprinzips. . 5. Das Deregulierungsprinzip der Wirtschaft: weitgehendster Rückzug von Staat und Regeln aus Wirtschaft 22

Strukturelle Systemfehler ( strukturelle Ebene) Handlungsfelder Wirtschaft werden umgebaut in Abschöpfungs-, Bereicherungs- und Externalisierungsinstrumente

Strukturelle Systemfehler ( strukturelle Ebene) Handlungsfelder Wirtschaft werden umgebaut in Abschöpfungs-, Bereicherungs- und Externalisierungsinstrumente ● Finanzwesen: > spekulativer Geldhandel, > im abschöpfendes Bankwesen, > leistungslose Gewinnen im Zinswesen, ● Eigentumsordnung: Privateigentum an Grund Boden, Grundversorgungsgütern; Unternehmen, Immobilien zur leistungslosen Abschöpfung anderer Leistung ● Unternehmensverfassung: Akkumulation des Mehrwertes in Privatverfügung, ethikloses Handeln, Verdrängung vom Markt, Zerstörung und feindliche Übernahme ● „Entlohnungssystem“: Spitzenlöhne weit über jedes Leistungsvermögen (50 -500 -fache ), Absenken der unteren Einkommen ● Steuer- und Sozialsystem, Abbau der solidarischen, paritätischen und progressiven Prinzips; Kommerzialisierung des Sozialsystem, Entlastung der hohen Einkommen ● Liberalisierung und Deregulierung der Märkte, neoliberaler Globalisierung ● Welthandelsordnung: Bevorteilung der reichen Länder So Abschöpfung von unten nach oben, + ökologische Ausplünderung 23

Dahinterstehende Glaubenssätze, Halbwahrheiten (mentale Ursachen) ● Eigennutz und Konkurrenz würde wie von einer „unsichtbaren

Dahinterstehende Glaubenssätze, Halbwahrheiten (mentale Ursachen) ● Eigennutz und Konkurrenz würde wie von einer „unsichtbaren Hand geleitet“ zum Wohlstand aller führen (Adam Smith 18. Jahrhundert). Kapitalismus als ● Der liberalisierte Markt löse automatisch sich selbst stabilisierend Pseudoreligion alle Verteilungsprobleme („Selbstheilende Kräfte des Marktes“). ● Freihandel würde automatisch zum „komparativen“ Vorteil für alle Beteiligten wirken (David Ricardo 18. Jahrhundert). ● Privatisierung und Kommerzialisierung aller Güter des Lebens brächte höchste Effizienz und größten Wohlstand. ● Kapitalanhäufung und Reichtum in der Hand weniger würde die unteren Bevölkerungsschichten mit nach oben ziehen („Pferdeapfeltheorie“ von M. Theatcher). ● Ständiges exponentielles Wachstum der Wirtschaft sei möglich und Wirtschaft ginge nur im ständigen Wachstum. ● Kapitalismus sei Voraussetzung für Freiheit und Demokratie. 24

Exkurs: Schlüsselfrage Menschenbild und Weltverständnis 25

Exkurs: Schlüsselfrage Menschenbild und Weltverständnis 25

Der Materialistische Grundirrtum Leben und Glück seien im Haben und immer mehr Haben, im

Der Materialistische Grundirrtum Leben und Glück seien im Haben und immer mehr Haben, im Machen, Unterwerfen zu finden. ● Dagegen Uralterfahrung der Menschheit, dass dies eine zerstörerische Verkennung des Lebens ist: - Bibel: „Der Mensch lebt nicht vom Brot allein. . . - Erich Fromm: „Haben oder Sein“. . - Erkenntnisse der Glücksforschung. . Tragik unserer Zivilisation: die kapitalistischen Ideologien haben den materialistische Grundirrtum zum herrschenden Leitprinzip der gegenwärtig Kulturepoche gemacht. 26

Das sozialdarwinistische Menschenbild ● Der Mensch sei von Natur aus ein auf Egoismus, materielle

Das sozialdarwinistische Menschenbild ● Der Mensch sei von Natur aus ein auf Egoismus, materielle Bereicherung, Neid, Konkurrenz, Aggressivität hin angelegtes Wesen. ● Nur im Ausleben dieser Gaben könne der Einzelne gut leben und die Gattung Mensch in der Evolution überleben. 27

Das mechanistische Weltbild Das in der Neuzeit (Aufklärung) u. a. von Rene´ Descartes, Newton,

Das mechanistische Weltbild Das in der Neuzeit (Aufklärung) u. a. von Rene´ Descartes, Newton, John Locke, Francis Bacon entwickelte Weltbild, brachte enorme Fortschritte der Weltbemächtigung. Zugleich war es gegenüber den ganzheitlichen Weltbildern der alten Welt ein stark reduktionistisches Weltbild. 1. Die gesamte Welt (Kosmos) wurde in rein materiell-mechanischen Wirkzusammenhängen erklärt – die Welt als großes Uhrwerk 2. Die Wahrnehmung der Wirklichkeit wurde auf das rein Rationale, auf Logik und Mathematik zurück geführt. Emotionalität, Gefühl und Leiblichkeit wurden verleugnet, abgewertet oder rationalisiert. „Cogito ergo sum Ich denke, also bin ich! Rene Descartes 1596 - 1650 3. Die Natur wurde zum reinen Zweckgegenstand erklärt, die zu unterwerfen und auszubeuten ist. Sie ist kein eigenes Wesen, hat keinen Eigenwert. 28

Das Dreigestirn des materialistischen Weltbildes 29

Das Dreigestirn des materialistischen Weltbildes 29

Die Wiederentdeckung der Ganzheitlichkeit und der Transzendenz Durch die moderne Physik angestoßen (Einstein, Heisenberg,

Die Wiederentdeckung der Ganzheitlichkeit und der Transzendenz Durch die moderne Physik angestoßen (Einstein, Heisenberg, Niels Bohr, Max Planck, David Bohm u. a. ), von der modernen Psychologie, der neueren Neurobiologie und Philosophie weiterentwickelt, setzt sich ein neue Ganzheitlichkeit durch: 1. Ganzheitliche Wahrnehmung: nicht allein Ratio und Logik, sondern nur im Einbeziehen von leiblichen, emotionalen und seelischen Wahrnehmungen können wir die ganze Wirklichkeit erfassen. 2. Ganzheitliche Werteorientierung: nicht allein das ichbezogene rationale Zweckdienliche, sondern Mitempfinden, Solidarität und Fürsorge für anderes Leben, machte den Menschen erst lebensfähig, glücksfähig, gemeinschaftsfähig. 3. Ganzheitliche, holistische Weltsicht: Welt, Kosmos und Leben sind mehr als gegenständliche Materie und mechanischer Ablauf; Geist und Materie sind im Letzten eins (Energie). Im Sein wirken Gegenständliches und geistige und seelische Energien zusammen. Es gibt ein „Transzendentes“ , aus dem Sinn und Sein kommen. David Bohm: „Die Ergebnisse der modernen Naturwissenschaft werden nur noch einen Sinn ergeben, wenn wir eine innere, einheitliche und transzendente Wirklichkeit annehmen, die allen äußeren Daten und Fakten zugrunde liegt. “ 30

Das Dreigestirn eines ganzheitlichen Welt- und Lebensverständnisses Tiefenökologie Robert Jastrow (NASA-Physiker): Wenn der „Wissenschaftler

