AYURVEDA 1 YLA am 24 November 2017 Susanne
AYURVEDA 1 YLA am 24. November 2017 Susanne Karl-Gratz
Inhalte des Vortrags: • Was haben Yoga und Ayurveda gemeinsam? • Allgemeines zum Ayurveda • Die drei Doshas • Dosha Test • Spezialthema: Vata-Störungen und was hilft?
Was haben Yoga und Ayurveda gemeinsam? • Heilsysteme und Lebensphilosphien mit gemeinsamen Ursprung in der vedischen Philosophie vor ca. 5000 Jahren im Himalaya/Indien • Überlieferung des Wissens bis in die heutige Zeit und Anwendung auch in der westlichen Welt • Ganzheitliche Betrachtung des Menschen (Körper, Geist, Seele) • Prävention durch ayurvedische und yogische Lebensweise • Heilung (Reinigung) v. a. von chronischen Krankheiten in Therapie (Asanas, Pranayama, Kriyas, Panchakarma)
Dhanvantari: Heilgott des Ayurveda • Mythologischer Begründer des Ayurveda • Inkarnation von Vishnu (Erhalter des Universums) • Shanka = Muschelhorn (Symbol der Reinheit) • Chakra = Feuerrad (wirkt gegen Krankheiten) • Jalauka = Blutegel (f. ayurvedische Handlungen) • Dadhatamruta = Gefäß m. Ambrosia (ewiges Leben)
Ayurveda-Heilmantra: • Mantra: Om Shree Dhanvantre Namaha • Dhanvantari Gebet: • Shankham Chakram Jalaukam Dadhad-amrita-ghatam Charu-dorbhish Chaturbhih Sukshma-svachchhati-hridyam'shuka-parivilasan'-maulim Ambho-ja-netram / Kalambhodojjvalangam Kati-tata-vilasach'-charu-pitambaradhyam Vande Dhanvantarim Tam Nikhila-gada-vana'-praudha-davagni-lilam
Was bedeutet das Wort Ayurveda? • Ayus = Leben • Veda = Wissen oder Lernen • Ayurveda = die Lehre vom langen und gesunden Leben. Eine Wissenschaft, die das Leben in seiner Gesamtheit betrachtet und den Menschen lehrt, wie er ein langes und gesundes Leben führen kann.
Was heißt Ayurveda?
Die 3 Grundpfeiler d. Ayurveda: • Präventive Gesundheitsvorsorge • Medizinisches System mit einer ganzheitlichen Sichtweise und umfangreichen Heilmethoden • Lebensphilosophie (Wer bin ich? Was sind meine Lebensziele? …)
Gesundheit aus Sicht d. Ayurveda: • Gesundheit ist das Gleichgewicht der Bioenergien (Doshas)* in jedem Menschen * Man unterscheidet im Ayurveda 3 Doshas: Vata, Pitta, Kapha. Das sind verborgene Kräfte des Lebens, die alle biologische, psychologischen und physiologischen Funktionen des Körpers und menschlichen Bewusstseins regeln in Verbindung mit den 5 Elementen)
Was bedeutet Gesundheit aus der Sicht des Ayurveda?
Heilung im Ayurveda: Ayurveda erhält dieses Gleichgewicht (Prävention) bzw. stellt es wieder her durch • die richtige Ernährung entsprechend der Konstitution • Reinigungstechniken (z. B. Panchakarma) kombiniert mit • Ölmassagen • Pflanzenheilkunde mit über 3000 Pflanzen und Kräutern sowie • Yoga und Meditationspraxis
Wie heilt man im Ayurveda? (Beispiele)
Ursachen von Krankheit: • Aus ayurvedischer Sicht entsteht Krankheit, wenn wir entgegen unser natürlichen Konstitution (Summe aller angeborene Eigenschaften und Anlagen) leben (Beruf, Freizeit, Tagesablauf, Region) und uns falsch ernähren. • Schwaches Agni (Verdauungsfeuer) • Ansammlung von Ama (Schlacken und Gifte im Körper) • Ungleichgewicht der Doshas (Ansammlung der Doshas im Gewebe (Dhatus) und in den Kanälen (Shrotas) • Psychosoziales Fehlverhalten (z. B. : zu viel reden, zu viel Sport, geistige Trägheit, negative Emotionen ausleben und verdrängen) • Unsachgemäße Verbindung der Sinne mit Sinnesobjekten (schlechte Nachrichten hören, zu laute Musik hören, …) • Adharma (gegen die Natur handeln)
Nenne 3 Ursachen von Krankheiten?
