Bauphysik 7 Physikalische Grundlagen und Schallschutz E K

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Bauphysik 7. Physikalische Grundlagen und Schallschutz E. K. Tschegg, Labor für Materialwissenschaften E 206

Bauphysik 7. Physikalische Grundlagen und Schallschutz E. K. Tschegg, Labor für Materialwissenschaften E 206 -4, TU Wien SS

7. PHYSIKALISCHE GRUNDLAGEN DES SCHALLSCHUTZES Luftschall Körperschall, Trittschall

7. PHYSIKALISCHE GRUNDLAGEN DES SCHALLSCHUTZES Luftschall Körperschall, Trittschall

7. 2 Schall als Druckwelle Schall elastische Druckwellen. Diese können sich in Festkörpern (Körperschall),

7. 2 Schall als Druckwelle Schall elastische Druckwellen. Diese können sich in Festkörpern (Körperschall), in Flüssigkeiten und Gasen ausbreiten (Luftschall) Ein bauphysikalisch wichtiger Körperschall ist der sog. Trittschall, der beim Begehen einer Decke entsteht. Die Ausbreitungsgeschwindigkeit des Schalls c = f (Dichte, elastische Eigenschaften (Trägheit))

Berücksichtigt man die Temperaturabhängigkeit der Dichte und des Kompressionsmoduls bei Luft, so erhält man:

Berücksichtigt man die Temperaturabhängigkeit der Dichte und des Kompressionsmoduls bei Luft, so erhält man: Schallgeschwindigkeit in m/s

In der uns umgebenden Luft ist eine Schallwelle lokal als Druckschwankung festzustellen. Diese Druckschwankungen

In der uns umgebenden Luft ist eine Schallwelle lokal als Druckschwankung festzustellen. Diese Druckschwankungen überlagern sich dem stationären atmosphärischen Druck (Barometerdruck) und werden als Schalldruck bezeichnet.

Gemessen wird nicht der momentane Schalldruck, sondern (ähnlich wie beim Wechselstrom) der effektive Schalldruck

Gemessen wird nicht der momentane Schalldruck, sondern (ähnlich wie beim Wechselstrom) der effektive Schalldruck als zeitlicher quadratischer Mittelwert des momentanen Schalldruckes p(t)

Für eine Druckschwankung folgt : peff = p 0 / √ 2 bar Beispiele

Für eine Druckschwankung folgt : peff = p 0 / √ 2 bar Beispiele von Schalldrücken (Peff) : Hörschwelle des menschlichen Ohres Lesesaal Bibliothek Normale Unterhaltungssprache Straßenkreuzung Untergrundbahn Presslufthammer Schmerzschwelle des menschlichen Ohres (im Vergleich dazu mittlerer Luftdruck ) Nm-2 ca. 2 x 10 -5 1 x 10 -3 5 x 10 -2 1 x 10 -1 1 50 100

Charakteristische Schallspektren TON: a) Ton Ein Ton reine harmonische Schwingung Sinus- oder Cosinuston b)

Charakteristische Schallspektren TON: a) Ton Ein Ton reine harmonische Schwingung Sinus- oder Cosinuston b) Klang Eine Schwingung zwar nicht harmonisch, aber doch periodisch in harmonischen Schwingungen (Grundton und Obertöne) wird zerlegt Klang. KLANG:

GERÄUSCH c) Geräusche unperiodischen Schwingungsvorgang, ein kontinuierliches Fourierspektrum

GERÄUSCH c) Geräusche unperiodischen Schwingungsvorgang, ein kontinuierliches Fourierspektrum

7. 3 Beschreibung des Schallfeldes, Schallschnelle und Schallimpedanz p = p 0 sin (ω

7. 3 Beschreibung des Schallfeldes, Schallschnelle und Schallimpedanz p = p 0 sin (ω t - kx) k = ω/c Ableitung der Gleichung der harmonischen Welle erhält man für die Geschwindigkeit v der Teilchenbewegung Auslenkungsamplitude Ihre Amplitude vo wird als Schallschnelle [m/s] bezeichnet. Das Verhältnis zwischen Druckamplitude und Schallschwelle heißt Schallimpedanz Z (auch Schallwellenwiderstand, Schallkennimpedanz genannt).

Wichtige Rolle bei der Beurteilung der Schalldämmung. einfache Faustregel ableiten dass man Luftschall dämmen

Wichtige Rolle bei der Beurteilung der Schalldämmung. einfache Faustregel ableiten dass man Luftschall dämmen dicke Wand (schweren Körpern), Körperschall mit Luftzwischenräumen wirksam dämmen kann. Schallimpedanz Z einiger Baustoffe Beton 8 x 106 Mauerwerk Glas 14 x 106 Holz Stahl 39 x 106 Kork 1 x 105 Luft ~ 430 Wasser l, 4 x 106 6, 3 x 106 2, 5 x 106 Stoffe gleicher Impedanz passiert der Schall ohne Schwächung.

Schallintentsität, -leistung und -energie Anstelle des Schalldruckes wird häufiger die Schallintensität I, d. h.