Das Dreigestirn eines ganzheitlichen Welt- und Lebensverständnisses Tiefenökologie Robert Jastrow (NASA-Physiker): Wenn der „Wissenschaftler die Berge der Unwissenheit mühsam und fleißig erklommen hat, . . . wird er von einer Gruppe von Mystikern und Religionsstiftern begrüßt, die dort seit Jahrtausenden auf ihn warten“. 31

Das ganzheitliche Menschenbild 1. Ganzheitlich duale (christlich-humanistische) Menschenbild: > der Mensch ist sowohl ein

Das ganzheitliche Menschenbild 1. Ganzheitlich duale (christlich-humanistische) Menschenbild: > der Mensch ist sowohl ein auf Egoismus, Aggressivität und Habenwollen, > wie ein auf Mitempfinden, Solidarität, Kooperation, Verantwortung, sinnvolle Verzicht, spirituelle Sinnfindung hin angelegtes und begabtes Wesen („Sünder und Gerechter zugleich“) 2. Der Mensch ist ein Sozialwesen (relationales Menschenbild / Geschwisterlichkeit des Menschen ): > kann nur in Beziehung, in Gemeinschaft leben, glücklich werden > braucht Ethik, sich Regeln gebende Sozietät (Gemeinschaft, Staat) 3. Erkenntnisse der neueren neurobiologischen Forschung und Glücksforschung: > Ab einem mittleren Einkommen steigt Lebenszufriedenheit nicht wirklich. > Nicht Konkurrenz, Aggression und Kampf ums Dasein - sondern Kooperation, Zugewandheit, Empathie, Vertrauen und Wertschätzung sind die besseren Stimulanzien biologischer, sozialer, auch wirtschaftlicher Systeme. “ (Gerald Hüther, Joachim Bauer, Christian Felber) 4. Die Natur hat einen Eigenwert. Der Mensch kann nur eingebunden im ökologischen Netzwerk der Erde überleben. („Ökologischer Imperativ“ Hans Jonas, Herrmann Scheer; Schöpfungsglaube der Bibel ) 5. Der Mensch ist auf „Transzendenz“ hin angelegt, erfährt hier Sinngebung und Gewissensanrede. 32

Sozialethische Bestimmung des Menschen – Wertebedingung einer menschlichen Zivilisation Die sozialethische Bestimmung des Menschen,

Sozialethische Bestimmung des Menschen – Wertebedingung einer menschlichen Zivilisation Die sozialethische Bestimmung des Menschen, seine Fähigkeit zum Guten liegt 1. in seiner Empathiefähigkeit: die Not, das Leid des anderen rührt sein Herz, 2. in der Zweckmäßigkeit des Guten: „Was du willst, das dir die Leute Gutes tun, das tue ihnen auch!“ (Goldene Regel) 3. in erfahrener Wertsetzung aus dem Unbedingten, der „Stimme des Gewissens“, des Göttlichen, das Wahre und Gute zu tun über das jeweilig Opportune hinaus. Die Wertegrundlagen einer menschliche Zivilisation: 1. Technisch-wirtschaftliche Innovationskraft: gute materielle Lebensvoraussetzungen schaffen. 2. Sozietät: ein Sozialwesen, Staat, Völkergemeinschaf aufbauen, in der Regelwerke zur Realisierung des Gemeinwohl entwickelt werden. 3. Solidarität: Verhaltensweisen, in denen Schwächere vom Stärkeren mit getragen werden, weil nur im gegenseitigen Beistehen Gemeinschaft tragend, menschlich und stabil ist. 4. Spiritualität: die Erfahrung von vorgegebenen geistig-seelischen Werten, Wahrheiten, der Antrieb zum Gutsein, zur Liebe, religiöse Tiefenbindung, Sinnfindung. . . 33

34

34

III. Leitvorstellungen und Ansätze einer postkapitalistischen lebensdienlichen Ökonomie Zur Bewältigung der Zivilisationskrise ist ein

III. Leitvorstellungen und Ansätze einer postkapitalistischen lebensdienlichen Ökonomie Zur Bewältigung der Zivilisationskrise ist ein tiefgreifender Paradigmenwechsel in den Herzen und Köpfen der Menschen und ein Systemwandel unserer Wirtschaft nötig. 1. Nicht Kapitalanhäufung in der Hand weniger, sondern : ● Bereitstellung nützlicher Produkte, Dienstleistung, ● Schaffung sinnvollerfüllender Arbeitsplätze 2. Dies in: > solidarischer Teilhabe aller, > in Entwicklung eines kulturell und sozial stabilen Gemeinwesens, > in Erhaltung des Ökosystems. 3. An Stelle der Prinzipien und Abschöpfungs-, Bereicherungs- und Externalisierungsmechanismen treten kooperative, partizipative, solidarische Ordnungsstrukturen. > So von Ursachen und Zielstellung her die Fehlentwicklung unserer Zivilisation überwinden. 35

Exkurs: Vom Wirtschaftswachstum zur Gleichgewichtsökonomie Quantitatives Wachstum ist nur möglich, wenn Wachstumsfelder offen sind.

Exkurs: Vom Wirtschaftswachstum zur Gleichgewichtsökonomie Quantitatives Wachstum ist nur möglich, wenn Wachstumsfelder offen sind. . Offene Wachstumsfelder Bevölkerungswachstum Ungesättigte Märkte Wirtschaftswachstum Unbegrenzte Ressourcen Neue Aufbauphasen Bei nahezu geschlossenen Wachstumsfelder führt weiteres erzwungenes Wachstum zum Druck nach innen und in Crash-Situationen – oder zur Expansion nach außen. Geschlossene Wachstumsfelder Kein Bevölkerrungswachstum Beendete Aufbauphase Gesättigte Markte Krise Wirtschaftswachstum, Wachstumsfalle Begrenzte Ressourcen 36

1. Denkfehler: Das Nichtverstehen von Wachstumsgrößen Das Bemessen des Wachstums in Prozenten (BIP) führt

1. Denkfehler: Das Nichtverstehen von Wachstumsgrößen Das Bemessen des Wachstums in Prozenten (BIP) führt zum exponentiellen Wachstum, d. h. zu ständig steigenden Wachstumsgrößen (Stückzahl). Drei Wachstumskurven: a) natürliches Wachstum: hört bei einem Optimum auf zu wachsen und stabilisiert sich. b) lineares Wachstum: gleichbleibender Zuwachs (gleiche Wachstumsgröße) c) exponentielles Wachstum: jährl. prozentuelles Wachsen (Wachstumsrate), d. h. Zuwächse gehen ein in Sockelbetrag des Folgejahres (Verdoppelungseffekt) Beispiel: Wenn heute in Deutschland in einem Jahr 300. 000 Autos produziert werden, sind das bei 6% Wachstum in 12 Jahren 600. 000 Autos in einem Jahr. Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler Kenneth E. Boulding, USA: „Jeder, der glaubt, dass exponentielles Wachstum für immer weitergehen kann in einer endlichen 37 Welt, ist entweder ein Verrückter oder ein Ökonom. “