Die 3 Doshas: Elemente
Welchen 2 Elementen ist Vata zugeordnet?
Welcher Typ bin ich? (siehe Test) • Man unterscheidet zwischen Prakriti und Vikriti: • Prakriti = Urzustand (Urnatur) • Vikriti = aktueller Zustand (mit möglichen Störungen) • Es gibt 7 Typen: Vata, Pitta, Kapha, Vata-Pitta, Pitta-Kapha, Vata-Kapha, Tridosha
Ayurveda Konstitutions-Tests: • https: //www. yoga-vidya. de/ayurveda-test/ • http: //www. veda. ch/ayurvedashop/ayurveda_test. html • https: //www. ayurveda-produkte. de/content/ayurveda-undgesundheit/test-ihr-ayurveda-typ/dosha-test/ • https: //www. zentrum-der-gesundheit. de/ayurveda-typen. html
Welcher Typ?
Was ist der Unterschied zwischen Prakriti und Vikriti?
VATA-Dosha Wurzel Dickdarm (Heilung z. B. Einlauf) Sitz Ohren, Becken, Blase, Nervensystem, Knochen, Haut Elemente 50 % Äther, 50 % Luft Eigenschaften kalt, trocken, beweglich, leicht, klar, rauh Prinzip Bewegung, übersetzt „Wind“ VATA-Störungen Untergewicht, Schwindel, trockene, rissige oder faltige Haut, kalte Hände und Füße, Vergesslichkeit, Verstopfung, Blähungen, Schlafstörungen, Ängste, Nervosität, Tinnitus, Krämpfe, Verspannungen, lockere Gelenke, Störungen des Bewegungsapparates (z. B. Rheuma, Osteoporose), … Empfehlungen warme, befeuchtende & ölige Speisen wie Suppen und Eintöpfe; Regelmäßigkeit; Entspannung, genügend Schlaf; feuchte Wärme (Dampfbad); Ölmassagen mit wärmenden Ölen; die Geschmacksrichtungen süß, sauer und salzig bevorzugen; blähungswidrige Gewürze wie Koriander, Kümmel, Kreuzkümmel und Fenchel einnehmen; Triphala; wenig Rohkost, …
Was sind typische Vata-Störungen?
PITTA-Dosha Wurzel Dünndarm (Heilung: z. B. Abführen) Sitz Milz, Bauchspeicheldrüse, Leber, Galle, Blut Elemente 70 % Feuer, 30 % Wasser Eigenschaften heiß, ölig, mobil, flüssig, sauer, scharf Prinzip Wärme (thermisch), Umwandlungsprozesse, übersetzt „Galle“ PITTAStörungen unreine Haut, frühzeitiger Haarausfall bzw. Haarergrauen, erhöhte Temperatur, exzessives Schwitzen, Durchfall, rote/gelbe oder grünliche Verfärbungen von Urin und Stuhl, Entzündungen, Eiterungen, Kopfschmerzen und Migräne, Sodbrennen, Schwächung des Sehvermögens, erhöhte Reizbarkeit, Streitsucht, Hang zum Perfektionismus, Ungeduld, Übersäuerung, überhitzter Kopf, . . . Empfehlungen auf alles Saure und Scharfe verzichten; Tomaten, Milchprodukte, rotes Fleisch, Alkohol und Salz reduzieren, um den Säure-Basen Haushalt ins Gleichgewicht zu bekommen; Stress abbauen durch Sport und Yoga; im kalten Wasser schwimmen; Ölmassagen mit kühlenden Ölen; Meditation und Entspannung; die Geschmacksrichtungen süß, bitter und herb bevorzugen; kühlende, nährende und befeuchtende Nahrungsmittel essen; Gewürze: Bockshornklee, Curry, Kurkuma, Koriander
Nenne 2 Eigenschaften von Pitta?