Schallintentsität, -leistung und -energie Anstelle des Schalldruckes wird häufiger die Schallintensität I, d. h. die durch eine Flächeneinheit im Zeitintervall dt hindurchtretende Schallenergie d. W, verwendet. Druck P. . . Schallleistung [W] A. . . Fläche, senkrecht zur Ausbreitungsrichtung [m 2] 1/A d. W. . . Schallenergiedichte Schallpegel p … Schalldruck [Pa] Das menschliche Ohr ist ein außerordentlich empfindliches Sinnesorgan und sein Hörbereich erstreckt sich über einen Schalldruckbereich von 2 x 10 -5 Nm-2 bis zu 2 x 10 Nm-2. Da dieser enorme Druckbereich für die Behandlung schalltechnischer Probleme doch relativ unhandliche Zahlenwerte liefert und die Reize im Ohr ungefähr logarithmisch verarbeitet werden, ist es nützlich, gewisse Kenngrößen des Schallfeldes im logarithmischen Maßstab zu erfassen Schallpegel

Der Schallpegel eine dimensionslose Größe. Die Einheit Dezibel (d. B) wird einfach angefügt. Die

Der Schallpegel eine dimensionslose Größe. Die Einheit Dezibel (d. B) wird einfach angefügt. Die logarithmische Definition reduziert den riesigen Bereich der hörbaren Intensitäten von etwa 12 Zehnerpotenzen auf eine Skala mit 120 d. B-Stufen. Der Schallpegel ist eine relative Größe, die bezüglich eines Referenzniveaus Iref & pref gemessen wird. Die dem kleinsten wahrnehmbaren Schalldruck sprechende kleinste hörbare Schallintensität beträgt. Iref = 10 -12 Wm-2 (pref = 2. 10 -5 Pa) Zwei Schallpegel werden „intensitätsmässig" addiert und nicht algebraisch:

Lärm und Menschliches Ohr Geräusche im Frequenzbereich von etwa 16 Hz bis 20. 000

Lärm und Menschliches Ohr Geräusche im Frequenzbereich von etwa 16 Hz bis 20. 000 Hz wahr. Empfindlichkeit von Frequenz wie Intensität des einfallenden Schalls. Hör- und Schmerzschwelle frequenzabhängig. Bei 1000 Hz liegt die Hörschwelle bei ca. 0 d. B und nimmt für tiefe Frequenzen bis zu 70 d. B zu. Die 1000 Hz-Schmerzschwelle liegt bei ca. 120 d. B. Die vom Ohr physiologisch I 0 = Iref = 10 -12 Wm-2 (pref = 2. 10 -5 Pa) Schallpegel(physical. ) empfundene Lautstärke Λ ist proportional zum Logarithmus der Schallintensität I (Webner-Fechner. Gesetz). Lautstärke(physiolog. )

Lautstärke Λ (Phon) Töne verschiedener Frequenz, aber gleichen Schalldruckpegels, werden vom Menschen nicht gleich

Lautstärke Λ (Phon) Töne verschiedener Frequenz, aber gleichen Schalldruckpegels, werden vom Menschen nicht gleich laut empfunden. Um ein Geräusch hinsichtlich seiner subjektiven Wirkung zu charakterisieren, genügt es deshalb nicht, seinen objektiven Schalldruckpegel anzugeben. Um die subjektive Lautstärke einer Schalleinwirkung zu bestimmen, vergleicht man den erzeugten Schall mit dem 1000 Hz-Ton, bis man gleiche Lautstärke empfindet.

Um die Schallmessung dem menschlichen Gehörsinn anzupassen, müssen die Messwerte in den verschiedenen Frequenzbereichen

Um die Schallmessung dem menschlichen Gehörsinn anzupassen, müssen die Messwerte in den verschiedenen Frequenzbereichen korrigiert werden. Den Geräten werden dabei Bewertungsfilter vorgeschaltet, die entsprechend den Frequenzbewertungskurven das Signal frequenzabhängig abschwächen oder anheben (teilweise auch unter Berücksichtigung der Art und Stärke der zu untersuchenden Lärmquelle) Bewertungskurven A - D. Die Kurven A, B und C wurden zuerst eingeführt und zwar für:

- niedrige Schallpegel Kurve A bis zu 55 d. B - mittlere Schallpegel von

- niedrige Schallpegel Kurve A bis zu 55 d. B - mittlere Schallpegel von 55 d. B bis 85 d. B Kurve B -´hohe Schallpegel über 85 d. B Kurve C Derzeit wird meistens die Kurve A angwandt Die später entwickelte Kurve D soll der größeren Empfindlichkeit des Ohres in hohen Frequenzbereichen Rechnung tragen und wird hauptsächlich für die Bewertung von Düsenflugzeuglärm angewendet. Die Resultate der Schallpegelmessung werden in d. B (A), d. B (B) etc. angegeben, je nach verwendeter Bewertungskurve. Bei der Messung besteht meistens auch noch die Möglichkeit, die Antwortsgeschwindigkeit des Gerätes, d. h. seine Zeitkonstante einzustellen: SLOW (langsam) für Mittelwerte FAST (rasch) für rasch veränderliche Geräusche IMP (Impuls) für Schüsse, Schläge etc.