2. Denkfehler: Die falsche Bemessung von Wohlfahrt Das Bemessen von Wirtschaftswachstum nach dem Bruttoinlandprodukt

2. Denkfehler: Die falsche Bemessung von Wohlfahrt Das Bemessen von Wirtschaftswachstum nach dem Bruttoinlandprodukt (BIP): es misst rein quantitativ die wirtschaftlichen Umsätze in Geldwerten. Das heißt irrsinniger Weise: > Aufbau nach Zerstörungen bringt BIP-Wachstum; > material- und energiesparende Effizienz bringt rückläufiges Wachstum; > die qualitative Entwicklungen der Gesellschaft wird nicht gemessen. Die „Glücksforschung“ zeigt: BIP und Lebenszufriedenheit laufen nicht zusammen ● Studie 2009: Die größte Lebenszufriedenheit in Ländern mittlerem Durchschnittseinkommen: - Costa Rica, Dänemark, Skandinavien, Island; - Deutschland an 30. Stelle, Simbabwe an letzter. ● Ab 20. 000 / 50. 000 Dollar Jahreseinkommen steigt der Glückspegel kaum noch. ● Seit 1990 fordert UNO, seit 2013 die Enquetekommission der BDR die Bemessung der Entwicklung mit ganzheitlichen Indizes (z. B. „Neuer Wohlfahrtsindex“, Human Development Index). ● Bisher hat nur der Himalaja-Staat Bhutan an Stelle des BIP das „Brutto-Sozialglück“ gesetzt: Ökologie, Kultur, Gesundheit, Bildung, Lebensstandart, Gemeinschaft, Zeitnutzung. . . Grafik aus „Zukunftsfähiges Deutschland“ S. 122 38

3. Denkfehler: Das Nichterkennen die Wachstumsfalle Man könnte mit weiterem BIP-Wachstum die ökonomischen und

3. Denkfehler: Das Nichterkennen die Wachstumsfalle Man könnte mit weiterem BIP-Wachstum die ökonomischen und sozialen Probleme lösen (z. B. Arbeitslosigkeit) - und durch grüne Technologien („Green New Deal“) könnte man Umweltverbrauch vom Wachstum entkoppeln. Tatsächlich lassen sich damit die ökologische, die soziale und ökonomische Crash-Tendenzen der Wachstumsökonomie nicht überwinden. 1. Ökologischer Crashtendenz: Die Einführung „grüner Technologien“ kann im Einzelnen Umwelt weniger belasten und weiteres Wachstum ermöglichen (Entkopplung). In der Summe führt die Wachstumszunahme zum „Rebount-Effekt“ (Rückschlageffekt): Zunahme der Menge wiegt den Einspareffekt wieder auf (z. B. Auto, Elektrogeräte u. ä. ). 2. Soziale und ökonomische Crashentwicklung: In den hochindustrialisierten Ländern mit annähernd gesättigten Märkten und Überangebot ist weiteres zwanghaftes Wachstum nur noch mit weiterer Rationalisierung, Arbeitsplatzabbau, Lohnsenkung, Arbeitsplatzverlagerung zu erreichen. Das treibt die untere Hälfte in Armut und Präkarisierung, somit in eine wachsende Schere zwischen Überangebot und Unterkonsum und damit in eine sich verstärkende Wachstumsfalle. (Radermacher: „Kannibalisierung“ der Wirtschaft, „Brasilianisierung“ der Gesellschaft) 39

Natürliches Wachstum - Vorbild auch für die Wirtschaft? Reifezeit Abnehmendes Wachstum Exponentielle Wachstumsphase Langsame

Natürliches Wachstum - Vorbild auch für die Wirtschaft? Reifezeit Abnehmendes Wachstum Exponentielle Wachstumsphase Langsame Keimzeit 40

Funktion einer Gleichgewichtsökonomie anstelle einer Wachstumsökonomie heißt: • Die Wirtschaft wächst quantitativ nur in

Funktion einer Gleichgewichtsökonomie anstelle einer Wachstumsökonomie heißt: • Die Wirtschaft wächst quantitativ nur in bes. Aufbauphasen. • Bei Erreichen eines Sättigungsgrades geht das Wachsen zunehmend in qualitative Entwicklung über: Qualitätsprodukte, Wachsen kultureller, sozialer, geistiger Lebensqualitäten – dabei Schrumpfen desständigen materiellen Verbrauchs. • Dies geschieht in einer dynamisch sich einpendelnden Sinusbewegung - sowohl für einzelne Güter wie für die gesamtökonomische Entwicklung. Diese Entwicklung bleibt unter des maximal ökologisch-sozial verträglichen Maßes von Faktor 1 (auch ökologischer Fußabdruck) • Damit wird die ökonomische und soziale Crashentwicklung der Wachstumsökonomie überwunden und eine Postwachstumsökonomie wird möglich 41

Voraussetzungen einer Postwachstums- und Gleichgewichtsökonomie 1. Überwindung des materialistischen Grundirrtums und kapitalistischer Leitvorstellung. 2.

Voraussetzungen einer Postwachstums- und Gleichgewichtsökonomie 1. Überwindung des materialistischen Grundirrtums und kapitalistischer Leitvorstellung. 2. Herausnehmen der wachstumstreibenden Abschöpfungs- und Bereicherungsmechanismen kapitalistischer Wirtschaftsweise; Installation kooperativer, partizipatorischer, demokratischer Wirtschaftsstruktruen. 3. Drastisches Zurückfahren des gegenwärtigen Material- und Energiedurchsatzes (Schrumpfungsökonomie, Regionalisierung der Wirtschaft. . . ) 4. Entwicklung einer modernen regionalen Subsistenzwirtschaft 5. Zusammenwirken von: a) Konsistenzstrategie (ökologische Anpassung), b) Effizienzstrategie (ökologische Technologien), c) Suffizienzstrategie („Mit weniger besser leben“) These: Eine Postwachstumsökonomie kann nur eine postkapitalistische Ökonomie sein. 42

Überblick: Ökonomische Prämissen einer postkapitalistischen Wirtschaftsweise Friedliche Konfliktlösung Statt Konkurrenz. Kooperationsprinzip Zu einer Wertegeleiteten

Überblick: Ökonomische Prämissen einer postkapitalistischen Wirtschaftsweise Friedliche Konfliktlösung Statt Konkurrenz. Kooperationsprinzip Zu einer Wertegeleiteten Wirtschaft zurückfinden Abschöpfungs- und Bereicherungsmechanismen überwinden Demokratisierung + Mitbestimmung BeteiligungsÖkonomie aller Statt WachstumsÖkonomie Gleichgewichtsökonomie Primat der Politik Neuer Gesellschaftsvertrag (neue Verfassung) Entschleunigung + ganzheitliche Wertschöpfung

44

44

IV. Entwurf einer postkapitalistischen lebensdienlichen, solidarischen gemeinwohlorientierten Ökonomie 45

IV. Entwurf einer postkapitalistischen lebensdienlichen, solidarischen gemeinwohlorientierten Ökonomie 45

Überblick: Bausteiner Lebensdienlichen Ökonomie („Systemweichen“) Neue Arbeitskultur Leistungsgerechtes Lohnsystem Neue Eigentumsordnung Ökologische Kreislaufwirtschaft Neue

Überblick: Bausteiner Lebensdienlichen Ökonomie („Systemweichen“) Neue Arbeitskultur Leistungsgerechtes Lohnsystem Neue Eigentumsordnung Ökologische Kreislaufwirtschaft Neue Finanzordnung Partizipatorisches Unternehmertum Ökosoziale Globalisierung + Regionalisierung Solidarisches Steuer+Sozialsystem 46

(1) Neue Eigentumsordnung: ● Privateigentum wird gewährt und geschützt, sofern: - durch eigene Leistung