KAPHA-Dosha Wurzel Magen (Heilung z. B. Erbrechen) Sitz Lunge, Herz, Gehirn, Brust, Fettgewebe, alle Flüssigkeiten (Speichel, Gelenksflüssigkeit, Magenschleimhaut, …) Elemente 50 % Wasser, 50 % Erde Eigenschaften kalt, feucht, ölig, schwer, statisch, weich, schleimig, süß Prinzip Stabilität, übersetzt „Schleim“ KAPHAStörungen Schweregefühl im Körper, Fettleibigkeit, Wasseransammlungen und Ödeme, übermäßige Schleimbildung in den Bronchien, der Stirn- und Nebenhöhlen, träge Verdauung, Diabetes, Tumorbildung, Antriebslosigkeit, Faulheit, Nachlässigkeit, Stagnation, … Empfehlungen scharfe Gewürze bevorzugen; leichte Kost; ausreichend Bewegung; schwere und schleimige Nahrung wie Käse, Schlagobers oder Süßigkeiten vermeiden; übermäßiges und häufiges Essen vermeiden; trockene Wärme (Sauna); Trockenobst; Trockenmassage; Geschmacksrichtungen: scharf, bitter und herb bevorzugen; Triphala; Gewürze: Ingwer, Kurkuma, Kreuzkümmel, Majoran, Nelke, Pfeffer, Zimt, Kardamom, …
Wo ist die Wurzel von Kapha?
Spezialthema: VATA-Störung • In der westlichen Gesellschaft ist das Vatadosha meist im Ungleichgewicht. Warum? (1) Stress - Sympathikus ist überaktiv und das führt zu vielen meist chronischen Erkrankungen und Verspannungen (2) Überaktivität der Sinnesorgane und des Geistes (Schlafstörungen, Tinnitus, Migräne, Burnout-Syndrom) (3) Viel sitzende Tätigkeiten (führt zu Versteifung der Knochen, Verkürzung von Muskeln und Sehnen, Haltungsfehler, Fehlbelastungen der Gelenke) (4) Das „Alter“ ist vata-dominant (Steifheit, Funktionseinschränkung)
Vata-Störung: Was hilft?
Yoga bei Vata-Störungen: • Erdende Asanas (vs. Luftprizip) v. a. sitzende Asanas (v. a. Unterstützung Apana Vayu) Paschimotthanasana (Vorwärtsbeuge) Vajrasana (Fersensitz), Siddhasana, Padmasana (Lotussitz) Matsyendrasana (Drehsitz) Stellung des Kindes Bhujangasana (Kobra), Shalabhasana (Heuschrecke), Dhanurasana (Bogen) • Erwärmend Asanas (vs. kühlender Eigenschaft v. Vata) Stellungen länger halten, aber entspannt (nicht zu fordernd und ehrgeizig) • Stärkung von Kraft, Stabilität: Narvasana (Boot), Virabandrasana (Held), Schlafender Vishnu, Tänzer, Baum
Yoga bei Vata-Störungen: • Asanas zur Kräftigung der Muskeln Rücken und Bauchmuskeln zur Unterstützung der Knochen, Gelenke, WS Rückwärtsbeugen, alle Bauchmuskelübungen, . . . • Asanas für Flexibilität der Gelenke: WS Pavanmuktasana Reihe für Gelenke, Krokodilsdrehungen, Drehsitz, … • Ausgleich bei Schutzhaltungen, Haltungsfehler: Brustöffnende Asanas z. B. Fisch (mit Kissen unter Brustwirbelsäule), Streckung der WS (Hund, Stellung des Kindes, . . . ) • Ruhige und ausgleichendes Pranayama: Wechselatmung, Bramari, Ujjay Atmung
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