Der für den Schallschutz im Bauwesen wichtigste Frequenzbereich liegt zwischen 100 Hz und 3200

Der für den Schallschutz im Bauwesen wichtigste Frequenzbereich liegt zwischen 100 Hz und 3200 Hz (ein Bereich in dem das menschliche Ohr am empfindlichsten und der Lautstärkeanteil normaler Geräusche am größten ist).

7. 5 Schallquellen und Schallausbreitung Kugelwelle: Freien Atmosphäre breitet sich der Schall von einer

7. 5 Schallquellen und Schallausbreitung Kugelwelle: Freien Atmosphäre breitet sich der Schall von einer punktförmigen Schallquelle in. Form einer Kugelwelle nach allen Seiten aus. Die Schallintensität nimmt deshalb im Verhältnis des Quadrates des Abstandes ab, der Schalldruck dementsprechend proportional dem Abstand und der Schallpegel im Logarithmus des Abstandes:

Zylinderwelle: Ist die Schallquelle linienförmig (z. B. Verkehrsband) , so sind: Ebene Welle: Gibt

Zylinderwelle: Ist die Schallquelle linienförmig (z. B. Verkehrsband) , so sind: Ebene Welle: Gibt es ein solche Welle?

Zusätzlich zu dieser "geometrischen Dämpfung" wird Schallenergie durch Luft absorbiert. Gegenstände, die sich in

Zusätzlich zu dieser "geometrischen Dämpfung" wird Schallenergie durch Luft absorbiert. Gegenstände, die sich in der Ausbreitungszone befinden, beeinflussen ebenfalls die Schallausbreitung (Reflexion, Absorption, Beugung). Reflexion Die Gesetze der geometrischen Optik (Strahlenoptik) sind auch in der Akustik anwendbar, wenn die Dimension d der Objekte, welche von der Schallwelle getroffen werden, größer ist, als die Wellenlänge des Schalls (d >> ). So wird z. B. ein Teil der Energie der einfallenden Welle an der Grenzfläche Luft/Festkörper reflektiert ( Schalldämmung).

Auftreffender und reflektierter Welle Phasendifferenz, Schallharten Wänden (Schallschnelle v 0) eine Druckverdoppelung auf (keine

Auftreffender und reflektierter Welle Phasendifferenz, Schallharten Wänden (Schallschnelle v 0) eine Druckverdoppelung auf (keine Phasendifferenz). Weichen Wänden (p 0) Verdoppelung der Schallschnelle. Stimmen Wandimpedanz und Wellenwiderstand überein, so tritt keine reflektierte Welle auf (Anpassung, Schallabsorption Reflexionsgrad (senkrechter Einfall) : Schalldämpfung). Absorptionsgrad (senkrechter Einfall) -. Schallimpedanz Z In geschlossenen Räumen werden Schallwellen an den Wänden z. T. mehrmals reflektiert, so dass bei ungenügender Schallabsorption der Wandoberfläche aufgrund der Laufzeiten der einzelnen Schallwellen ein Nachhall entsteht, der die Verständlichkeit und Klangfarbe eventuell störend beeinflusst.

Beugung Wellenlängen des Schalles? Zentimeter bis mehrere Meter

Beugung Wellenlängen des Schalles? Zentimeter bis mehrere Meter

Schallabsorption (Schalldämpfung) sind innere Reibung (hauptsächlich in porigen Stoffen (Watte, Filz, Faserstoffen etc. )

Schallabsorption (Schalldämpfung) sind innere Reibung (hauptsächlich in porigen Stoffen (Watte, Filz, Faserstoffen etc. ) und Wärmeleitung. Vorgänge lokalen Ausgleich der Unterschiede in Geschwindigkeit (Impuls zwischen verschieden "schallschnellen" Molekülen) und der Temperatur (Wärmebewegung schallerregter Moleküle) (Umwandlung in Wärmeenergie: Dissipation). Anordnung absorbierender Beläge an Böden, Wänden und Decken der Räume die Intensität der reflektierten Welle werden reduzieren. Der Schallpegel sinkt und der Nachhall wird verkürzt. Zu starke Absorption andererseits kann aber zu einem unangenehmen Raumgefühl (schalltoter Raum) führen.

Koinzidenz (Spuranpassung) Ebene Schallwelle auf eine Wand die Masseteilchen der Wandoberfläche nicht mehr als

Koinzidenz (Spuranpassung) Ebene Schallwelle auf eine Wand die Masseteilchen der Wandoberfläche nicht mehr als Spurwelle (erzwungene Biegewelle mit S) bezeichnet. Einschalige Wänden durch Luftschallwellen angeregt Biegewellen Wellenlänge ( W ) von Rohdichte, E-Modul, Wandstärke und Erregerfrequenz Stimmen die Wellenlänge S der Spurwelle und W der Biegewelle überein Amplitude der Wandschwingung maximal ( Spuranpassung, Koinzidenz).