(1) Neue Eigentumsordnung: ● Privateigentum wird gewährt und geschützt, sofern: - durch eigene Leistung geschaffen, - dem eigenen Lebensunterhalt dient, - dem Gemeinwohl dient (Sozialpflichtigkeit des Eigentums), - nicht als leistungsloses Abschöpfungsinstrument fremder Leistung genutzt wird. Eckpfeiler: 1. Entprivatisierung von Grund Boden, natürlichen Ressourcen, große kulturelle Güter, gehen in Gemeineigentum über (klassische Allmende), Können zur Nutzung verliehen werden (z. B. Erbpacht). 2. Entprivatisierung der Öffentlicher Güter der Daseinsvorsorge, gehen in gemeinnützige öffentliche Trägerschaft, werden rein betriebswirtschaftlich geführt (moderne Allmende). 3. Nutzungsbestimmtes Eigentumsrecht tritt an Stelle des ursprungsbestimmten Eigentumsrechtes („Ersitzung von Eigentumsrechten“) 4. Einnahmen durch Mieten und Pachterträge dienen nur zu deren Errichtung, Erhaltung, Verwaltung, nicht einem leistungslosem Einkommen. 47

(2) Neue Finanzordnung ● Das Geld wird auf seine eigentlichen lebensdienlichen Funktionen zurück geführt.

(2) Neue Finanzordnung ● Das Geld wird auf seine eigentlichen lebensdienlichen Funktionen zurück geführt. Es dient 1. als Tauschmittel, 2. als Aufbewahrungsmittel. 3. als Spar- und Kreditmittel, 4. als Wertmaßstab für quantifizierbare Werte. ● Die Ware-Geld-Beziehung auf ihre zweckdienliche Funktion zurückgeführt: W – G – W / bedingt G – W – G´ / kein G´- G´´- G´´´ Somit kein abschöpfender Handel Geld mit Geld – Überwindung der kapitalistischen Geld-Akkumulation Eckpfeiler: 1. Neuordnung Bankenwesen: Banken als reine gemeinnützige Dienstleistungsunternehmen (Maklerfunktion) in Öffentlicher Hand ohne Gewinne, mit festen Gehältern („Demokratische Banken“). 2. Einführung des Vollgeldsystem: Geldschöpfung allein durch Zentralbanken, volle Deckung aller Kredite durch Einlagen. . . 3. Zinssystem: - statt Zins einmalige Kreditgebühr. . . Geldeinlagen ohne Zins, Bankenservice ist „Gewinn „genug. 4. Finanzwirtschaft: Verbot allen (spekulativen) Geldhandelns: Börsen- und Aktienhandel, Hedgefonds, Derivate usw. (Allokation des Geldes durch Realwirtschaft, realwirtschaftl. Kredite, Steuer-Förder-Politik) 5. Kapitalisierung der Unternehmen allein durch Rücklagen und durch Geschäftsbanken 48

(3) Partizipatorische Unternehmensverfassung ● Prinzipien der kapitalistischen Unternehmensverfassung: 1. Bilanzierung allein an Steigerung des

(3) Partizipatorische Unternehmensverfassung ● Prinzipien der kapitalistischen Unternehmensverfassung: 1. Bilanzierung allein an Steigerung des Gewinns orientiert (z. B. Aktiengesetz). 2. Entscheidungen in Unternehmensfragen allein durch Kapitaleigener (Shareholder-Prinzip) 3. Prinzip der Konkurrenz, der Verdrängung, des Ausschaltens der Konkurrenten Eckpfeiler einer partizipatorischen Unternehmensverfassung: 1. Nachhaltigkeitsbilanz: Hineinnahme ökologischer, sozialer, gemeinwohlorientierter Kennzahlen in die Bilanzierung mit entsprechenden Steuer- und Förderregeln 2. Hineinnahme aller am Unternehmen Beteiligten und vom Unternehmen Betroffenen in Entscheidungen des Unternehmens durch Betriebliche Wirtschaftsräte • Kapitaleigner bzw. Besitzer, • Manager (Betriebsleitung), • Angestellten, • Kunden, • Lieferanten, • Vertreter der Öffentlichkeit, • Umweltverbände (Stakeholder-Prinzip) 3. Neutralisierung des betrieblichen (Groß-)Kapitals (keine private Kapitalabschöpfung) 4. Förderung Genossenschaftlicher Unternehmen (z. B. Macora-Gesetz) 5. Bildung Nationaler Wirtschaftsräte für Erstellung der sozialen, ökologischen, gemeinwohlorientierten Leitwertkennzahlen ; Bildung Regionale Wirtschaftsräte für konkrete regionale Rahmenvorgaben (vgl. „Zünfte“ früher, „Raumplanungsbehörden“ heute) 49

Exkurs: Markt und Unternehmertum ● Chancen privaten Unternehmertums: hohe Eigenverantwortung, Innovationskraft und Kreativität. ●

Exkurs: Markt und Unternehmertum ● Chancen privaten Unternehmertums: hohe Eigenverantwortung, Innovationskraft und Kreativität. ● Verantwortlich nicht nur für persönliche Gewinne, sondern ebenso für Wohlergehen der Mitarbeiter und für das Gemeinwesen – sozialethische und ökologische Kompetenz. Ansonsten wird Unternehmertum zum „Raubrittertum. “ (z. B. entartetes Bankenwesen, TNK. . . ) ● „Markt“ und „Marktwirtschaft“ nicht = Kapitalismus, sondern: Austausch von Waren und Leistungen im Wechselpiel von Angebot und Nachfrage über Medium Geld/Preis - in einer arbeitsteiligen Gesellschaft unverzichtbar. ● Kein Markt ohne Rahmenbedingungen und Regeln, z. B. Anerkennung von Geld, Tarifverträgen, Ladenöffnungszeiten, Ausschreibungspflicht, Kartellgesetze. . . Diese können systemprägend unterschiedliche sein, z. B. : > Kapitalistische/neoliberale Marktwirtschaft: . . . > Soziale/ökologische Marktwirtschaft: . . . > Kooperative solidarische Marktwirtsschaft: . . . ● Merkmale Kapitalistischer Marktwirtschaft: > Profitorientiert zu Gunsten des Kapitaleigners; > Konkurrenzprinzip; > Wachstumszwang; > Markt als Abschöpfungsinstrument > Abbau gemeinwohlorientierter Regeln ● Die kapitalistische Schlüsselideologie, dass „Eigennutz wie durch eine unsichtbaren Hand zum Wohl aller führe“, ist Irrtum und Lüge: > Der gänzlich „freie Markt“ bevorteilt automatisch den Stärkeren, Egoistischeren, benachteiligt den Schwächeren, Ehrlicheren (Beispiel zwei Bäcker auf einem Markt). > In dieser „disproportionalen Gesetzmäßigkeit“ des Marktes liegt systemimmanent sein 50 sozialethisches Versagen.

Warum Sozialpflichtigkeit, Gewinnbeteiligung und Mitbestimmung zum Unternehmertum gehören ● Wertschöpfung und Mehrwert wird auch

Warum Sozialpflichtigkeit, Gewinnbeteiligung und Mitbestimmung zum Unternehmertum gehören ● Wertschöpfung und Mehrwert wird auch in Privatunternehmen nicht allein durch den Kapitaleigner (Eigentum an PM) erarbeitet, sondern durch: 1. Gesellschaftliche Vorgaben (Infrastruktur, technisch-wissenschaftliche Vorleistungen, politische Ordnung, sozialer Friede u. a. ), 2. Eingebrachtes Kapital (PM), 3. Mitarbeiterleistung, 4. Eigenleistung des Unternehmers ● Darum ist der erarbeitet Mehrwert aufzuteilen für: 1. Löhne und Gewinnbeteiligung der Mitarbeiter, 2. Staatssteuer und Sozialsteuer (Sozialpflichtigkeit), 3. Investitionsrücklagen, 4. Private Gewinnanteile des Unternehmers (mit „Anreiz- und Begrenzungsprinzip“, „Kapitalabschreibung“ ? s. u. ) ● Darum ist in allen Betriebsfragen die Mitbestimmung, Gewinn- und Risikobeteiligung aller Beteiligten geboten (genossenschaftliche Tendenz). ● So die Überwindung der Akkumulation des gemeinsam geschaffenen Mehrwertes in alleiniger Privatverfügung möglich. 51

Grafik: Zur Logik von Mitbestimmung, Gewinnbeteiligung und Gewinnabschreibung „Kapitalverwässerung“ _____ (115) (100) 52

Grafik: Zur Logik von Mitbestimmung, Gewinnbeteiligung und Gewinnabschreibung „Kapitalverwässerung“ _____ (115) (100) 52

Kooperative Marktwirtschaft? ● Anliegen: Rahmenbedingungen für Unternehmertum und Marktwirtschaft so gestalten, dass sie von

Kooperative Marktwirtschaft? ● Anliegen: Rahmenbedingungen für Unternehmertum und Marktwirtschaft so gestalten, dass sie von kapitalistischen Prinzipien Gewinnmaximierung, der Konkurrenz , des Wachstumszwang befreit, zum kooperativem Wettbewerb, zum kooperativen, gemeinwohlorientiertem Marktverhalten kommen können. ● Bewegung Konkurrenz – Wettbewerb – Kooperation: - von individuell-kollektiv-egoistischen Anlagen und Bedürfnissen (Rivalität/Konkurrenz) - hin zu individuell-kollektiv-altruistischen Anlagen und Bedürfnissen. Frage des Menschenbildes und der Stimulation ● Kooperativer Wettbewerb? a) innerbetrieblich: - überzeugende Aufgabenstellung, Anreize. . . - Ergebnisses des „Wettbewerbsiegers“ allen zur Verfügung stellen - betriebliche Wirtschaftsräte. . . b) zwischenbetrieblich: - verbindliche Gemeinwohlkriterien für alle (Bilanzierung) - Ausbau der Kartellbestimmung gegen „unlauteren Wettbewerb“ - Entwicklung regionaler Wirtschaftsräte - Herausnahme der Öffentlichen Güter aus dem freien Markt - Austausch der besseren Arbeitsweisen, Förderung des Schwächeren, solange es keine „Marktbereinigung“ geben muss 53

(4) Leistungsgerechtes und solidarisches Lohnsystem Im bisherigen Lohnsystem erkennbar: ● Kriterien für Arbeitsleistung: 1.

(4) Leistungsgerechtes und solidarisches Lohnsystem Im bisherigen Lohnsystem erkennbar: ● Kriterien für Arbeitsleistung: 1. Leistungsintensität, 2. Qualitätsanspruch und Ausbildungsgrad, 3. Verantwortungslast. ● Arbeitsleistungsvermögen schwankt zwischen 0, 5 und dem 5 -fachen der Durchschnittsleistung eines guten Facharbeiters. ● Übliche Tariflöhne liegen zwischen 1. 400 € (Arzthelferin) und 6. 300 € (Geschäftsführer). Spreizung zu 80% bei 1 : 3; max. 1 : 10. ● Fazit: „Löhne“ die weit über dem 5 -fachen des Durchschnittslohnes liegen, sind nicht durch eigenen Leistung erarbeitet; sind als „Raublöhne“ abzulehnen. 54

Eckpfeiler eines leistungsgerechten und solidarischen Lohnsystems 1. Generelle Bezahlung für jede Erwerbs- und Berufstätigkeit

Eckpfeiler eines leistungsgerechten und solidarischen Lohnsystems 1. Generelle Bezahlung für jede Erwerbs- und Berufstätigkeit nur nach Tariflöhnen. 2. Lohnspreizung im Mindestlohn 0, 5 des Durchschnittslohns, im Spitzenlohn bis zum 5 -fachen (max. 10 -fachen) der Durchschnittslöhne (z. B. bei 2. 500 Durchschnitt: Mindestlohn 1200 €, Spitzenlohn 12. 500 €) 3. Solidarischen Lohnausgleich für sehr leistungsschwache Tätigkeiten (Mindestlohn) 4. Für Künstler, Freiberufler, Sportler und ähnliche Berufe statt „Knappheitskriterium“ variablen aufwands- leistungsgemäße Pauschalsätze 55

(5) Ganzheitliches Arbeitskultur Arbeit als ganzheitliche Wertschöpfung a) Materieller Wert: Produktivität, Entlohnung b) Sozialer

(5) Ganzheitliches Arbeitskultur Arbeit als ganzheitliche Wertschöpfung a) Materieller Wert: Produktivität, Entlohnung b) Sozialer Wert: soziale Einbindung, Anerkennung, soziale Sicherheit c) Psychischer Wert: Kreativität, Kommunikation, Verantwortung, ganzheitl. Betätigung d) ideeller, ethischer Wert: Sinnfindung, dem Guten dienen Wertschöpfung der Arbeit in drei Bereichen: Bezahlte Lohnarbeit /Erwerbsarbeit: als Arbeiter, Angestellter, Beamter, als Selbstständiger Unentgeltliche Eigenarbeit: Familienarbeit, Arbeit an Wohnung, Haus, Garten. . . Hobby u. ä. Ehrenamtliche Gemeinnutzarbeit: (Bürgerarbeit): Vereinsarbeit, Kulturelle Arbeit, Bürgerinitiativen, Chor, Freiwillige Feuerwehr, Mitarbeit in Parteien, Kirchen, Nachbarschaftshilfe u. ä. Die Überwindung der Entfremdung des Menschen in der Arbeit wäre dann gegeben, wenn sich der Mensch in allen drei Bereichen frei entfalten kann – und so das familiäre, kulturelle, gesellschaftliche Leben seine volle freie Entfaltung findet. 56

Das Recht der Erwerbsarbeit - Teilung des Arbeitsvolums Besonderer Wert der Erwerbsarbeit: Hineinnahme des

Das Recht der Erwerbsarbeit - Teilung des Arbeitsvolums Besonderer Wert der Erwerbsarbeit: Hineinnahme des Menschen in den ökonomischen Prozess von > Arbeit, > Produktion, > Einkommen, > Konsumtion, > Steuer- und Sozialsystem (Beteiligungsökonomie). Hineinnahme aller arbeitsfähigen Menschen in den ökonomischen Prozess: 1. beste Grundlage eines stabilen und tragfähigen Sozialsystems, 2. beste Grundlage einer nachhaltigen Wirtschaftsweise, 3. soziale Integration und Wertschätzung des Menschen. Darum ist das Recht auf Erwerbsarbeit als ein Grundrecht des Menschen verfassungsmäßig zu verankern. Eckpfeiler einer solidarischen Arbeitskultur: 1. Teilung des Arbeitsvolumens 2. Herabsetzung der Regelarbeitszeit auf z. B. 30 W-Stunden; große Flexibilisierung der Arbeitszeit. So Überwindung der strukturellen Arbeitslosigkeit, „Vollbeschäftigung“ als Teilhabe aller am Ökonomischen Prozess - und zugleich Freisetzung für Eigen-, Familien- und gesellschaftliche Arbeit. 57

(6) Solidarisches Steuer- und Sozialsystem ● Vier Prinzipien eines solidarische Steuer- und Sozialabgabensystems: 1.

(6) Solidarisches Steuer- und Sozialsystem ● Vier Prinzipien eines solidarische Steuer- und Sozialabgabensystems: 1. Einheitsprinzip: Abgaben von allen Bürgern und allen Einkünften; 2. Solidarisches Prinzip durch progressive Besteuerung: höhere Anteile der wirtschaftlich Stärkere zu Gunsten der wirtschaftlich Schwächeren; 3. Paritätisches Prinzip: zu gleichen Anteilen zahlen Unternehmen und Angestellte Sozialabgaben (Bismarcksche Sozialsystem); 4. Lenkungsprinzip: Höhe der Abgaben nach sozialen und ökologischen Zielorientierungen. ● Eckpfeiler des neues Steuer- und Sozialsystems: 1. gemeinsame gesetzliche Kranken- und Sozialversicherung für alle Bürger (Bürgerversicherung, Umlagefinanzierung) 2. Steuerfinanziertes Sozialsystem: Ablösung der Sozialabgaben in den Unternehmen durch Wertschöpfungsabgabe 3. Besteuerung der Unternehmen nach ökologischen, sozialen Kennziffern 4. Besteuerung der Bürger durch Einkommensteuer und Sozialsteuer progressiv 5. Verbrauchs- und Ressourcensteuer ökologisch und sozial zielorientiert. 58

Konturen eines vereinfachten Sozial- und Steuersystems 59

Konturen eines vereinfachten Sozial- und Steuersystems 59

Bedingungsloses Grundeinkommen ? ● Idee und Begründung: Jeder Bürger erhält allein aus der Tatsache,

Bedingungsloses Grundeinkommen ? ● Idee und Begründung: Jeder Bürger erhält allein aus der Tatsache, dass er Bürger eines Sozialwesens ist, als soziale Grundsicherung eine bedingungsloses Grundeinkommen (BGE). ● Vorteile: 1. Soziale Grundsicherung als Menschenrecht unabhängig von Leistungsfähigkeit; 2. Keine entwürdigende Bedürftigkeitsprüfung; 3. Radikale Entbürokratisierung. ● Funktion: Das BGE an Stelle der bisherigen Sozialleistungen: Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Kindergeld, Grund-Bafög, Grundrente. . . ● Das Aufkommen des BGE wird erbracht: a) aus der Sozialsteuer der Erwerbstätigen und der Unternehmen, b) aus Verbrauchssteuern. ● Vier (umstrittenen) Varianten: a) sehr hohes BGE, damit Arbeit zur freiwilligen Betätigung wird b) relativ geringes BGE ohne Bedürftigkeitsnachweis die Notwendigkeit der Erwerbsarbeit bleibt c) das Grundeinkommen nach einer Negative Einkommensteuer verrechnet d) BGE für jeden, holt durch hohe Steuerprogression von Reichen zurück 60

Beispielrechung Bedingungsloses Grundeinkommen und geteilte Erwerbsarbeit Beispielberechnung: • Mann und Frau mit drei Kindern

Beispielrechung Bedingungsloses Grundeinkommen und geteilte Erwerbsarbeit Beispielberechnung: • Mann und Frau mit drei Kindern hätten ein Grundeinkommen von zusammen 2. 100 € (2 mal 600 € und 3 mal 300 € ). • Dazu würde Mann oder Frau oder gemeinsam in Teilanstellung mit 45 Wochenstunden einer Lohnarbeit nachgehen - mit einem Nettoverdienst von etwa 1. 800 €. • Mit zusammen 3. 900 € Monatseinkommen wäre ein gutes Auskommen gegeben. Aber Vorsicht! Ein bedingungsloses Grundeinkommen allein löst die Arbeitskrise nicht! 61

Beispiel für das Zusammenwirken verschiedener Bausteine in einer neuen Arbeits- und Sozialkultur Teilung des

Beispiel für das Zusammenwirken verschiedener Bausteine in einer neuen Arbeits- und Sozialkultur Teilung des Arbeitsvolumens - ca. 30 -Stundenwoche - hohe Flexibilisierung der Arbeitszeit Bedingungsloses Grundeinkommen anstelle Arbeitslosengeld, Sozialhilfe, Kindergeld, Bafög, Grundrente. . . - z. B. Erwachsene 600 € - Kinder 300 € Paritätisch steuerfinanziertes Sozialsystem: Ablösen der Sozialabgaben von Arbeitsplätzen, dafür Wertschöpfungsabgabe der Unternehmen nach Arbeitsplatzkoeffizient Ausgleichendes, leistungsgerechtes Lohnsystem - „Zeit statt Geld“ für hohe Löhne, - Mindestlöhne in Niedriglohnbereich - Leistungsgerechte Löhne von 0, 5 bis zum 5 -fachen • So Hineinnahme a l l e r in ökonomischen Prozess von Arbeit, Produktion, Einkommen, Konsumtion, Steuer- und Sozialabgaben • So soziokulturelle Befreiung und Bereicherung im Zusammenspiel von Familien- und Eigenarbeit, Erwerbsarbeit, bürgerschaftliches Engagement und Muße! 62

(7) Ökologische Nachhaltigkeitsökonomie ● Unausweichliches Ziel: drastische Verringerung des Ressourcenverbrauchs und der Umweltbelastung durch

(7) Ökologische Nachhaltigkeitsökonomie ● Unausweichliches Ziel: drastische Verringerung des Ressourcenverbrauchs und der Umweltbelastung durch Abprodukte („Schrumpfungswirtschaft“) ● Zusammenwirken von drei Strategien: 1. Konsistenzstrategie: ökologische Übereinstimmung, 2. Effizienzstrategie: ressourcensparende Technologie, hoher Wirkungsgrad, 3. Suffizienzstrategie: „Mit weniger besser leben!“ (nötig weil „Rebount-Effekt“ der Effizienzstrategie!) Eckpfeiler: 1. schnellstmöglicher Umstieg auf regenerative Energie 2. Durchsetzung des Verursacherprinzips 3. Realisierung der Kreislaufwirtschaft (höchste Ressourceneffizienz) 4. Umstieg auf drastisches Reduzieren des Material- und Energiedurchsatzes 5. Umstieg auf suffiziente Lebensart ● Die wichtigsten mentalen, ökonomischen und politischen Voraussetzungen: a) Überwindung der Wohlstandsmehrungsideologien, b) Überwindung der Wachstumsideologie und Wachstumsmechanismen in der Wirtschaft. c) entsprechende Steuer-, Abgaben- und Fördersysteme. 63

(8) Regionalisierte Globalisierung Eckpfeiler: 1. Reform oder Neuerfindung internationaler Organisationen z. B. neue WTO,

(8) Regionalisierte Globalisierung Eckpfeiler: 1. Reform oder Neuerfindung internationaler Organisationen z. B. neue WTO, IWF, Weltbank ; mit neuen ausgleichenden Regelwerke: fairer Welthandelsbedingungen, ökosoziale Mindeststandards durchsetzen; z. B. ILO-Bestimmungen 2. Die Machtkonzentration der TNC verhindern bzw. auflösen kleingliedrige regionale Einheiten stärken, 3. Verstärkte Regionalisierung der Wirtschaft durch beschränkende Einfuhrreglungen Überwindung des Dogmas vom „Freihandel“! 4. Entwicklung einer modernen regionalen Subsistenzwirtschaft (Commons-Ökonomie) Regionalwährungen u. a. 5. Vernetzung eigenständiger Regionen lokal, national, global. Nicht auf weltweite Einigung warten, sondern durch regionales, nationales, bilaterales Agieren von unten. 64

Das Zusammenwirken der Bausteiner Lebensdienlichen Wirtschaftsweise Neue Arbeitskultur Leistungsgerechtes Lohnsystem Neue Eigentumsordnung Ökologische Kreislaufwirtschaft

Das Zusammenwirken der Bausteiner Lebensdienlichen Wirtschaftsweise Neue Arbeitskultur Leistungsgerechtes Lohnsystem Neue Eigentumsordnung Ökologische Kreislaufwirtschaft Neue Finanzordnung Partizipatorisches Unternehmertum Ökosoziale Globalisierung + Regionalisierung Solidarisches Steuer+Sozialsystem 65

66

66

V. Fragen der Umsetzbarkeit, der politischen Transformation 67

V. Fragen der Umsetzbarkeit, der politischen Transformation 67

Solidarische Ökonomie im oder jenseits des Kapitalismus? Reform oder Überwindung des Kapitalismus? Kapitalistische Ökonomie:

Solidarische Ökonomie im oder jenseits des Kapitalismus? Reform oder Überwindung des Kapitalismus? Kapitalistische Ökonomie: - Prinzip Kapitalmehrung, Privatisierung; Konkurrenz, Wachstum. . . - Mechanismen der Bereicherung, Abschöpfung, Externalisierung. . . Solidarische Ökonomie: - Prinzip Kooperation, Solidarität, Teilhabe, Nachhaltigkeit. . . - Mechanismen der Partizipation, Kooperation, Nachhaltigkeit. . . ? Zähmung, Reformen im Kapitalismus: - bei Beibehalten der kapitalist. Prinzipien und Mechanismen - aber Zähmung, Kontrolle, Beschränkungen. . . durch soziale und ökologische Auflagen (Regularien) „Ökosoziale Marktwirtschaft“ Konfrontativer Kampf oder Doppelstrategie? 68

Erkenntnisse der Systemtheorie und der Revolutionswissenschaft Bifurkationen Paradigmenwechsel ● Entscheidend für eine „Wende“: -

Erkenntnisse der Systemtheorie und der Revolutionswissenschaft Bifurkationen Paradigmenwechsel ● Entscheidend für eine „Wende“: - Vorlauf von Pioniergruppen und Alternativkräften - Wahrnehmen der Kairos-Situation, - Entwicklung von Doppelstrategien - Zusammenwirken von „oben“ und „unten“ (nach Ervin Laszlo, Fritjof Capra u. a. ) 69

Mögliche Szenarien, Handlungsstrategie ● Sanftes Übergangsszenarium: schrittweise Entwicklung einer neuen „Sozialökologischen Marktwirtschaft“, eines „Global-Marshall-Planes“.

Mögliche Szenarien, Handlungsstrategie ● Sanftes Übergangsszenarium: schrittweise Entwicklung einer neuen „Sozialökologischen Marktwirtschaft“, eines „Global-Marshall-Planes“. . . Voraussetzung: geleistete Vorarbeit, Einsicht in Politik und Wirtschaft, Primat der Politik. . . Handlungsstrategien: alternative Inhalte+Modelle einbringen; Doppelstrategie. . . auf Streit und Kampfsituation einstellen. . . ● Sanfte Crash-Entwicklung: massive Krisenentwicklung, Zusammenbrüche der alten Großstrukturen; Protestbewegungen setzen systemverändernde Reformen, Alternativ. Projekte durch. . Voraussetzung: geleistete Vorarbeit; Paradigmenwechsel, Alternativprojekte werden aufgenommen; friedliche Entmachtung der alten Machtträger. . . Handlungsstrategien: alternative Inhalte+Modelle einbringen; Mobilisierung „der Straße“ zur friedlichen Erhebung; auf konsequente Wende bestehen, , Alternativprojekte durchsetzen. . . ● Eruptive Crash-Entwicklung: sozial-ökologische Crashs in weiten Teilen der Welt, Massenverelendung, Aufstände, Bürgerkriege, Migrationsströme. . . Zusammenbruch der politischen und ökonomischen Infrastrukturen und alten Machtzentren. . . Handlungsstrategien: Methoden der Friedlichen Revolution aktivieren; alternative Inhalte+Modelle einbringen, Überlebensinseln, Archen bauen; auf regionale Subsistenzwirtschaft umsteigen. . Neuanfang von unten. . . 70

Alternativen gibt es schon a) In bisherigen Sozialen Marktwirtschaft (Reformen im System): - Tariflohnsystem

Alternativen gibt es schon a) In bisherigen Sozialen Marktwirtschaft (Reformen im System): - Tariflohnsystem - Mitbestimmungsgesetze - Öko-Steuer - Kartellgesetze - Ansätze von Finanzmarktregulierungen - Genossenschaftsbanken - Daseinsvorsorge in Öffentlicher Hand - Non-Profitunternehmen. . . b) In alternativen Projekten (Ansätze von Systemalternativen): - gemeinnützige Banken (z. B. GLS-Bank, Oicocredit), - zinsfreie Regionalwährungen (Komplementärwährungen) - Tauschringe - Zeitbanken - Unternehmen der Gemeinwohlökonomie (Felber) - Betriebsübernahmen durch Belegschaften (Marcora-Gesetz) - genossenschaftliche Unternehmen - alternative Lebensstilbewegung - Ökologiebewegungen - postkapitalistischen Ökonomiebewegungen. . Entscheidend ist unsere Wahrnehmung und unser Einsteigen. 71

Gruppierungen und Initiativen alternativer Bewegungen · Ökologiebewegung, Friedensbewegung, Dritte-Welt-Bewegung, Gerechtigkeitsgruppen, auch feministische Bewegungen. .

Gruppierungen und Initiativen alternativer Bewegungen · Ökologiebewegung, Friedensbewegung, Dritte-Welt-Bewegung, Gerechtigkeitsgruppen, auch feministische Bewegungen. . . · Nichtregierungsorganisationen wie „Greenpeace“, Ärzte für den Frieden u. a. · Konziliarer Prozess der Kirchen · Kairos-Bewegung „Wirtschaft im Dienst des Lebens“ · „Ökumenische Initiative Eine Welt“ (ÖIEW) · Erd-Charta-Bewegung (eine sozial-ökologische Weltgemeinschaftsethik) · Lebensstilbewegung „anders besser leben“; kritische Verbraucherbewegung. . . · Attac-Bewegung , Sozialforen (Weltebene, europäischer, nationaler Ebene) · Global-Marshall-Plan-Bewegung (weltweite Ökosoziale Marktwirtschaft) · Bewegungen einer „Alternativen Ökonomie“; kritische Verbraucherbewegung. . · „Anders wachsen – Wirtschaft braucht Alternative zum Wachstums“ · Neue Demokratiebewegung: Bürgerbeteiligungsdemokratie, „Verfassungskonvent“. . . · Alternative Internetbewegungen ·. . . 72

Politische Handlungsfelder und Strategie a) Bewusstseinsarbeit > Zuspitzung der Krise und Begreifen der Krise

Politische Handlungsfelder und Strategie a) Bewusstseinsarbeit > Zuspitzung der Krise und Begreifen der Krise > Breite Bildungs- und Aufklärungspolitik auf allen Ebenen > Gesellschaftlicher Diskurs: „Was wollen wirklich? “ (Frithjof Bergmann) b) Ökonomische Pionierarbeit > Entwicklung alternativer Systementwürfe > Entwicklung alternativer Lebensstilbewegung (neue Werteerfahrung) > Entwicklung alternativer Projekte, Erprobungsarbeit, Inselmodelle, c) Politische Bewegungsarbeit: > Gemeinsames Wirken zivilgesellschaftlicher Gruppen, Initiativen, Bewegungen, Bündnisbildung: Druck von unten, Demos, Blockaden. . . > Befreiung der Politik aus der Umklammerung der Wirtschaft; neue Demokratiebewegung, alternative Parteien > Die Machtfrage im demokratischen Prozess lösen > Durchsetzen eines Neuen Gesellschaftsvertrags (neues Grundgesetz) 73

Aufgaben für Christen und Kirchen 1. Prophetisch Zeitansage wagen: Aufdecken der Mammon-Herrschaft und der

Aufgaben für Christen und Kirchen 1. Prophetisch Zeitansage wagen: Aufdecken der Mammon-Herrschaft und der Unrechtsstrukturen unserer Zeit, konkrete Schalomansage Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung heute. . . 2. Parteinahme und Anwalt sein für die Opfer der Bereicherungsund Ausgrenzungsökonomie. . . 3. Sich mit anderen Aufbruchsbewegungen verbünden 4. Das spirituelle, religiöse Suchen der Menschen aufnehmen, hier die transformierte biblische Botschaft einbringen: > Leben als Gabe und aus „Gnade“ > das ganzheitlich-christliche Menschenbild > den pseudoreligiöse kapitalistischen Verführungen (Konsumismus) entgegentreten. 5. Selbst im eigenen Leben, in kirchlichen Strukturen, Einrichtungen, Finanz- und Sozialwesen vorbildhafte Praktiken und Modelle entwickeln. . . Christliche Lebensstil-Umkehrbewegung. . . 74

Handlungsfelder auf persönlicher Ebene ● Selbst begreifen, worum es geht. . . ● Sehen,

Handlungsfelder auf persönlicher Ebene ● Selbst begreifen, worum es geht. . . ● Sehen, was ich davon im eigenen Leben umsetzen kann. . . ● Entsprechende Meinungsbildung nach außen. . . ● Entsprechende Initiativen, Bewegungen unterstützen, mitmachen. . . ● Politische Forderungen, Druck von unten, bei politischen Aktionen mitmachen. . . ●. . . 75

76

76

Literaturhinweise Stand 16. 5. 2013 • Norbert Bolz, David Bossart: „Kultmarketing. Die neues Götter

Literaturhinweise Stand 16. 5. 2013 • Norbert Bolz, David Bossart: „Kultmarketing. Die neues Götter des Marktes“, 1995 • Matthew Fox: „Revolution der Arbeit. Damit alle sinnvoll leben und arbeiten können“, 1996 • Hans Peter Martin, Harald Schumann: „Die Globalisierungsfalle. Der Angriff auf Demokratie und Wohlstand“, 1997 • Ulrich Beck (Hg. ): „Die Zukunft von Arbeit und Demokratie, “ Frankfurt a. M. 2000 • Heiner Geißler: „Ou Topos. Suche nach dem Ort, den es geben müsste“, 2009 • Wolfgang Kessler: „Weltbeben. Auswege aus der Globalisierungsfalle“, 2004 • Günther Moewes: „Geld oder Leben. Umdenken und unsere Zukunft nachhaltig sichern“, 2004 • Fritz Reheis: „Entschleunigung. Abschied vom Turbokapitalismus“, 2004 • Franz Josef Radermacher: „Global Marshall Plan. Ein Planetary Contract. Für eine Ökosoziale Marktwirtschaft” 2004 • Wolfgang Engler: „Bürger, ohne Arbeit. Für eine radikale Neugestaltung der Gesellschaft“, 2005 • Niko Paech: „ Befreiung vom Überfluss“, 2012 • Maynard Keynes „Allgemeine Theorie der Beschäftigung, des Zins und des Geldes“ und Aufsatz von 1943; hier widergegeben nach Karl Georg Zinn „Rezeptionslücken des Keynesianismus“, Hamburg 2008 • Ulrich Duchrow, Franz Josef Hinkelammer: „Leben ist mehr als Kapital. Alternativen zur Diktatur des Eigentums“, 2002 • Ulrich Duchrow, Reinhold Bianchi, Rene Krüger, Vincenzo Petracca: „Solidarisch Mensch werden. Psychische und soziale Destruktionen im Neoliberalismus – Wege zu ihrer Überwindung“, 2006 • Elmar Altvater / Nicola Sekler (Hrsg. ): Solidarische Ökonomie“, 2006 • Joachim Galuska (Hg. ): „Pioniere für einen neuen Geist in Beruf und Business. Die spirituelle Dimension im wirtschaftlichen Handeln“, 2004 • Manfred Linz: „Was wird aus der Wirtschaft? Über Suffizienz, Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit“, 2006 • Joachim Bauer: „Prinzip Menschlichkeit. Warum wir von Natur aus kooperieren“ , Hamburg 2006 • Christian Felber: „Neue Werte für die Wirtschaft. Eine Alternative zu Kommunismus und Kapitalismus“; 2008 • Christian Felber: „Gemeinwohl-Ökonomie“, 2010 • Maximilian Heubach: „Koordinatenwechsel. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Aufbruch“, 2011 • BUND und Brot für die Welt: „Zukunftsfähiges Deutschland in einer globalisierten Welt. Ein Anstoß zur gesellschaftlichen Debatte. “ Eine Studie des Wuppertal Instituts, 2008 • Dennis Meadows: „Grenzen des Wachstums. Das 30 -Jahre-Update, Signale zum Kurswechsel“, 2009 • Hans Peter Gensichen: „Nur die Armut wird uns retten. Geteilter Wohlstand in einer Gesellschaft des Weniger“, 2009 • Meinhard Miegel: „EXIT. Wohlstand ohne Wachstum“, Berlin 2010 • Susanne Schmidt: „Markt ohne Moral. Das Versagen der internationalen Finanzelite“, 2010 • Hans Küng „Anständig wirtschaften. Warum Ökonomie Moral braucht“, 2010 • Richard David Precht „Die Kunst kein Egoist zu sein“, 2010 • Thoma´s Sedla´cek: „Die Ökonomie von gut und böse“, 2009/2012 77 • Gil Ducommun: „Nach dem Kapitalismus. Wirtschaftsordnung einer integralen Gesellschaft“, 2005

Zusatzfolien Solidarische Ökonomie: www. akademie-solidarische-oekonomie. de Bernd Winkelmann Adelsborn 113 a 37339 Kirchohmfeld Tel.

Zusatzfolien Solidarische Ökonomie: www. akademie-solidarische-oekonomie. de Bernd Winkelmann Adelsborn 113 a 37339 Kirchohmfeld Tel. 036074/ 63910 Mail: [email protected] de www. winkelmann-adelsborn. de 78